Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Rituximab



Steckbrief
Name (INN) Rituximab
Wirkungsgruppe

monoklonaler Antikörper, Zytostatikum

Handelsnamen

MabThera®, Rituxan®

Klassifikation
ATC-Code XC02
CAS-Nummer 174722-31-7
Verschreibungspflichtig: JA


Fachinformation (Rituximab)
Chemische Eigenschaften
Keine Strukturformel vorhanden
IUPAC-Name: –
Summenformel C6416H9874N1688O1987S44
Molare Masse 143859,7 g/mol

Rituximab (Handelsnamen MabThera®, Rituxan®) ist ein Arzneistoff, der vorwiegend in der Behandlung von Lymphknotenkrebs eingesetzt wird. In Studien wird außerdem die Wirksamkeit von Rituximab bei anderen Erkrankungen, etwa Autoimmunerkrankungen, geprüft. Rituximab war einer der ersten Wirkstoffe einer neuen Generation von Medikamenten in der Immuntherapie und gilt daher als Vorreiter der gezielten Krebstherapie: Bei Rituximab handelt es sich - vereinfacht ausgedrückt - um ein Eiweiß, das gezielt Krebszellen angreift und vernichtet. Genauer betrachtet ist Rituximab ein biotechnologisch hergestellter chimärer monoklonaler Antikörper. Der variable Teil des Antikörpers richtet sich gegen das Oberflächenmolekül CD20, welches sich zum Beispiel bei einem Teil der Non-Hodgkin-Lymphome nachweisen lässt.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Rituximab gehört heutzutage zur Standardtherapie in der Behandlung von aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen, meist in Kombination mit einer konventionellen Chemotherapie (beispielsweise CHOP). Der Einsatz von Rituximab ist jedoch nur sinnvoll, wenn die Krebszellen sich durch das Oberflächenmolekül CD20 auszeichnen; daher muss vor der Behandlung mit Rituximab das Tumorgewebe entsprechend getestet werden.
Neben der Behandlung von Krebs wird Rituximab zunehmend bei Autoimmunerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder der idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP)[1] eingesetzt. Bei der rheumatoiden Arthritis wird Rituximab derzeit nach Versagen von Basismedikamenten und TNF-Alpha-Hemmern angewandt. Hier kann mit zwei Infusionen innerhalb von 14 Tagen eine signifikante Verbesserung der Symptome über einen Zeitraum von bis zu über einem Jahr erreicht werden.
Rituximab ist das wichtigste Medikament bei der Behandlung von transplantationsassoziierten Lymphomen (PTLD), die häufig CD20-positiv sind.

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)

Während der Behandlung mit Rituximab kommt es bei bis zu 50 % der Patienten zu teils starken Nebenwirkungen mit Fieber, Schüttelfrost, Atembeschwerden und Hautausschlägen. Die Beschwerden werden vermutlich verursacht durch den massiven Zerfall der Krebszellen, wodurch eine Vielzahl von Zytokinen freigesetzt wird. Man bezeichnet dieses Syndrom daher auch als „cytokine release-Syndrome“. Diese Probleme treten vor allem bei Patienten mit hoher Tumorlast (viel Tumormasse) bei der ersten Behandlung auf, im weiteren Verlauf der Behandlung bessern sich die Nebenwirkungen meist. Außerdem erhalten Patienten zur Vorbeugung eine Kombination von schützenden Medikamenten (Antihistaminika, Kortison, NSAR), so dass die Therapie insgesamt meist gut vertragen wird.


Sonstige Informationen

Geschichtliches

Ursprünglich wurde Rituximab von Lee Nadler, der auch das Antigen CD20 erstmals beschrieb, am Dana-Farber Cancer Institute entwickelt. Rituximab war der erste Antikörper der zur Behandlung von Krebs zugelassen wurde (FDA 1997).

Studien

Die bislang größte Studie für Patienten mit aggressivem Non-Hodkin-Lymphom (RICOVER-60) erzielte im Vergleich zu anderen Kombinationsbehandlungen die besten Ergebnisse. Der Studie nach sind nach 3 Jahren 78% der Patienten mit aggressivem NHL nach der Kombinationstherapie CHOP-14(6x) plus Rituximab(8x)am Leben. Aufgrund dieser Überlegenheit wurde die Studie frühzeitig beendet.[1]

2006 erhielt Roche die Zulassung Rituximab (MabThera) als Mittel gegen die rheumatoide Arthritis anzubieten.

Literatur

  • McLaughlin P, Grillo-Lopez AJ, et al.: „Rituximab chimeric anti-CD20 monoclonal antibody therapy for relapsed indolent lymphoma: half of patients respond to a four-dose treatment program“. J Clin Oncol 1998; 16(8): s. 2825-33 [Abstract]

Siehe auch

Quellen

  1. Braenstrup P, Bjerrum OW, et al.: „Rituximab chimeric anti-CD20 monoclonal antibody treatment for adult refractory idiopathic thrombocytopenic purpura“. Am J Hematol. 2005; 78(4): s. 275-80 [Abstract]
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rituximab aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.