Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Omega-3-Fettsäure



Omega-3-Fettsäuren sind eine spezielle Gruppe innerhalb der ungesättigten Fettsäuren. Sie gehören zu den essentiellen Fettsäuren, sind also lebensnotwendig und können vom Körper nicht selber hergestellt werden. Die Bezeichnung stammt aus der alten Nomenklatur der Fettsäuren. Bevor man sie als solche identifizierte, wurden sie gemeinschaftlich als "Vitamin F" bezeichnet.   "Omega-3" bedeutet, dass die letzte Doppelbindung in der meist mehrfach ungesättigten Kohlenstoffkette der Fettsäure bei der - von dem Carboxyl- Ende aus gesehen - drittletzten C-C-Bindung vorliegt. Omega (ω) ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und bezeichnet das von der Carboxylgruppe entfernte Ende der Fettsäurekette.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Omega-3-Fettsäuregehalte verschiedener Pflanzenöle:

  • alpha-Linolensäure kommt in allen photosynthetisch aktiven Geweben - also in Pflanzenblättern - vor.
  • Chia, Chiaöl (Salvia hispanica) - bis ca. 64 Gew.-%
  • Leinsamen, Leinöl (Linum usitatissimum) - bis über 50 Gew.-%
  • Hanföl - ca. 17-29 Gew.-% (Alpha-Linolensäure 15 - 25 g pro 100g)
  • Walnussöl - ca. 13 Gew.-%
  • Rapsöl - ca. 9 Gew.-%
  • Sojaöl - ca. 8 Gew.-%
  • diverse Algen, Moose, Farne in unterschiedlichen Gehalten.

Omega-3-Fettsäuregehalte verschiedener Fettfische und Robben:

  • Atlantischer Lachs, gezüchtet, gegart, geräuchert - 1,8 Gew.-%
  • Sardellen - Europa, eingelegt in Öl oder Salz - 1,7 Gew.-%
  • Sardine - Pazifik, eingelegt in Tomatensoße oder Salz, mit Gräten - 1,4 Gew.-%
  • Atlantischer Hering, in Essig eingelegt - 1,2 Gew.-%
  • Makrele - Atlantik, gekocht, geräuchert - 1 Gew.-%
  • Weißer Thunfisch - eingelegt in Wasser oder Salz - 0,7 Gew.-%

Beispiele

Bekannte Omega-3-Fettsäuren sind:

Bedeutung als Nahrungsmittel

Für den Menschen ist die Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure lebensnotwendig (essenziell). Der Körper kann sie selbst nicht bilden, weshalb sie regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Die weiteren (langkettigen) Omega-3-Fettsäuren kann der Körper dann mit eigenen Enzymen aus der alpha-Linolensäure herstellen. Es gibt Darstellungen in der Fachliteratur, nach denen die Synthese der langkettigen Fettsäuren im Alter oder durch verschiedene Einflüsse möglicherweise "nicht ausreichend" wäre. Dies ist von Bedeutung, da diesen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Zum Beispiel besteht das Gehirn zu 0,5 Gewichtsprozenten aus reiner Docosahexaensäure.

Bedeutung langkettiger Omega-3-Fettsäuren ("Fischöl")

Besonders Seefische wie Makrele, Sardine, Sardelle oder Thunfisch liefern die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Gemäß der Ernährungstradition zählen in vielen südeuropäischen Ländern diese Fische zu einer abwechslungsreichen Speiseplangestaltung.

Bislang wurde auch eine gesundheitsschützende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren in vielen epidemiologischen Studien belegt. Sie wirken vor allem antithrombotisch und können Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen, da folgende Wirkungen im Einzelnen nachgewiesen wurden:

  • Senkung des Gehalts an Blutfetten (Triglyceriden) und damit eine Vorbeugung der "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose)
  • Senkung des Blutdrucks
  • Verminderung des Risiko für den plötzlichen Herztod (antiarrhythmische Effekte) Quelle: Sinclair et al., 2002 [1]
  • Steigerung der Wirksamkeit weißer Blutkörperchen (Leukozyten) auf Entzündungsreaktionen
  • Risikosenkung einer möglichen Erkrankung an Alzheimer
  • positive Wirkung auf die Entwicklung des Zentralnervensystems und der Retina beim Säugling und Kleinkind. Quelle: Sinclair et al., 2002 [2]
  • Behandlung von Depressionen
  • Behandlung bei Bipolare Störung

[3][4]

Täglicher Bedarf

0,5 bis 1,0g Omega-3-Fettsäuren pro Tag (1g Omega-3-Fettsäure = ca. 3g Fischöl) Fischöl enthält in der Regel etwa 30 bis 35% Omega-3-Fettsäuren

erhöhter Bedarf

  • Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum, Alter

Mangelsymptome

  • Allgemein: Verhaltensstörung, Depression, Alterssenilität, Muskelschwäche
  • Auge: Entzündungen, Sehstörungen, Trockenheit
  • Haut: trocken, schuppig, Ekzeme
  • Immunsystem: Entzündungsreaktion, Infektanfälligkeit
  • Kinder / Heranwachsende: Lern-, Konzentrations-, Verhaltens-, Wachstumsstörungen


Im März 2006 haben Wissenschaftler eine Metastudie veröffentlicht und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass wesentliche, bislang als heilsam behauptete Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren sich nicht zweifelsfrei nachweisen lassen.[5] Allerdings wird diese Interpretation der nachträglichen Datenauswertung von anderen Wissenschaftlern teilweise angezweifelt.

Beachtenswert ist, dass Omega-3-Nahrungszusätze industriell hergestellt und in großen Mengen verkauft werden. Wissenschaftliche Angriffe auf den etablierten "gesunden" Ruf der Omega-3-Fettsäuren werden von den entsprechenden Interessenverbänden deshalb vehement abgelehnt[6], [7].

Siehe auch

Quellen

  1. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=AbstractPlus&list_uids=12617463&query_hl=4&itool=pubmed_docsum
  2. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=AbstractPlus&list_uids=12617463&query_hl=4&itool=pubmed_docsum
  3. David Servan-Schreiber, Inge Leipold, Ursel Schäfer Die Neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression:Gesund werden ohne Medikamente Verlag: Goldmann (Februar 2006) ISBN 3442153530 ISBN 978-3442153534 Seite 155 bis 179
  4. Stoll,A.L. u.a. in:(2001) The Omega-3-Connection. The groundbreaking omega-3-antidepression diet and brain programm, (2002)Omega-e-fatty acids in mood disorders/Natural Medications for Psychiatric Disorders, (1999) Omega-3-fatty acids in bipolar disorder, zitiert in Servan/Leipold/Schäfer Die neue Medizin der Emotion
  5. http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/abstract/332/7544/752
  6. http://www.ak-omega-3.de/presse/fachmedien/meldung_37/
  7. http://www.ak-omega-3.de/presse/fachmedien/meldung_38/

Literatur

  • A. Hahn, A. Ströhl: Omega-3-Fettsäuren. In: Chemie in Unserer Zeit. 38, 2004, S. 310-318.
  • David Servan-Schreiber (Hrsg.): Kapitel 9: Die Revolution der Omega-3-Fettsäuren. In: Die neue Medizin der Emotionen. 10. Auflage. ISBN 3-88897-353-8, S. 155-178 (Behandelt Omega-3-Fettsäuren, insbesondere die Anwendung bei Depressionen).
  • Andrew L. Stoll: The Omega-3 Connection: The Groundbreaking Antidepression Diet and Brain Program. ISBN 0-68487139-4.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Omega-3-Fettsäure aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.