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Homocystinurie



Die Homocystinurie ist eine relativ seltene angeborene Störung des Aminosäurestoffwechsels. Häufigste Ursache ist ein autosomal rezessiv vererbter Defekt der Zystathionin-Synthetase. Fällt dieses Enzym aus ist der Syntheseweg von Cystein aus Methionin unterbrochen, was zur Anhäufung von Homocystein im Blutplasma und im Urin führt.

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Symptome

Eine erhöhte Homocysteinkonzentration im Blut schädigt die Blutgefäße. Durch Anlagerung an kollagene Fasern entsteht eine Thromboseneigung, die bereits im Kindesalter zu Herzinfarkten führen kann. Des Weiteren gehört zum Symptomtrias bei Homocystinurie eine Linsenektropie und typische Skelettveränderungen, die an das Marfan-Syndrom erinnern. Dazu zählen Arachnodaktylie (=Spinnenfinger), Langgliedrigkeit und gelegentlich auch Wirbelsäulenveränderungen in Form einer Kyphoskoliose. Ein Teil der Patienten weisen zudem Intelligenzdefizite auf.

Diagnose

Neben den klinischen Symptomen stehen zur Sicherung der Diagnose verschiedene Laborverfahren zur Verfügung. Durch chromatographische Verfahren kann die Urinkonzentration von Homocystin festgestellt werden. Erste Hinweise auf die Erhöhung dieses Parameters liefert oft der Zyanid-Nitroprussid-Test. Der direkte Nachweis des Enzymdefekts gelingt durch die Kultivierung von Fibroblasten oder Amnionzellen (pränatale Diagnostik). Ein weiteres Verfahren der Früherkennung dieser Krankheit ist die Bestimmung der Konzentration von Methionin im Blut, das ebenfalls wie Homocystein durch den blockierten Stoffwechselweg aufgestaut wird und dementsprechend ansteigt.

Therapie

Die Therapie dieser Erkrankung besteht in der Umgehung der Stoffwechselblockade durch eine methioninarme und cystinreiche Diät. Zur Thromboseprophylaxe werden Medikamente zur Blutverdünnung wie ASS eingesetzt. Bei geringer Aktivitätsminderung des defekten Enzyms kann eine Substitutionstherapie mit Pyridoxin (=Vitamin B6) - dem Kofaktor der Zystathionin-Synthetase - hilfreich sein. Die Prognose ist bei früher Diagnose und konsequenter Therapie insgesamt günstig.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Homocystinurie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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