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DCMU



Strukturformel
Allgemeines
Name DCMU
Andere Namen

Diuron, 3-(3,4-Dichlorphenyl)-1,1-dimethylharnstoff

Summenformel C9H10Cl2N2O
CAS-Nummer 330-54-1
Kurzbeschreibung weißes bis graues Pulver
Eigenschaften
Molare Masse 233,10 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Dichte 1,48 g·cm−3
Schmelzpunkt 158 °C
Siedepunkt 180 °C (Zersetzung)
Dampfdruck

1,1·10−3 mPa (25 °C)

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser (42 mg/L)

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
R- und S-Sätze R: 22-40-48/22-50/53
S: (2-)13-22-23-37-46-60-61
MAK

5 mg·m−3

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

DCMU ist ein Herbizid, welches Pflanzen durch Hemmung der Photosynthese abtötet.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Es wurde 1954 von der Firma Bayer unter dem Namen Diuron als Unkrautbekämpfungsmittel eingeführt und wird zur völligen Beseitigung von Pflanzen verwendet (Totalherbizid). Es wird zum Schutz von Holz und Mauerwerk und als Beschichtungsmittel eingesetzt. DCMU ist in kristalliner Form erhältlich und schwer wasserlöslich. Die Aufnahme von DCMU ist schädlich für den Menschen.

Wirkungsweise

DCMU blockiert den Elektronentransfer zwischen Photosystem II (P680) und Photosystem I (P700). Damit wird die zyklische Phosphorylierung unterbunden, die auf dem Transport von Elektronen durch die Elektronentransportkette von Photosystem II zu Photosystem I beruht. Somit wird auch kein Sauerstoff freigesetzt, da die Elektronen, die bei der Photolyse von Wasser entstehen, nicht abtransportiert werden.

Nach Zugabe alternativer Elektronenakzeptoren kann die Sauerstoffentwicklung wieder anlaufen, während die Photophosphorylierung weiterhin gestört bleibt.

Kritik an DCMU

DCMU ist als stark gewässergefährdend (R-Satz: 50) eingestuft. Bis zum Verbot dieser Anwendung im Jahre 1997 wurde es von der Deutschen Bahn benutzt, um Gleisanlagen pflanzenfrei zu halten. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) plante bereits 2002 in seinem Entwurf zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung eine noch weitergehende Anwendungsbeschränkung. Eine Untersuchung des Instituts Fresenius hingegen hält es nur unter ungünstigen Bedingungen für möglich, dass DCMU ins Grundwasser gelangen kann.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel DCMU aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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