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Fettsäuresynthese



Die biologische Fettsäuresynthese, auch als Lipogenese bezeichnet, verläuft analog zum Abbau durch schrittweisen Anbau von Acetyl-CoA (aktivierte Essigsäure) CH3CO-CoA. Dies erklärt auch, warum die Fettsäuremoleküle meistens eine geradzahlige Anzahl von Kohlenstoffatomen haben.
Im Gegensatz zum Abbau der Fettsäuren, der β-Oxidation, welcher sich in der Mitochondrienmatrix abspielt, findet deren Aufbau bei Tieren und Pilzen im Cytosol statt.

Inhaltsverzeichnis

Fettsäuresynthese bei Pflanzen

Bei Pflanzen läuft die Fettsäurensynthese nur in den Plastiden ab. Bei grünen Pflanzenzellen in den Chloroplasten, sonst in den Chromoplasten, Leucoplasten oder Proplastiden. Es laufen die selben Reaktionen wie im Cytosol ab, jedoch werden nur Fettsäuren bis C18 synthetisiert. Diese können maximal eine Doppelbindung durch eine lösliche Desaturasen des Stromas erhalten. Nach Transport ins glatte Endoplasmatische Retikulum erfolgt die Kettenverlängerung, im sER können durch membrangebundene Desaturase weitere Doppelbindungen eingebaut werden. Der Abbau der FS erfolgt bei Pflanzen nicht in den Mitochondrien, sondern nur in Peroxisomen.

allgemeiner Reaktionsablauf

Bemerkenswert ist, dass die in Bau befindliche Fettsäure bis zur endgültigen Fertigstellung an einem Enzym, der sogenannten Fettsäure-Synthase, gebunden bleibt. Diese besitzt eine (distale) SH-Gruppe und eine (proximale) SH-Gruppe an einer Unterheit des Komplexes, dem Acyl-Carrier-Protein (ACP).

Die Reaktionsfolge läuft wie folgt ab:

1) Bindung eines Moleküls Acetyl-CoA an der distalen SH-Gruppe durch die Acetyl-Transferase, Coenzym A wird abgespalten
2)
Carboxylierung (Anlagerung von CO2) von freiem Acetyl-CoA zu Malonyl-CoA außerhalb des Komplexes durch die Acetyl-CoA-Carboxylase (mit der prosthetischen Gruppe Biotin)
3) Bindung des Malonyl-CoA an die proximale SH-Gruppe des Enzymkomplexes durch die Malonyl-Transferase, Coenzym A wird wieder abgespalten
4)
Acetylrest bindet unter Abspaltung von CO2 mithilfe der Ketoacyl-Synthase an den Malonylrest, es bildet sich eine Acetoacetylgruppe (C4) an der proximalen SH-Gruppe; mit jeder der acht "Runden" die die Reaktion durchläuft bekommt dieses Zwischenprodukt mehr C-Atome (hat folglich auch einen anderen Namen)
5)
Reduktion der Keto-Gruppe des Ketoacylrests an C3 durch die Ketoacyl-ACP-Reduktase, Produkt ist ein Hydroxyacylrest
6)
Dehydratisierung des Hydroxyacylrests durch die Hydroxyacyl-ACP-Dehydratase zwischen C2 und C3
7)
Zweite Reduktion der Doppelbindung durch die Enoyl-ACP-Reduktase
8) Anlagerung von Malonyl-CoA an die distale SH-Gruppe => sechsmalige Wiederholung des Zyklus' und damit Verlängerung des Acylrests an der proximalen SH-Gruppe
9) Palmitinsäure, C16 wird durch eine Acyl-Hydrolase freigesetzt und dissoziiert sofort zu Palmitat

Dieser Vorgang wiederholt sich bis zur Fertigstellung, wobei meistens Palmitinsäure durch eine Thiolase hydrolytisch abgespalten wird. Hierbei ist zu beachten, dass die Fettsäure zunächst frei vorliegt. Das Schlüsselenzym der Fettsäuresynthese ist die Acetyl-CoA-Carboxylase, die sowohl allosterisch als auch hormonell reguliert wird.

Die Kettenverlängerung der Fettsäuren wird in der Pflanze durch Elongasen katalysiert.

Dieser Stoffwechselweg spielt unter gewöhnlichen Nahrungsbedinungen jedoch eine geringe Rolle, da durch die Nahrung bereits genügend Fette aufgenommen werden. Infolgedessen besteht nicht die Notwendigkeit, aus Kohlenhydraten Fettsäuren aufzubauen. Bei Tieren hat die Fettsäuresynthese noch eine größere Rolle, da diese z. B. eine erhebliche Fettreserve für den Winter bilden müssen.

Siehe auch

Literatur

  • Biochemie des Menschen, Florian Horn e.a., 3. Auflage, Thieme Verlag 2005, ISBN 3-13-130883-4
  • Biochemie, Berg/Tymoczko/Stryer, 5. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag GmbH Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-1303-6
  • Lehrbuch der Botanik, Strasburger et.al., 35. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag GmbH Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1010-X
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fettsäuresynthese aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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