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Reimer-Tiemann-Reaktion



Unter der Reimer-Tiemann-Reaktion versteht man die Reaktion von Phenolen mit Dichlorcarben, das aus Chloroform in alkalischer Lösung bei 65 bis 70 °C entsteht. Dabei erhält man überwiegend das ortho-Formylierungsprodukt, während andere Formylierungsreaktionen, wie z.B. die Gattermann-Synthese, überwiegend das para-Produkt liefern.

Dabei reagiert zuerst Chloroform mit der Base zu Dichlorcarben. Das Chloroform-Molekül wird zuerst deprotoniert und spaltet dann ein Chloridion ab.


Das Phenol liegt bei den Reaktionsbedingungen als Phenolat vor. Das Dichlorcarben lagert sich am mesomeren Phenolat-Anion in ortho-Position an. Das Primärprodukt rearomatisiert durch Protonenwanderung, anschließend wird die Dichlormethylgruppe durch das alkalische Medium verseift. Zur Aufarbeitung säuert man das Reaktiongemisch an und trennt das Produkt durch Wasserdampfdestillation ab.


Die Ausbeute der Reaktion liegt im Allgemeinen unter 50%, weshalb die Reimer-Tiemann-Reaktion nur noch selten angewandt wird. Ihr Vorteil liegt in der ortho-Selektivität. Die Reaktion kann durch Verwendung von Ultraschall günstig beeinflusst werden, wodurch die Reaktionszeit verkürzt und die Ausbeute gesteigert wird.

Die Reaktion ist nach ihren Entdeckern Karl Ludwig Reimer und Ferdinand Tiemann benannt.

 
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