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Painit



Painit
bräunlich-violetter Painit-Kristall
aus der Kollektion des California Institute of Technology
Chemismus CaZrAl9[O15|BO3]
Mineralklasse Inselborate
V/G.5-40 (nach Strunz)
7.5.2.1 (nach Dana)
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse hexagonal-dipyramidal 6 / m
Farbe rot, orangerot, bräunlich
Strichfarbe weiß
Mohshärte 8
Dichte (g/cm³) 4
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig
Bruch
Spaltbarkeit keine
Habitus hexagonale, prismatische Kristalle
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl ω=1,816 ε=1,788
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,028 ; einachsig negativ
Pleochroismus starker Dichroismus; rot-braunorange
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen

Painit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse Carbonate, Nitrate und Borate und der Abteilung der Inselborate. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung CaZrAl9[O15|BO3] und entwickelt sechseckige, prismatische bis nadelige Kristalle in roter, orangeroter oder bräunlicher Farbe. Farbgebende Fremdbeimengungen sind Chrom, Vanadium und Eisen.

Painit wird aufgrund seiner extremen Seltenheit, sowie guten physikalischen Eigenschaften teilweise zu wertvollen Schmucksteinen verarbeitet oder aufgrund der hohen Nachfrage bei den Mineraliensammlen speziell zu Sammelzwecken abgebaut und als Rohstücke exportiert. Weitere Verwendungszwecke bestehen nicht.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Besondere Eigenschaften

Die Farben der Painitkristalle reichen von braun (manchmal stark grünstichig) über rotbraun nach rot (In allen Helligkeiten von klar bis fast schwarz). Einige Stücke sind auch hell violett bis pink. Einige Stücke, insbesondere die Strahligen Aggregate, zeigen deutliche Zonierung. Painit ist stark dichroitisch. Über Zwillinge von Painit wurde bislang noch nichts eindeutig publiziert, auch wenn schon einige Stücke mit regelmäßigen Verwachsungen beobachtet worden sind. Unter anderem ein Exemplar mit rechtwinklig verwachsenen Kristallen. Hier gilt es allerdings noch abzuwarten ob es tatsächlich Zwillinge sind.

Ein Teil der Painite (Anteil bislang unbekannt) weist einen Farbwechsel von braun im Tageslicht zu rotbraun im Glühbirnenlicht auf. Dieser schon sehr gut erkennbare Farbwechsel ist bislang von der bislang einzigen untersuchenden Stelle als zu gering eingestuft worden, um anerkannt zu werden. Dies ist aber unverständlich, da diese Stücke bei Tageslicht (Sonne) ein klares schwach grünliches braun und in Lampenlicht ein klares rosa ohne braune Stellen zeigen (Limoniteinschlüsse sind störend, klare Stücke sind für Beobachtung notwendig). Der Farbumschlag ist vollkommen und einfach zu erkennen.

Etymologie und Geschichte

Benannt wurde Painit nach seinem Erstbeschreiber Arthur Charles Davy (-1971), einem britischen Mineralogen und Gemmologen.

Bildung und Fundorte

Das Mineral wurde in den frühen 1950er Jahren in Burma entdeckt. Vor 2001 waren nur 3 Kristalle mit einem Gewicht von weniger als 3,5 Gramm zusammen bekannt. Zwischen 2001 und 2004 wurden weniger als 15 weitere Exemplare gefunden. Im Jahr 2005 fand man endlich eine der primären Lagerstätten in Ongaing und später auch die reichere Lagerstätte in Wetloo. Inzwischen sind mehrere tausend Exemplare mit einem Einzelgewicht von bis zu über 500 Gramm gefunden worden. Die meisten Stücke sind rissig oder von Limonit bzw. Rubin durchsetzt worden. Stücke mit Endflächen oder klare schleifbare Exemplare sind immer noch sehr selten.

Meist sind es Stücke aus der stark verwitterten oberflächennahen Schicht. Die Stücke sind dann oft von Limonit durchsetzt. Painit selbst ist zwar äußerst witterungsbeständig, aber die Risse füllen sich schnell mit dem braunen Mineral. Weiterhin sind viele Painite mit Rubin vergesellschaftet, oder gar aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung (Painit hat einen sehr hohen Aluminiumoxidanteil) in Rubin umgewandelt.

Siehe auch

Literatur

  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Painit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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