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Dichtegradientenzentrifugation



Die Dichtegradientenzentrifugation gehört zu den physikalischen Trennverfahren. Verschiedene gelöste Makromoleküle werden in einer Ultrazentrifuge anhand ihrer Bewegungsgeschwindigkeit (s.a. Sedimentationsgeschwindigkeit) unter dem Einfluss starker Zentrifugalkräfte sortiert.

Dabei hängt die Bewegungsgeschwindigkeit ab von

Die zu untersuchende Probe wird auf die Oberfläche des Zentrifugenröhrchens gegeben. Während der mehrstündigen Trennung sedimentieren die Moleküle mit unterschiedlicher Geschwindigkeit im Lösungsmittel, und zwar solange die Dichte der Probe größer ist als die Dichte des Lösungsmittels und um so schneller, je größer der Dichteunterschied ist. Bricht man die Zentrifugation zu einem geeigneten Zeitpunkt ab, erhält man unterschiedliche Banden der Bestandteile der Probe.

Für ein trennscharfes Ergebnis müssen die einzelnen Banden gegen eine Vermischung durch Konvektion geschützt werden. Dies wird erreicht, indem das Zentrifugenglas mit einem schwach ansteigenden Gradienten einer Salzlösung gefüllt wird. Dabei liegt die höchste Dichte am Boden des Zentrifugenglases und jeder Bereich hat eine größere Dichte als der unmittelbar darüber liegende Bereich.

In einem solchen System stellt sich für jede Molekülsorte ein Gleichgewicht von Sedimentation und Diffusion ein und man kann sie an einer definierten Stelle des Zentrifugenglases entnehmen.

Für jede Molekülsorte kann eine Sedimentationskonstante K bestimmt werden. Sie ist als Quotient von Sedimentationsgeschwindigkeit und Zentrifugalbeschleunigung definiert und wird als Svedberg-Einheit (S) angegeben.

Biologie, Medizin

In beiden Disziplinen wird ein ähnliches Verfahren benutzt, um verschiedene Zelltypen bzw. die Bestandteile aufgebrochener Zellen aufgrund ihrer Schwebedichte zu trennen. Man arbeitet hier mit steilen Gradienten von Rohrzucker (Saccharose) bzw. Cäsiumchlorid. Als weitere Trennlösungen kommen synthetische Polymere aus Saccharose (Ficoll) oder Kieselgel (Percoll) zum Einsatz.

 
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