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Paradichlorbenzol



Strukturformel
Allgemeines
Name Paradichlorbenzol
Andere Namen
  • 1,4-Dichlorbenzen
  • 1,4-Dichlorbenzol
  • p-Dichlorbenzol
Summenformel C6H4Cl2
CAS-Nummer 106-46-7
Kurzbeschreibung weißes Pulver
Eigenschaften
Molare Masse 147,00 g·mol–1
Aggregatzustand fest
Dichte 1,46 g·cm–3[1]
Schmelzpunkt 53 °C[1]
Siedepunkt 174 °C[1]
Dampfdruck

170 Pa (20 °C)[1]

Löslichkeit

49 mg/l in Wasser (20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
R- und S-Sätze R: 36-40-50/53
S: (2-)36/37-46-60-61
LD50

2.950 mg/kg (Maus, oral), 500 mg/kg (Ratte, oral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Paradichlorbenzol (PDCB) auch 1,4-Dichlorbenzol genannt, ist eine chemische Verbindung, die bei der Produktion von Monochlorbenzol entsteht. Der Stoff befindet sich heute weltweit in der Luft und im Wasser und ist biologisch schwer abbaubar. Es ist ein Feststoff mit starkem Geruch.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Verwendung

Für die halogenierte Benzolverbindung PDCB, die als Nebenprodukt anfällt, wurden in der Vergangenheit einige sehr umstrittene Einsatzgebiete gefunden. In vielen WC-Steinen wurde der Stoff mittlerweile durch alternative Stoffe wie Natriumalkylbenzolsulfonat oder Natriumcarbonat ersetzt. In Steinen für Urinale in der Gastronomie wird es aber heute noch verwendet da er stark, entfernt himbeerartig, riecht. Die Substanz hat jedoch keine keimtötende Wirkung. Daher wäre bei Urinalanlagen Geruchsneutralisation mit gewissen Cyclodextrinen oder Terpen per Verdunster oder Zerstäuber, eine biologisch vertretbare und effektivere Lösung als mit PDCB. Auch in Mottenkugeln und Pestiziden sowie in der Sarghygiene findet PDCB noch Verwendung.

Gefahren

Paradichlorbenzol ist ein in der Umwelt schlecht abbaubarer Stoff. Er ist sehr giftig für Wasserorganismen und kann daher längerfristig schädliche Wirkungen haben. Im tierischen Organismus wirkt PDCB schädlich indem er vorzugsweise Leber, Nieren und Lungen angreift. Es reizt auch Haut und Augen. In neueren Untersuchungen erwies sich Paradichlorbenzol als krebserregend (karzinogen/kanzerogen).

PDCB depolarisiert die Nervenzellen und induziert so eine Übererregbarkeit, die vergleichbar mit Organochlorinsektiziden ist.[2]

Quellenangaben

  1. a b c d e Eintrag zu Paradichlorbenzol in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 13.12.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Erdölderivate - Wiederkäuer, abgerufen am 4. Juli 2007
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Paradichlorbenzol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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