Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Neue Online-Plattform für vorsorgende Wasseranalytik

Projekt „FOR-IDENT-Nachhaltigkeit“ schließt Arbeiten an Tool für Non-Target Screening Datenanalyse ab

22.02.2018

edwinp99, pixabay.com, CC0

Symbolbild

Vom Forschungswerkzeug zur öffentlich zugänglichen Internetanwendung: Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „FOR-IDENT-Nachhaltigkeit“ wird bis zum Jahr 2019 eine offene Softwareplattform entwickeln, die unterschiedliche Strategien zur Auswertung unbekannter Chemikalien im Wasser kombiniert und verlinkt. Die Grundlagen für die Online-Plattform zur vorsorgenden Wasseranalytik haben die beiden Vorgängerprojekte RISK-IDENTund FOR-IDENT gelegt.

In den zwei Vorgängerprojekten wurde die Datenbank STOFF-IDENT mit mehr als 10.000 potenziell gewässerrelevanten Stoffen als Basis für die wissenschaftliche Arbeitsplattform FOR-IDENT entwickelt. Bis dahin war es nur eingeschränkt möglich, unbekannte Moleküle im Wasser schnell zuzuordnen bzw. zu identifizieren. Doch das Prinzip der vorsorgenden Analytik (d.h. dem sogenannten Suspected Screening bzw. Non-Target Screening) ist gerade auch bei der Qualitätsprüfung von Oberflächengewässern wichtig, da diese oft die Quelle für Trinkwasser sind.

Die Arbeitsplattform FOR-IDENT wird nun bis Ende 2019 von einem Forschungswerkzeug in eine langfristig und robust nutzbare sowie erfolgreich verwertbare Internetanwendung übergeführt. Durch die bereits erfolgte Ansiedlung der STOFF-IDENT Datenbank beim Bayerischen Landesamt für Umwelt wird sichergestellt, dass die zugrundeliegende Datenbasis aktuell und qualitativ hochwertig bleibt. Im Rahmen dieses abschließenden Projektes mit den Partnern am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität München und der Fakultät Biotechnologie und Bioinformatik der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) werden auch interne und externe Klärungen zu Rechten an der Plattform durchgeführt.

Des Weiteren wollen die Projektpartner einen Verwertungsplan erstellen. Dieser soll u.a. eine geeignete Rechtsformfestlegen, um die öffentlich zugängliche Arbeitsplattform FOR-IDENT nach Ende der Projektlaufzeit nachhaltig und wirtschaftlich weiter betreiben zu können. Ebenso wird die zukünftige Open Access Strategie definiert.

Während der Projektlaufzeit ist auch eine detaillierte Studie möglicher weiterer Anwendungsfelder vorgesehen. Erste eigene Ergebnisse in einem internationalen Ringversuch mit dem LC-MS-Verfahren (Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung) im Hausstaub haben gezeigt, dass das Konzept nicht nur für die Fahndung nach unbekannten Molekülen in umweltrelevanten Wasserproben, sondern auch für andere Matrices bzw. Disziplinen nutzbar ist. Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Untersuchungen sollen die Grundlage dafür legen, die FOR-IDENT Plattform auszugründen und wirtschaftlich zu festigen.

Um die national wie international etablierten Strategien und Arbeitsweisen zur vorsorgenden Wasseranalytik länderübergreifend zu diskutieren und weltweit zu harmonisieren, veranstaltet das Projekt FOR-IDENT auch weiterhin Konferenzen und Workshops. Als nächstes wird sich FOR-IDENT (zusammen mit der e-learning Plattform Analytik+ und ihren frei zur Verfügung stehenden Lehrmaterialien sowie HPLC-Simulatoren) in München auf der Analytica 2018 präsentieren. Zur weiteren Diskussion laden wir Sie herzlich ein, uns im Zeitraum vom 10.-13. April 2018 am Bayerischen Gemeinschaftsstand 315 in Halle: A3 zu besuchen.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Wasser
  • Qualitätsprüfung
  • Gewässeranalytik
Mehr über TU München
  • News

    Tausend Mal schneller als Flash-Speicher

    Neuartige Phasenwechselmaterialien könnten tausend Mal schneller und dabei erheblich langlebiger sein als bisherige Flash-Speicherchips. Mithilfe der Forschungs-Neutronenquelle der Technischen Universität München (TUM) haben deutsche und US-amerikanische Forscher wichtige Erkenntnisse über ... mehr

    Clariant und TU München verleihen Dr. Karl Wamsler Innovation Award

    Clariant und die Technische Universität München (TUM) haben zum zweiten Mal den mit 50.000 Euro dotierten »Dr. Karl Wamsler Innovation Award« verliehen. Preisträger ist Prof. Stephen L. Buchwald, Ph.D., vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Der Award zeichnet Wissenschaftler für ... mehr

    Kohlefasern aus Treibhausgas

    Zusammen mit Forscherkollegen haben Chemiker der Technischen Universität München (TUM) einen Prozess entwickelt, der nach ersten Berechnungen eine wirtschaftliche Entfernung des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Atmosphäre ermöglichen könnte. Der aktuellste Weltklimareport (IPCC Special R ... mehr

  • Videos

    Scientists pair up two stars from the world of chemistry

    Many scientists consider graphene to be a wonder material. Now, a team of researchers at the Technical University of Munich (TUM) has succeeded in linking graphene with another important chemical group, the porphyrins. These new hybrid structures could also be used in the field of molecular ... mehr

  • Veranstaltungen
    Startup-Event
    25.06.2019
    Garching bei M..., DE

    IKOM Start-Up 2019

    Start-Ups geben dem Arbeitsmarkt seit Jahren mehr Farbe. Sie bereichern ihn vor allem durch ihre neuen Geschäftsmodelle und frischen Ideen. Besonders in der IT-Branche dominieren sie seit Jahren das Bild. Von dieser Vielfalt inspiriert, wurde im Jahre 2013 die IKOM Start-Up ins Leben gerufe ... mehr

  • Universitäten

    Technische Universität München

    Mit ihren 13 Fakultäten und 460 Professoren bildet die TUM in 133 Studiengängen ca. 25.000 Studierende aus, davon 20 Prozent aus dem Ausland. Die Schwerpunktfelder sind die Ingenieur- und Naturwissenschaften, Medizin und Lebenswissenschaften sowie die Wirtschaftswissenschaften und Lehrerbil ... mehr

    Technische Universität München im Wissenschaftszentrum Straubing

    mehr

  • q&more Artikel

    Translation

    Die Struktur der chemischen und pharmazeutischen Großindustrie hat sich gewandelt. Traditionelle Zentralforschungsabteilungen, in denen grundlagennahe Wissenschaft ­betrieben wurde, sind ökonomischen Renditebetrachtungen zum Opfer gefallen. mehr

    Molekülgenaue ­Detektivarbeit

    Die drei Ausdrücke im Titel ebenso wie „Known Unknowns“ und „Unknown Unknowns“ sind eingedeutschte Schlagwörter, die derzeit die analytische Wasserszene durcheinanderwirbeln. Die Vorgehensweise in der Nutzung eben dieser Technologien ist jedoch häufig noch nicht ­einheitlich. mehr

    Renaissance der ­kleinen Moleküle

    Pyruvat, Succinat, Fumarat, Oxalacetat, Mevalonat und Hydroxymethylgluta­ryl-CoA – wer erinnert sich nicht an seine ­Biochemieprüfungen. Allosterische ­Regulation, Substrate, Produkte, Metabolite. Gene­rationen von Biochemikern haben uns die Grundlage für das Verständnis von Stoffwechselvor ... mehr

  • Autoren

    Prof. Dr. Arne Skerra

    Arne Skerra, Jg. 1961, studierte Chemie an der TU Darmstadt und wurde 1989 zum Dr. rer. nat. am GenZentrum der LMU München promoviert. Nach Stationen am MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, Großbritannien und am Max-Planck-Institut für Bio­physik in Frankfurt/M. wurde er 2004 P ... mehr

    Dr. Thomas Letzel

    Thomas Letzel, geb. 1970, studierte Chemie (1992–1998) an der TU München sowie der LMU München und promovierte 2001 mit einem umweltanalytischen Thema an der TU München und absolvierte im Anschluss einen zweijährigen Postdoc-Aufenthalt an der Vrijen Universiteit Amsterdam. 2009 habilitierte ... mehr

    Prof. Dr. Hannelore Daniel

    Hannelore Daniel, Jg. 1954, studierte Ernährungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und promovierte 1982. 1989 habilitierte Sie sich für Physiologie und Biochemie der Ernährung. Danach war sie bis Ende 1992 an der School of Medicine der Universität Pittsburgh (USA) tätig un ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.