Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Männer erhalten häufiger Urlaubsgeld als Frauen

Chancen auf Urlaubsgeld sind sehr unterschiedlich

07.06.2017

StarFlames, pixabay.com, CC0

www.lohnspiegel.de

42,6 Prozent der Beschäftigten erhalten von ihrem Arbeitgeber ein Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Für die Befragung wurden Angaben von rund 6.600 Beschäftigten aus dem Jahr 2016 ausgewertet.

Dabei zeigt sich, dass die Chancen auf Urlaubsgeld sehr unterschiedlich sind. Den größten Unterschied macht es, ob im Unternehmen ein Tarifvertrag gilt oder nicht. Beschäftigte, die in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeiten, sind klar im Vorteil: 60,4 Prozent von ihnen erhalten ein Urlaubsgeld. Bei den Beschäftigten ohne Tarifvertrag sind es hingegen lediglich 36,9 Prozent.

Durchschnittlich erhalten Männer häufiger ein Urlaubsgeld (50,7 Prozent) als Frauen (38,7 Prozent). Im Westen fällt der Anteil mit 49,0 Prozent höher aus als im Osten (33,2 Prozent). In Kleinbetrieben (unter 100 Beschäftigte) erhalten 34,4 Prozent ein Urlaubsgeld, während der Anteil in größeren Betrieben (über 500 Beschäftigte) mit 56,5 Prozent wesentlich höher ist.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch im Hinblick auf die verschiedenen Branchen, wobei oft ein Zusammenhang zum Grad der Tarifbindung besteht. Am Weitesten ist das Urlaubsgeld mit 66,2 Prozent im verarbeitenden Gewerbe verbreitet. In den Bereichen Verkehr und Lagerei, dem Baugewerbe und dem Handel erhalten etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten ein Urlaubsgeld. In den meisten Dienstleistungsbranchen erhält hingegen nur eine Minderheit der Beschäftigten Urlaubsgeld.

Die Höhe des tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldes fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 156 und 2.316 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Vergütungsgruppe in diesem Jahr als tarifliches Urlaubsgeld (ohne Berücksichtigung von Zulagen/Zuschlägen, bezogen auf die Endstufe der Urlaubsdauer). Das zeigt die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs für 22 Wirtschaftszweige (Stand: April 2017).

Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Steinkohlenbergbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie, der Papier verarbeitenden Industrie sowie in der Metallindustrie.

Im Westen ist das Urlaubsgeld vielfach höher als in Ostdeutschland. Im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Bei der Deutschen Bahn AG wird es in das Jahrestabellenentgelt eingerechnet. Im Bankgewerbe und in der Energiewirtschaft gibt es kein tarifliches Urlaubsgeld.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das tarifliche Urlaubsgeld in 12 von 22 untersuchten Branchen erhöht, und zwar zwischen 2,0 Prozent (Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie, Druckindustrie, Einzelhandel), 2,1 Prozent (Versicherungsgewerbe, Papier verarbeitende Industrie), 2,3 Prozent (Eisen- und Stahlindustrie), 2,4 Prozent (Textilindustrie Westfalen), 2,5 Prozent (Bekleidungsindustrie Bayern), 3,2 Prozent (Gebäudereinigerhandwerk Ost), 4,1 Prozent (Deutsche Bahn AG), 4.7 Prozent (Bauhauptgewerbe West), 4,9 Prozent (Metallindustrie), 5,3 Prozent (Bauhauptgewerbe Ost) und 10 Prozent (Textilindustrie Ost).

In zehn Branchen gab es keine Erhöhung (z. B. Chemieindustrie, Großhandel, Süßwarenindustrie, Landwirtschaft, Hotel- und Gaststättengewerbe). Gründe dafür: Entweder fanden im Auswertungszeitraum keine Tarifverhandlungen statt oder das Urlaubsgeld wurde als Festbetrag vereinbart, der nicht automatisch mit dem Tarifabschluss steigt.

Mehr über Hans-Böckler-Stiftung
  • News

    Frauen erhalten seltener Weihnachtsgeld

    Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird und an der sich rund 6.000 Beschäftigte betei ... mehr

    Vorstände im Dax verdienen im Mittel 57-mal so viel wie durchschnittliche Beschäftigte

    Vorstände von Dax-Unternehmen verdienen im Mittel 57-mal so viel wie die durchschnittlichen Beschäftigten in ihrer Firma. Dabei reicht die Bandbreite im Dax 30 vom 17- bis zum 141-fachen. Das zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Die Autorinnen der Untersuchung empfehlen konkret ... mehr

    Chemie und Pharma Tarifbezüge steigen 2016 um 3 Prozent

    Die Tarifabschlüsse im 1. Halbjahr 2016 liegen erneut etwas unter denen des Vorjahres, bringen aber den nach Tarif bezahlten Beschäftigten nach Abzug der Preissteigerung gleichwohl merkliche Einkommenszuwächse. Dies ergibt sich aus der aktuellen Halbjahresbilanz, die das Tarifarchiv des Wir ... mehr

  • Verbände

    Hans-Böckler-Stiftung

    Die Hans-Böckler-Stiftung ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des DGB. Sie ist in allen ihren Aufgabenfeldern der Mitbestimmung als Gestaltungsprinzip einer demokratischen Gesellschaft verpflichtet. Sie wirbt für diese Idee, unterstützt Mandatsträger in Mitbestimm ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.