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Kohäsion (Bodenmechanik)



Unter Kohäsion, auch Haftfestigkeit versteht die Bodenmechanik die zusammenhaltenden Kräfte in bindigen Böden. Sie ist nur bei Böden merklich, die sehr kleine Körner enthalten, wie z. B. Ton und Schluff. Die Kohäsion sorgt im Boden oder im feinkörnigen Lockergestein für den inneren Zusammenhalt der einzelnen Teilchen untereinander.

Die Kohäsion hat meist das Zeichen c und die physikalische Einheit einer Spannung; sie ist eine Schubspannung. Sie ist ein Sonderfall der Scherfestigkeit.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Schergerade

Die Kohäsion eines Bodens kann im Labor im Scherversuch mit Versuchsgeräten festgestellt werden. Die Bodenprobe wird (z. B. im Dreiaxialgerät oder Triaxialgerät) vertikal und horizontal bis zum Bruch belastet. Dabei ermittelt man mit Hilfe der Mohrschen Spannungskreise die Parameter der Schergeraden des zweidimensionalen Spannungszustandes. Im Spannungsdiagramm wird die Vertikalspannung auf der horizontalen x-Achse aufgetragen und die Schubspannung auf der vertikalen y-Achse. Die Schergerade ist gekennzeichnet durch ihre Steigung (das ist der Reibungswinkel) und durch den Abstand, in dem sie die vertikale Achse schneidet. Dieser Abstand ist die Kohäsion.

Coulombsche Bruchbedingung

Ein Boden, der sich in einem Spannungszustand unterhalb der Schergeraden befindet, hält der Belastung stand. Oberhalb der Schergeraden versagt er. Je höher die Kohäsion und/oder der Reibungswinkel, desto höher ist die Belastbarkeit.

Ausführlicher siehe Winkel der inneren Reibung (Reibungswinkel, Schüttwinkel, Böschungswinkel)

Anwendungen

Gleitsicherheitsnachweis

Die Kohäsion wird zusammen mit dem Reibungswinkel (Winkel der inneren Reibung) gebraucht, um den Widerstand eines Bauwerkes gegen horizontales Verschieben zu berechnen (z. B. bei Fundamenten, (Winkel-)stützmauern, Talsperren). Diesen Nachweis nennt man Gleitsicherheitsnachweis oder auch Scherfestigkeitsnachweis.

Böschungen

Kohäsion und Reibungswinkel sind dafür verantwortlich, in welchem Winkel eine Böschung aus Bodenmaterial angelegt werden kann, ohne zusammenzubrechen.

Auch beim Nachweis einer Böschung gegen Böschungsbruch ist die Kohäsion neben dem Reibungswinkel und der Wichte des Bodens ein wichtiger Parameter.

Scheinbare Kohäsion

Feuchter Sand hat eine scheinbare Kohäsion. Er wird durch Kapillarkräfte zwischen den Sandkörnern zusammengehalten. Sobald die Sandkörner oberflächentrocken sind, besitzt der Sand keine kohäsiven Eigenschaften mehr, sondern wird nur noch durch Reibungskräfte zusammengehalten. Er kann dadurch keine so steile Böschung mehr bilden. („Sandburg-Effekt“)

Siehe auch

  • Geotechnik, Ingenieurgeologie, Setzung
  • Bodenklasse, Korngröße, Porosität, Frostgare
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kohäsion_(Bodenmechanik) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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