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Diquatdibromid



Strukturformel
Allgemeines
Name Diquatdibromid
Andere Namen
  • 6,7-Dihydrodipyrido[1,2-a:2',1'-c] pyraziniumdibromid (IUPAC-Name)
  • Ortho-Quat
  • 1,1'-Ethylene-2,2'bipyridyldiyliumdibromid
Summenformel C12H12Br2N2
CAS-Nummer 85-00-7 (Diquat-Ion: 2764-72-9, Diquatbromidmonohydrat: 6385-62-2)
Kurzbeschreibung farbloses bis gelbliches, geruchloses, brennbares Pulver
Eigenschaften
Molare Masse 344,05 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 1,22 - 1,27 g/cm3[1]
Schmelzpunkt 325 °C (Zersetzung)[1]
Siedepunkt -
Dampfdruck

praktisch 0 bei 20 °C[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser (718 g/l), unlöslich in unpolaren Lösungsmitteln wie Chloroform und Diethylether, löslich in Alkohol[2]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
[1]
R- und S-Sätze R: 22-26-36/37/38-48/25-50/53[1]
S: (1/2-)28-36/37/39-45-60-61[1]
LD50

230-440 mg/kg oral Ratte[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Diquatdibromid ist eine heterocyclische, organisch-chemische Verbindung aus der Klasse der Dipyridiniumverbindungen (Bipyridyle), die als schnell wirkendes Kontaktherbizid eingesetzt wird. Es ist ein farbloses bis gelbliches Pulver.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Diquatdibromid wird seit den 50er Jahren[4] als Kontaktherbizid gegen Unkräuter eingesetzt und wirkt durch Hemmung der Photosynthese[5]. Es eignet sich jedoch besonders zur Abtötung von Kartoffelkraut vor der Ernte (Sikkationsmittel). Die Anwendung der Verbindung ist jedoch in Deutschland auf wenige Fälle eingeschränkt (Kartoffeln, Hopfen). Eine Anwendung in Naturschutzgebieten und Nationalparks ist verboten (der Stoff wird als besonders gefährlich für Bienen[6] und Wasserorganismen[7] angesehen).

Sicherheitshinweise

Diquatdibromid ist hochgiftig[8].

Siehe auch

  • Paraquat (gleiche Substanzklasse)
  • Diquatdichlorid, CAS: 94021-76-8

Quellen

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 85-00-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 25.09.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. Datenblatt bei Extension Toxicology Network (englisch)
  3. Webseite zu Dipyridinium-Herbiziden
  4. Vorlesungsscript über Umweltchemikalien
  5. Dissertation zu Herbiziden
  6. Studie zum Chemikalieneinsatz in der Aquakultur
  7. RL Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln
  8. Giftigkeitsbeschreibung
 
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