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Heyden-Gold



Unter den Namen Heyden-Gold und Heyden-Silber bot die Chemischen Fabrik von Heyden Radebeul bei Dresden (s. heute Arzneimittelwerk Dresden bzw. Hexal) in den 20er Jahren dünne Metallfolien als billigeres Substitut für Blattgold bzw. -silber an. Die Folie bestand aus nicht oxydierender Bronze im Unterschied zu anderen meist aus Messing hergestellten ähnlichen Materialien.

Verwendung fand es z. B. bei der Beschriftung bzw. ornamentalen Gestaltung von Schaufenstern oder Glasschildern zu Reklamezwecken. Die etwas mattere Oberfläche des Materials wurde als Vorteil gegenüber echtem Blattgold angesehen, bei dem mittels Ätzung erst dessen Hochglanz kompensiert wurde, der die Sichtbarkeit auf den Reklameflächen beeinträchtigte.

Verarbeitung

Zunächst wurde die Glasplatte mit der Folie, diese dann mit einer Schicht Stanniol zum mechanischen Schutz beklebt. Noch vor der vollständigen Trocknung wurden Buchstaben und gestalterische Elemente spiegelverkehrt aufgezeichnet und die beiden Folien mit einem scharfen Messer bis auf das Glas durchschnitten. Die überschüssige Folie konnte nun entfernt und das verbleibende Material angepreßt und mit einer Farbe überstrichen wurde.

Die Folie wurde in Rollen von 10, 20 und 50 Metern Länge und einer Breite bis zu 60 Zentimetern angeboten. Der Preis betrug pro Quadratmeter bei einer Mindestabnahme von 5 Quadratmetern ca. 3,50 Reichsmark. Zeitgenössische unverarbeitete Materialproben weisen bis heute kaum sichtbare Oxydationsspuren auf.

Siehe auch

Literatur

  • C. Beinroth: Verfahren zur Herstellung eines brauchbaren Ersatzes für Gold- und Silberschrift usw. hinter Glas auf einfache und billige Weise. Radebeul bei Dresden: Chemische Fabrik von Heyden, 1927.
 
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