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Allophan



Allophan
Chemismus x Al2O3 · y SiO2 · z H2O ; x:y=1:1
Mineralklasse Schichtsilikate (Phyllosilikate)
VIII/H.26-10 (nach Strunz)
71.1.4.1 (nach Dana)
Kristallsystem amorph
Kristallklasse
Farbe weiß, grau, bläulich, grünlich, braun
Strichfarbe weiß
Mohshärte 2 - 3
Dichte (g/cm³) 1,9
Glanz Glasglanz, Fettglanz, erdig
Transparenz durchsichtig, durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch muschelig bis uneben
Spaltbarkeit keine Spaltbarkeit
Habitus
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
 ; isotrop
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen

Allophan ist ein eher seltenes, wasserhaltiges Mineral aus der Mineralklasse der Silikate, genauer ein Schichtsilikat und bildet zusammen mit den Mineralen Hisingerit, Imogolith, Neotokit, Odinit und Sturtit die Allophangruppe.

Allophan ist neben Neotokit, Sturtit und dem bekannten Opal eines der wenigen Minerale, die keinem Kristallsystem angehören, sondern amorph erstarren.

Seine chemischen Formel ist x Al2O3 · y SiO2 · z H2O, wobei die Variablen x und y im Verhältnis 1:1 stehen. Die Molekülgruppen Aluminiumoxid, Siliziumdioxid und Wasser kommen in unterschiedlichen Gehalten vor.

Allophan bildet kleine, traubige Aggregate in den Farben weiß, grau, bläulich, grünlich und braun.

Es besitzt wegen vieler Hohlräume und dem hohen Wassergehalt eine sehr geringe Dichte (Trockenrohdichte allophanhaltiger Böden < 0,9 g/cm³). Außerdem weist es eine sehr hohe reaktive Oberfläche (~ 800 m²/g) auf, die hauptsächlich durch "Poren" in den Hohlkugeln (eigentlich defekte Stellen, welche die Hohlkugeln unterbrechen) gebildet wird. Austrocknung und Wasserverlust führen zur irreversiblen Strukturzerstörung.

Die zwei Hauptarten aluminiumreiches Allophan (Al:Si, 2:1) und siliziumreiches Allophan (Al:Si, 1:1) entstehen je nach der Verfügbarkeit der Stoffe in der Bodenlösung.

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Inhaltsverzeichnis

Bildung und Fundorte

Allophan entsteht vor allem hydrothermal in Spalten von Sedimentgesteinen. Bei der Bodenbildung entsteht es insbesondere durch die chemische Verwitterung von vulkanischen Gläsern und bildet dann sogenannte Lockerbraunerden. Ebenfalls zu finden ist Allophan in Kohle- und Erzlagerstätten.

Wichtige Fundstätten in Deutschland sind Dehr und die Rhön. Andere Fundstätten sind Moldawien, Arizona/USA, Potosí/Bolivien, Schottland und Skandinavien. Zusätzlich gibt es Vorkommen von Allophan in Braunerden aus nichtvulkanischem Material beispielsweise in den Südalpen Neuseelands (aus Feldspatverwitterung).

Geschichte

Erstmalig beschrieben wurde Allophan 1816 durch J.F.L. Hausmann und F. Stromeyer: Über Silberkupferglanz und Allophan, Göttingische Gelehrte Anzeigen 2, 1251-1253

siehe auch

Systematik der Minerale, Liste der Minerale

Literatur

  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Lehrbuch der Mineralogie (16. Aufl.), Ferdinand Enke Verlag (1978), ISBN 3-432-82986-8
  • Parfitt, R. L. (1990): Allophane in New Zealand - a review. - Aust. J. Soil Res., 28, 343-360.
  • Scheffer, F. (2002): Lehrbuch der Bodenkunde. – 15. Auflage, 593 S.; Heidelberg, Berlin.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Allophan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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