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Sandwichkomplex



   Als Sandwichkomplexe im engeren Sinne werden in der metallorganischen Chemie diejenigen Hauptgruppen- oder Übergangsmetallkomplexe genannt, die zwei parallele, planare, zyklische organische Liganden tragen. Besonders wichtig sind dabei die Metallocene, Verbindungen mit zwei Cyclopentadienyl-Liganden.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Der erste jemals synthetisierte Sandwichkomplex war 1951 das parallel von zwei Arbeitsgruppen um T. J. Kealy und P. L. Pauson bzw. um S. A. Miller, J. A. Tebboth und J. F. Tremaine auf unterschiedlichen Wegen als Zufallsprodukt synthetisierte Ferrocen. Kealy und Paulson zielten eigentlich auf die Synthese des rein organischen Fulvalens. Beide Arbeitsgruppen gelangten zunächst zum gleichen Strukturvorschlag, der jedoch mit den analytischen Daten nicht in Einklang gebracht werden konnte. Im speziellen sollte das Infrarotspektrum des Strukturvorschlags nach Kealy mehrere Signale für die unterschiedlichen CH-Valenzschwingungen auftreten, in Übereinstimmung mit dem Vorschlag nach Fischer und Wilkinson zeigt die Verbindung aber nur eine einzige Resonanz


Die wahre Natur des Ferrocens wurde schließlich von Ernst Otto Fischer et al. und Geoffrey Wilkinson und Robert B. Woodward unabhängig voneinander entdeckt. Wilkinson und Fischer erhielten 1973 für diese Leistung und für ihr Lebenswerk im Bereich der Anorganischen Chemie den Nobelpreis für Chemie. Woodward, der 1973 kein Teilhaber des Preises wurde, protestierte in einem später bekannt gewordenen Brief an das Nobelkomitee in Stockholm gegen diese Missachtung seines Beitrages. Er hatte sich jedoch nach der Entdeckung des Ferrocens wieder der Kunst der organischen Synthese zugewandt und war für seine Leistungen auf diesem Gebiet bereits 1965 mit dem Nobelpreis bedacht worden.

Lange Zeit beschränkte sich die Forschung weitgehend auf den im Ferrocen auftretenden Cyclopentadienylliganden.

Sandwichkomplexe werden heute speziell in der Asymmetrischen Katalyse zur Gewinnung stereoisomerenreiner Verbindung eingesetzt und weisen in Form ihrer Polymere vielversprechende Ansätze für neuartige halbleitende Materialien auf.

Literatur

  • T. J. Kealy & P. L. Pauson: A New Type of Organo-Iron Compound. Nature 168 (1951) 1039-1040 (15 December 1951)
  • S. A. Miller, J. A. Tebboth & J. F. Tremaine, J. Chem. Soc. 1952, 632-635
  • J. Dunitz, L. Orgel, A. Rich: The crystal structure of ferrocene. Acta Crystallographica 9 (1956) 373–375
 
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