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Unverwüstlicher Kunststoff: Ceresana untersucht den Weltmarkt für PVC

03.04.2019

Ob Sonnenlicht, Säure oder Salzwasser: Polyvinylchlorid (PVC) erträgt praktisch alles und ist fast nicht zu zerstören. PVC-Weichmacher sind umstritten, trotzdem bleibt das robuste Material unverändert neben Polypropylen und Polyethylen einer der am meisten produzierten Kunststoffe. Der Verbrauch nimmt sogar weiter zu: Der neuste, bereits fünfte PVC-Marktreport von Ceresana erwartet, dass die Nachfrage bis zum Jahr 2026 weltweit auf rund 56,2 Millionen Tonnen steigen wird.

Hart und weich, starr und elastisch

Unterschieden werden starres PVC (rigid PVC-U = unplasticized), das zum Beispiel für Verpackungen, Rohre und Fensterprofile gebraucht wird, und flexibles PVC (flexible PVC-P = plasticized), das bis zu 40% Weichmacher enthält und für elastische Produkte verwendet wird. Auf PVC-U entfallen derzeit rund zwei Drittel des gesamten Verbrauchs. Im Jahr 2018 erreichten Rohre und Rohrleitungen einen Marktanteil von über 37%. Mit Abstand folgten Profile (19,9%) sowie Folien und Platten (18,3%). Gebraucht wird PVC auch für Kabel und Kabelummantelungen, Bodenbeläge sowie Behälter. Zu den vielfältigen sonstigen Anwendungen zählen zum Beispiel Beschichtungen, medizinische Produkte wie Infusionsbeutel, aber auch Schuhe und Kreditkarten.

Rohre für Abwasser, Trinkwasser und Industrie

Für die Herstellung von Abwasserrohren hat der Werkstoff PVC bedeutende Vorteile: Im Vergleich zu Rohren aus Beton oder Metall sinkt das Gewicht der zu verlegenden Teile dramatisch. PVC ist sehr beständig gegen Korrosion und eine Vielzahl von Chemikalien. Auch die Form von PVC-Rohren wird immer variabler. Unrundrohre (Non-Circular Pipes) eignen sich beispielsweise für die Neuauskleidung alter Entwässerungskanäle, welche oft unrunde Formen aufweisen. Im Jahr 2018 wurden weltweit über 7 Millionen Tonnen PVC zu Abwasserrohren verarbeitet. Etwas kleiner ist der Markt für Trinkwasserrohre. Vor allem in hoch entwickelten Industrieländern sind die gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasserleitungen oft sehr hoch. Eine positive Eigenschaft von PVC-Rohren ist ihre Unempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen, Chlor und Ozon.

Bauindustrie vor Verpackungsherstellern

Mit einem Anteil von voraussichtlich über 60% wird die Bauindustrie auch in den nächsten Jahren die wichtigste Abnehmer-Branche für die PVC-Hersteller sein. Beispiele für Anwendungen in der Bauindustrie sind: Folien, Kabel, Rohre, Profile und Abdeckungen, Platten und Rohre, Dübel, Schrauben, Befestigungselemente und Beschichtungen. An zweiter Stelle kommt mit einem Anteil von knapp 16% die Verpackungsindustrie, die PVC für flexible und starre Verpackungen verwendet. Die wichtigsten Einsatzbereiche sind dabei Verpackungsfolien, Beutel und Säcke sowie Schrumpf- und Dehnfolien. Zu starren Verpackungen gehören Behälter wie Butter- und Margarinebecher, Joghurtbecher, Flaschen, Schachteln sowie Deckel.

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