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Rochlitzer Porphyr



     

Rochlitzer Porphyr ist ein vulkanisches Ergussgestein (Vulkanit), das auf dem Rochlitzer Berg bei Rochlitz in Sachsen abgelagert wurde. Der Rochlitzer Porphyr wird auch als Tuff-Gestein bezeichnet.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Material

Der Porphyr wird unter der Handelsbezeichnung Rochlitzer Porphyr, Rochlitzer Porphyrtuff oder auch Rochlitzer Marmor vertrieben. Seine petrographische Bezeichnung ist Rhyolit-Tuff aus der Geologischen Formation Rotliegendes. Er wird als Baustoff für historisch bedeutsame Bau- und Bildhauerwerke, Garten- und Landschaftsgestaltung, Grabmale, etc. genutzt.

Seine kieselig-tonige Grundmasse ist kleinkörnig, porös und enthält zahlreiche rundliche Quarze, sowie kaolische Feldspate. Vereinzelte Einsprengungen von dunklem Magnesia, bläulichem Lipilli und Porphyrkugeln verleihen dem Stein eine charakteristische Farbe und Textur.

Kennzeichnend sind auch die meist ziegelroten bis gelben Bänder. Sie sind mit bräunlichen bis weißen Adern durchzogen, die teils durch Hornstein, teils durch Quarz ausgefüllt sind. Dominierend und beständig ist sein leuchtend roter Farbton, den er bei allen Bearbeitungsstufen und nach vielen Jahren gleichermaßen behält.

Entstehung

Der Rochlitzer Porphyr entstand erdgeschichtlich zur Zeit des Rotliegenden im Perm. Damals war der mit 350 Meter Höhe im Herzen Sachsens gelegene Rochlitzer Berg ein Vulkan, der gewaltige Mengen Asche ausstieß. Im Laufe vieler Jahrhunderte sedimentierte die Asche und wurde zu einem porösen Gestein gepresst. Die so entstandene Tuffschicht ist bis zu 100 Meter stark.

Verarbeitung

Das gesprengte Material wird mit Hilfe von Radladern und LKWs in das nur wenige Meter entfernte Werk transportiert. Dort werden die gewaltigen Blöcke durch Seilsäge, Brückensäge und Gatter in die für die Weiterverarbeitung geeignete Größe gebracht. Danach kann der Rochlitzer Porphyr in vielfältiger Weise eingesetzt werden.

Verwendung

Steinfunde, deren Alter auf rund 3.000 Jahre geschätzt wird, belegen, dass der Rochlitzer Porphyr lange vor unserer Zeitrechnung z.B. als Mahlstein Verwendung fand.

Gebäude

Mit der Errichtung geistlicher Herrschaftsgebäude um 900 erlebte das Gestein schließlich den Durchbruch. So können die Rochlitzer Porphyrbrüche historische, sowie moderne Referenzobjekte anführen. Wie z.B.:

  • Altes Rathaus Leipzig
  • Burg und Stadtkirche zu Eilenburg (970)
  • Schloss zu Glauchau (980)
  • St. Nikolaikirche zu Döbeln (981)
  • Basilika zu Wechselburg
  • Schloss Rochlitz
  • Burg Kriebstein bei Waldheim (1382-1407)
  • Muldenbrücke in Rochlitz (1433)
  • St Petri Kirche, Rochlitz (1450)
  • gotischer Chorbau und Schiff zu St. Kunigunde in Rochlitz (1417-1499)

Weitere Verwendung

Ende der 90er Jahre wurde die Produktpalette der Vereinigten Porphyrbrüche neu definiert und erweitert. So kann man heute verschiedenste Produkte aus diesem einmaligen Gestein erwerben, wie z.B.:

  • Bodenplatten zur Weg- und Terrassengestaltung
  • Mauerabdeckungen
  • Grabmale
  • Blitzkopfsäulen für den Garten- und Landschaftsbau, sowie als Grabmale
  • Gartenbänke
  • Pflanzkübel
  • Kerzenständer
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rochlitzer_Porphyr aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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