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Jaspis



Jaspis
bunt gebänderter und gesprenkelter Jaspis aus Madagaskar
Chemismus SiO2
Mineralklasse siehe Quarz
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse
Farbe alle Farben
Strichfarbe je nach Beimengung weiß, gelb, rot, braun
Mohshärte 6,5 bis 7
Dichte (g/cm³) 2,58 bis 2,91
Glanz Glasglanz, Fettglanz, matt
Transparenz undurchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit
Habitus mikrokristalline, gebänderte, gesprenkelte oder gefleckte Massen
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität
Magnetismus
Besondere Kennzeichen

Jaspis ist eine mikrokristalline, feinkörnige Varietät des Minerals Quarz und gehört wie dieses entsprechend zur Mineralklasse der Oxide mit einem Stoffmengenverhältnis mit Metall:Sauerstoff=1:2. Es ist eng verwandt mit dem stets faserig aufgebauten Chalcedon. Die Verwandtschaft ist so eng, dass sogar Stücke vorkommen, bei denen körnig und faserig aufgebautes Quarzmaterial miteinander verwachsen ist.

Jaspis wird ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Besondere Eigenschaften

Jaspis ist nur sehr selten in reiner Form zu finden. Durch Verwachsungen mit Achat und Opal, aber auch durch Fremdbeimengungen von bis zu 20% wie Tonerde, Eisenoxid, Eisenhydroxid und Manganhydroxid schwanken seine chemischen und physikalischen Eigenschaften sehr stark. Da die Menge und Verteilung dieser Beimengungen über das Erscheinungsbild entscheiden, ist der Farb- und Varietätenspielraum des Jaspis außerordentlich groß. Zudem ändert sich auch die Strichfarbe je nach Beimengung entsprechend und lässt sich kaum zur Echtheitsprüfung heranziehen.

Das hat zur Folge, dass viele ähnlich geformte und gemaserte Minerale bzw. Varietäten und sogar Gesteine, deren Farbe und Zeichnung denen des Jaspis ähnlich sehen, unter diesem Namen im Handel vertrieben werden.

Etymologie und Geschichte

Das Wort „Jaspis“ leitet sich über das lateinische iaspis aus dem griechischen ἴασπις, íaspis für „gesprenkelter Stein“ ab. Diese Bezeichnung wiederum stammt ursprünglich aus einer orientalischen Sprache, möglicherweise aus dem Altägyptischen oder Persischen (yashp).

Varietäten

Die Namen beziehungsweise Handelsnamen der vielen Varietäten spiegeln oft ihren Herkunftsort, aber auch ihre Farbe und Zeichnung wider.

  • So ist der Achatjaspis (Jaspachat) eine gelb, braun und grün gestreifte Verwachsung aus Jaspis und Achat, strenggenommen also ein Gestein.
  • Der Ägyptische Jaspis (Kugeljaspis, Nilkiesel, Jaspisknollen), ockergelb bis braun und ziegelrot, häufig gestreift und geflammt, findet sich in großer Menge als Gerölle im Nil und in der Wüste. Bei Kairo bildet er ein Konglomerat, das wahrscheinlich der Kreideformation angehört.
  • Aufgrund seiner grau, grün, gelb, rot und braun gefärbten, parallel gestreiften oder gebänderten Struktur ist der Bandjaspis zur Verarbeitung zu Gemmen prädistiniert.
  • Der feinkörnige, schwarze Basanit ist vor allem Juwelieren und Goldschmieden bekannt, da er von ihnen als Strichprobe Verwendung findet.
  • Ebenfalls feinkörnig, aber von grauer bis braunroter, selten aber auch grüner bis schwarzer Farbe ist der Hornstein, der oft als Synonym für Jaspis im Gebrauch ist.
  • Bei dem berühmten Kellerwaldachat (Fundort Kellerwald/Nordhessen) handelt es um einen weißgeäderten roten Jaspis.
  • Der oft durch ähnlich aussehende Gesteine imitierte Landschaftsjaspis zeigt lebhafte Musterungen auf seiner Oberfläche, die sich schon mit wenig Phantasie als stilisierte Landschaften oder Pflanzen interpretieren lassen. Die braune, durch Beimengungen von Eisen bewirkte, Farbe tut ihr übriges, um diesen Eindruck zu verstärken.
  • Als Mookait wird eine rosafarbene bis hellrote Varietät mit wolkenartig gebänderter Struktur bezeichnet, die vorwiegend in Australien abgebaut wird.
  • Eine nach seinem Fundort Nunkirchen benannte, weißgraue oder gelblich- bis bräunlichrote Varietät ist unter der Bezeichnung Nunkirchner Jaspis bekannt. Er wird oft mit Berliner Blau eingefärbt und als Imitation von Lapislazuli unter den Handelsbezeichnungen Deutscher Lapis, Swiss Lapis oder auch Nunkirchener Lapislazuli vertrieben.
  • Porzellanjaspis oder auch Jaspis vom Bühlchen ist eine seltene Jaspis-Varietät aus Epterode bei Großalmerode in Hessen, der weltweit einzigen Fundstelle dieser Varietät. Er ist durch verschiedene pflanzliche Beimengungen unter Druck, Hitze und Sauerstoffabschluss grünfleckig gefärbt.
  • Die irreführende, aber immer noch gebrauchte Bezeichnung Prasem steht zum einen für eine feinkörnige, verwaschen grüne Jaspis-Varietät, zum anderen aber auch für ein lauchgrünes Quarz-Aggregat.
  • Plasma ist dem Prasem recht ähnlich, jedoch von eher grobkörniger Struktur, sodass seine grüne Farbe schmutzig wirkt.
  • Silex wird die gelb und rotbraun gefleckte oder konzentrisch gestreifte Varietät genannt, meist rot und braun, auch gelblich und schwarz, findet sich besonders auf Eisensteingängen an vielen Orten.
  • Indischer Zebrajaspis ist dunkelbraun mit hellbraunen Strichen und enthält oft versteinerte Muscheln und Schnecken.

Der Heliotrop wird zwar oft fälschlicherweise mit dem Synonym Blutjaspis belegt, ist jedoch eine eigenständige Quarzvarietät von lauchgrüner Farbe mit rosa bis roten Flecken. Im Gegensatz zum körnigen Jaspis ist Heliotrop jedoch radialstrahlig aufgebaut, kann aber dem Jaspis durch Bildung kugeliger Aggregate ähnlich sehen.

Bildung und Fundorte

Jaspis findet sich derb, eingesprengt, in Kugeln und Geschieben meist als Gangfüllung oder Knollen, selten auch in trauben- oder nierenförmigen Gestalten.

Neben den bereits bei den Varietäten benannten Fundorten wird Jaspis darüber hinaus unter anderem an folgenden Stellen gefunden: Erzgebirge, Harz, Müllheim und Idar-Oberstein in Deutschland, Jekaterinburg und Ochotsk in Sibirien, auf der italienischen Insel Sizilien und der französischen Insel Korsika, sowie in Tirol.

Verwendung als Schmuckstein

Jaspis war im Altertum bei den Griechen und Römern ein höchst angesehener Schmuckstein.

In der Bibel heißt es nach dem Apostel Johannes offenbarte Himmlische Jerusalem (Offb 21,19 EU):

Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Karneol, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth und der zwölfte ein Amethyst.

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Jaspis an Bedeutung und Wertschätzung verloren und wird gegenwärtig zu Siegelsteinen, Dosen, Vasen, Tischplatten, Kannen, Mosaik, architektonischen Arbeiten etc. genutzt.

größte Schmucksteine

Der bisher größte geschliffene Jaspis der Welt wurde aus einem 2850 kg-Rohling zu einer Kugel mit einem Gewicht von etwa einer Tonne und einem Durchmesser von 87,5 cm gefertigt. Sie befindet sich in Sankt Augustin-Hangelar [1].

Eine weitere Jaspiskugel in Rekordgröße stammt ursprünglich aus Botswana und steht im Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein. Aus einem 800 kg schweren Rohling wurde eine 224 kg schwere Kugel mit 54 cm Durchmesser geschliffen [2].

Manipulationen und Imitationen

Die Vielfalt an Farben und Zeichnungen beim Jaspis macht es leicht, ihn mithilfe ähnlich aussehender Gesteine und Varietäten anderer Minerale nachzuahmen. Beispielsweise wird auch die Serpentin-Varietät Silberauge unter der Bezeichnung Zebra-Jaspis vertrieben. Blumenjaspis ist eigentlich Unakit und ebenso ein Gestein wie der als Leopardenfell-, Regenwald- oder Augen-Jaspis verkaufte Rhyolith.

Esoterik

Der im späten Mittelalter berühmte Naturforscher Konrad Gesner überlieferte: "Der Jaspis ist ein Schild vor der Brust, das Schwert in der Hand und die Schlange unter den Füßen. Er schirmt gegen alle Krankheiten und erneuert Geist, Herz und Verstand." Bei den alten Griechen glaubte man, dass der Jaspis seinem Träger innerliche Harmonie beschere und Frauen durch das Tragen des Steins eine harmonievolle Schwangerschaft haben. Der rote Jaspis soll am besten bei Übelkeit und übermäßiger Esslust helfen.

Galerie

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Größter Edelstein aus Jaspis
  2. Textarchiv der Berliner Zeitung

Literatur

  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
  • Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-23812-3
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. 13. Auflage. BLV Verlags GmbH, 1976/1989, ISBN 3-405-16332-3
  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
  • Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde Verlag, 1998, ISBN 3-89060-025-5
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jaspis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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