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3,3 Millionen EU-Förderung für Alternativen zu Tierversuchen

EU und Kosmetikindustrie fördern saarländische Forschung

04.03.2011

Eine Million Tierversuche werden jährlich in der EU zur Sicherheitsüberprüfung von Substanzen in der Chemie-, Pharma- und Kosmetikbranche durchgeführt. Vor allem die Versuche für die Kosmetikindustrie stehen dabei in der Kritik. Die EU reagiert: Ab 2013 gibt es ein Vermarktungsverbot für alle mit Hilfe von Tierversuchen entwickelten Kosmetikprodukte und deren Inhaltsstoffe. Laut Experten ist es mit den bisherigen Ansätzen nicht möglich, das hochgesteckte Ziel in zwei Jahren zu erreichen.

EU und Kosmetikindustrie versuchen nun in einem gemeinsamen finanziellen Kraftakt alternative in-vitro-Toxizitätstests zu entwickeln. Mit 50 Millionen Euro unterstützen sie sechs wissenschaftliche Clusterprojekte in der europäischen Forschungsinitiative SEURAT (Safety Evaluation Ultimately Replacing Animal Testing).  Neuartige Verfahren zur Vermeidung von Tierversuchen in der Kosmetikindustrie sollen dort generiert werden.

Das mit über neun Millionen Euro geförderte Projekt „Notox“ wird zu gleichen Teilen von der EU Kommission und dem Verband der Europäischen Kosmetikindustrie (Colipa) unterstützt. Es zielt darauf ab, innovative Techniken zur Vorhersage von Toxizität zu etablieren und Modelle zu entwickeln, die zukünftig zur Verträglichkeitsprüfung kosmetischer Substanzen eingesetzt werden können. Ein Drittel der Förderung, etwa 3,3 Millionen Euro, fließt in die Forschung und Koordination des Projekts nach Saarbrücken.

Die Projektkoordination übernimmt Professor Dr. Elmar Heinzle, Leiter der Technischen Biochemie an der Universität des Saarlandes in Kooperation mit der Eurice GmbH, die ihn in seiner verwaltungstechnischen und organisatorischen EU-Arbeit unterstützt. Mit dem Lehrstuhl für Genetik/Epigenetik und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sind zwei weitere hochkarätige Gruppen aus den Schwerpunktbereichen Lebens- und Computerwissenschaften des Standorts Saarbrücken an dem auf fünf Jahre angelegten Projekt beteiligt.

Neben den Saarbrücker Partnern arbeiten an dem Projekt neun weitere führende Forschungsinstitute und Unternehmen aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Schweden, den Niederlanden und Israel.

Die enge multidisziplinäre und internationale Zusammenarbeit im Rahmen von Notox“ und den anderen Cluster-Projekten soll ein besseres Verständnis toxikologischer Langzeiteffekte ermöglichen und dazu beitragen, dass neuartige Modelle mit größerer Vorhersagekraft etabliert werden können.

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