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Kollodiumwolle



Kollodiumwolle (Dinitrocellulose, Colloxylinum) ist nitrierte Cellulose, die man z. B. durch Einwirkung von Salpeter- und Schwefelsäure auf Baumwolle erhält. Sie findet als Kollodium Verwendung in der Medizin als Verschlussmittel für kleinere Wunden und in der Farben- und fotografischen Industrie. Zudem wird sie bei der Herstellung von Sprenggelatine und Klebstoffen verwendet. Die Tatsache, daß bei ihrer schnellen, nicht zu heißen, aber weithin sichtbaren Verbrennung nahezu keine Asche entsteht, macht sie außerdem bei Bühnenproduktionen beliebt, wo sie für pyrotechnische Effekte (oft in unmittelbarer Nähe zu den Darstellern) als "Pyrowatte" Verwendung findet.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Kollodiumwolle fühlt sich in etwa an wie Baumwolle und Zellwolle, ist aber etwas härter. Wird sie angezündet verbrennt sie mit gelber Flamme. In trockenem Zustand kann sie durch Stoßen und/oder Schlagen zum Explodieren gebracht werden.

Löslich ist Kollodiumwolle in: Aceton, konzentrierter Essigsäure, Mischungen aus Äther und Alkohol. Sie löst sich aber nicht in Wasser.

Identitätsprüfung: 1g Kollodiumwolle muss sich in einer 25 ml Lösung aus 3 Teilen Äther und einem Teil Alkohol ohne Rückstände lösen.

Reinheitsprüfungen:

  • auf freie Säuren: 1g Kollodiumwolle wird mit 20 ml Wasser 10 Minuten lang verschüttelt. Danach wird das Wasser filtriert und mit Lackmus versetzt, wobei dieser neutral reagieren muss.
  • auf wasserlösliche Stoffe: 10 ml werden von der vorherigen Lösung (filtriertes Wasser von der Reinheitsprüfung auf freie Säuren) eingedampft. Dabei dürfen sich höchstens 1,5 g Rückstand bilden.
  • Trocknungsverlust: Die Kollodiumwolle wird bei 61 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Der Gewichtsverlust soll zwischen 23 und 28 % liegen. Den erhaltenen Rückstand kann man gefahrlos beseitigen, indem man ihn mit Aceton und einer alkoholischen Kaliumhydroxydlösung einige Stunden lang auflöst.
  • Verbrennungsrückstand: Die Kollodiumwolle (0,2 g) wird in einen vorher ausgebrannten und abgewogenen Porzellantigel gegeben. Dieser wird in ein kaltes Wasserbad gestellt. Die Kollodiumwolle wird mit Alkohol durchfeuchtet, vorsichtig angezündet und verascht. Der Rückstand darf höchstens 0,5% des Gewichts der Kollodiumwolle betragen (also 0,001 g).

Literatur

  • Österreichisches Arzneibuch, Amtliche Ausgabe 2005, Verlag Österreich
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kollodiumwolle aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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