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Hoffmann-La Roche



F. Hoffmann-La Roche AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1896
Unternehmenssitz Basel, Schweiz

Unternehmensleitung

Franz B. Humer

Mitarbeiter ca. 70.000 (2005)
Umsatz 42 Mrd. CHF (2006)
Produkte Pharma, Diagnostik
Website www.roche.com

F. Hoffmann-La Roche AG, kurz Roche, ist ein weltweit tätiger Konzern von Pharmaunternehmen sowie Herstellern von Reagenzien und Geräten zur medizinischen Diagnostik mit Hauptsitz in Basel. Aktuell forscht Roche besonders auf den Gebieten Onkologie, Virologie und Transplantationsmedizin.

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Inhaltsverzeichnis

Firmendaten

Mit weltweit 70.000 Angestellten erzielte Roche im Jahr 2006 einen Reingewinn von 9,17 Mrd. Franken, der Umsatz belief sich auf 42 Mrd. Franken. In Deutschland beschäftigt Roche über 12.000 Mitarbeiter an vier Standorten.

Roche plant, bis 2011 seinen Stammsitz in Basel für über 800 Mio. Franken auszubauen. Diskutiert wird der Bau des höchsten Gebäudes in der Schweiz, dessen Form an die Doppelhelix der Biochemie erinnern soll.

Geschichte

Die Firma F. Hoffmann-La Roche wurde 1896 von Fritz Hoffmann-La Roche in Basel gegründet. Das erste Produkt war Aiodin, ein Schilddrüsen-Präparat. 1898 wurde das Hustenmittel Sirolin, das den eigenentwickelten Wirkstoff Thiocol enthielt, eingeführt. Es wurde über 60 Jahre lang vertrieben. Erfolgreich war auch ein 1904 auf den Markt gebrachtes standardisiertes Digitalis-Präparat. 1919 wurde Roche in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Meilensteine
1896 Firmengründung
1930er Vitamine
1952 Tuberkulose-Medikament
1960 Benzodiazepine (Valium)
1973 Parkinson-Medikament
1976 Seveso-Unglück
ab 1980 Gentechnik
1997 Übernahme von Boehringer Mannheim
2000 Oseltamivir (Tamiflu, EU-Zulassung 2002)

In den 1930er Jahren wurde Roche im Bereich der Vitamine aktiv. Besonders durch die synthetische Herstellung großer Mengen von Vitamin C erreichte die Firma die Marktführerschaft auf diesem Gebiet. 1952 gelang mit Rimifon (Isoniazid), einem Mittel gegen Tuberkulose, der Einstieg in die Chemotherapeutika-Sparte.

Leo Sternbach, der seit 1941 in den USA für Roche forschte, entdeckte 1957 die beruhigende Wirkung der Benzodiazepine. Valium mit dem Wirkstoff Diazepam wurde für viele Jahre das meistverkaufte Medikament der Welt. Neben Pharmaforschung und -produktion betätigte sich Roche ab 1968 auch als Hersteller von diagnostischen Produkten. 1971 wurde das Institut für Immunologie Basel eröffnet.

Nachdem Dopamin-Mangel als Ursache der Parkinson-Krankheit identifiziert worden war, brachte Roche 1973 das erste Dopamin-Präparat, Madopar (Levodopa), auf den Markt.

1976 ereignete sich in einer zum Roche-Konzern gehörenden italienischen Tochterfirma das Unglück von Seveso, bei dem durch freigesetzte Dioxine über 200 Menschen verletzt wurden und es zu einer nachhaltigen Schädigung der Umwelt kam.

Ab 1980 arbeitete Roche mit dem amerikanischen Biotech-Unternehmen Genentech zusammen. Damit begann die Ära der Interferone und weiterer gentechnisch hergestellter Substanzen.

Im Dezember 1995 erfolgte die Zulassung in den USA für das erste neu entwickelte AIDS-Medikament. Der Protease-Inhibitor Saquinavir (Invirase) wird heute noch im Rahmen der HAART-Therapie eingesetzt.

1997 wurde die Boehringer Mannheim GmbH übernommen. Deren Pharmasparte wurde in diejenige von Roche integriert, während die Diagnostikasparten beider Firmen zur Roche Diagnostics GmbH zusammengelegt wurden. Diese wurde nach der Jahrtausendwende durch den Zukauf der Medizintechnik-Abteilung der AVL List GmbH sowie des Insulinpumpen-Herstellers Disetronic erweitert. 2005 wurde das gesamte OTC-Geschäft, also der Handel mit Medikamenten, die in der Apotheke ohne Rezept frei verkäuflich sind, an die Firma Bayer AG veräußert.

Struktur

Divisionen

Der Konzern ist in die beiden Divisionen Pharma und Diagnostics aufgeteilt. Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der Konzernleitung ist der Österreicher Franz B. Humer, CEO der Division Pharma ist William M. Burns, CEO der Division Diagnostics ist Severin Schwan.

Die Division Diagnostics ist weltweit führend in der In-vitro-Diagnostik. Sie hat ihren Hauptsitz in Basel in der Schweiz und besitzt weitere Standorte in Mannheim, Penzberg (Bayern), Graz (Österreich), Indianapolis und Pleasanton (beide USA) sowie Rotkreuz (Schweiz). Die Division ist aufgeteilt in die Bereiche Applied Science, Molecular Diagnostics, Professional Diagnostics und Diabetes Care.

Roche Deutschland

Die Roche Deutschland Holding GmbH hat ihren Sitz in Grenzach-Wyhlen und ist (Stand: 2004) mit 9898 Mitarbeitern sowie einem Umsatz von 3005 Mio. Euro eine der wichtigsten Ländergesellschaften von Roche. Sie umfasst die Tochtergesellschaften Roche Pharma AG (bis Sommer 2006 Hoffmann-La Roche AG) in Grenzach sowie Roche Diagnostics GmbH an den Standorten Mannheim und Penzberg. Die bedeutendste Vergrößerung geschah 1997, als das Konkurrenzunternehmen Boehringer Mannheim übernommen und eingegliedert wurde. Dessen ehemalige Sparte Diagnostika wurde wesentlicher Bestandteil der Roche Diagnostics GmbH.

Die Roche Diagnostics GmbH war Top-Arbeitgeber 2006 in Deutschland in der Gesamtwertung sowie in der Kategorie Vergütung.

Medikamente

(Auswahl, alphabetisch)

Handelsname Generischer Name Indikation Anwendung Zulassungsjahr
Avastin Bevacizumab Kolonkarzinom 2005
Bonviva Ibandronat Postmenopausale Osteoporose oral 2004
Fuzeon Enfuvirtid AIDS 2003
Herceptin Trastuzumab Mammakarzinom i.v. 1998
MabThera Rituximab rheumatoide Arthritis 2006
Pegasys Peginterferon alfa-2a Hepatitis C/Hepatitis B i.m. 2002
Tamiflu Oseltamivir Influenza oral 2000
Tarceva Erlotinib Lungenkarzinom oral 2005
Valcyte Valganciclovir Retinitis bei AIDS-Patienten oral 2002
Xeloda Capecitabin Dickdarmkrebs oral 2001

Literatur

Hans C. Peyer, Paul Sacher (Hrsg.): Roche – Geschichte eines Unternehmens 1896–1996. Basel 1996. ISBN 3907770684

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Koordinaten: 47° 33' 31" N, 7° 36' 27" O

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hoffmann-La_Roche aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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