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JP-8



JP-8, oder JP8 (für „Jet Propellant“ etwa Düsentreibstoff) ist ein Treibstoff für Düsenflugzeuge, dessen Standard 1990 durch die US-Regierung festgelegt wurde. Der Treibstoff basiert auf Kerosin. Er ist ein Ersatz für den Treibstoff JP-4, der in der US-Luftwaffe bis etwa Herbst 1996 genutzt wurde.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

JP-8 wurde entwickelt, um einen schwerer entflammbaren und somit weniger gefährlichen Treibstoff zu haben und dadurch die Sicherheit im alltäglichen Umgang und die Überlebensfähigkeit der Truppen in Feld zu erhöhen. Es ist geplant, JP-8 bis etwa 2025 zu nutzen. Der Treibstoff wurde auf einigen NATO-Basen bereits 1978 genutzt.

Sein NATO-Code lautet F-34. Die Spezifikationen sind beispielsweise in der Militärnorm MIL-DTL-83133 und British Defence Standard 91-87 festgelegt.

JP-8 enthält Zusatzstoffe wie unter anderem Frostschutzmittel, Korrosionsschutzmittel, Schmiermittel und antistatische Stoffe.

Zivile Luftfahrtgesellschaften nutzen einen ähnlichen Treibstoff unter der Bezeichnung Jet-A1.

Die US-Marine nutzt einen ähnlichen Treibstoff, den JP-5. JP-5 hat einen noch höheren Flammpunkt als JP-8, wird aber wegen seiner deutlich höheren Beschaffungskosten in der Regel nur auf Flugzeugträgern, wo der Sicherheitsaspekt höher wiegt als die Kosten, eingesetzt.

Zusätzlich zur Betankung von Flugzeugen wird JP-8 auch zum Betrieb von Heizgeräten oder Öfen, Panzern oder anderen Millitärfahrzeugen eingesetzt.

JP-8 soll weniger Benzol (krebserregend) und weniger Hexan (ein Nervengift) enthalten als JP-4. Dafür riecht der Treibstoff aber stärker als JP-4 und verhält sich wesentlich öliger als der recht dünnflüssige JP-4. Arbeiter, die mit JP-8 in Kontakt kommen, berichten davon, dass sie noch Stunden nach Abschluss der Arbeiten JP-8 riechen und schmecken können. Da JP-8 wegen des hohen Flammpunktes weniger schnell verdunstet, bleiben verunreinigte Flächen länger 'nass', und die Wahrscheinlichkeit für einen direkten Kontakt mit dem Treibstoff steigt.

JP-8+100 ist eine Version von JP-8 mit weiteren Zusatzstoffen, die seine thermische Stabilität um 100 °F (56 Kelvin) erhöhen sollen. Der Zusatz besteht unter anderem aus Tensiden, Metallinhibitoren und Antioxidantien. Die Version ist seit 1994 in Gebrauch. Die Zusätze reduzieren Verschlackung und Verschmutzung in Triebswerks- Einspritzsystemen. In der zivilen Luftfahrt wird diese Variante beispielsweise in Boeing-Flugzeugen der KLM und in Polizeihubschraubern in Tampa, Florida eingesetzt. [1]

JP-8 wird auch in der Amundsen-Scott-Südpolstation zur Erzeugung von Wärme und Elektrizität und zum Schmelzen von Eis zur Trinkwassergewinnung genutzt.[2] Er wurde dort eingesetzt, da er einer der wenigen Treibstoffe ist, der bei den dortigen Umgebungsbedingungen nicht ausflockt oder geliert.

In letzter Zeit taucht vermehrt Kritik an diesem Universalkraftstoff auf, da vermutet wird, dass einige der Zusatzstoffe, die für sich genommen schon gesundheitsschädlich sind, durch die Verwendung teils unabgebaut in die Umwelt entweichen und Schädigungen verursachen könnten. Beispielsweise wird vermutet, dass der Anstieg von Perfluroierten Tensiden (PFT) in Oberflächengewässern unter anderem auch auf Flugtreibstoffe wie JP-8 zurückzuführen ist.

Weiterführendes

Einzelreferenzen

  1. http://members.aol.com/afp1fire/fuels.htm
  2. http://quest.nasa.gov/antarctica/background/NSF/sp-stay.html
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel JP-8 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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