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Sekundärmetallurgie



Unter Sekundärmetallurgie versteht man die Nachbehandlung von Stahl nach dem Frischen.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Die Einführung der Sekundärmetallurgie hat zu grundlegenden Veränderungen in der Stahlindustrie geführt. Während früher der Stahl nach dem Frischen fertig war, schließt sich heute üblicherweise eine Reihe von Nachbehandlungen an, um die geforderte Qualität des Stahls zu erreichen.

  • Bei Edelstahl darf der Schwefel- und Phosphorgehalt nur 0,025 % betragen.
  • Bei Qualitätsstahl 0,045 % und bei Grundstahl immerhin 0,05 %

In speziellen Aggregaten werden beispielsweise Legierungselemente eingebracht, die Schmelze homogenisiertSchwefel, Phosphor oder anderen Elemente entfernt und der genaue Kohlenstoffgehalt eingestellt.

Es gibt folgende Verfahren der Sekundärmetallurgie:

Pfannenofen

  • Mittels Lichtbogen wird die genaue Giesstemperatur für die Stranggiessanlage eingestellt. ± 3 °C
  • Einstellen der Analyse durch Legieren ( FeMn, FeCr, FeSi, FeMo, ... )
  • Homogenisieren durch das Pfannenspülen mit Argon

Vakuumanlage

Um besonders hochwertige Stahlsorten herstellen zu können ist es nötig, bestimmte Fremdstoffe wie Schwefel und Phosphor so weit wie nötig zu entfernen. Sie bewirken Seigerungen (Entmischung der Schmelze) und führen zur Versprödung des Stahls. In der Schmelze sind vielfach Gase gelöst, die zu Lunkern (Hohlräumen im Stahl) und ebenfalls zur Versprödung führen. Um diese sicher zu entfernen, wird die Nachbehandlung unter Vakuum durchgeführt. In der Vakuumanlage wird über Dampfstrahler ein Tiefvakuum erzeugt (mit einem Restdruck von ca. 5 mbar).

Anlagenbauformen sind :

  • RH (Ruhrstahl Heraeus) Verfahren:

Eine Teilmenge (ca. 25 %) des flüssigen Stahls wird in ein Gefäß unter Vakuum angesaugt. Das Gefäß besitzt an der Unterseite zwei Kanäle (Rohre). Diese werden von oben in die in einer Schmelzpfanne befindliche Schmelze eingetaucht, anschließend wird das Gefäß evakuiert. Über beide Kanäle steigt dadurch ein Teil der Schmelze bis in das Gefäß auf. Man spricht daher von einer Teilmengenentgasungsanlage. In den einen Kanal wird dann kontinuierlich Argon eingeblasen. Damit bewirkt man, dass in diesem Kanal der flüssige Stahl in das Vakuumgefäß aufsteigt. Dort wird die Schmelze entgast und fließt durch den anderen Kanal zurück in die Schmelzpfanne. Man spricht deswegen vom Vakuumumlaufverfahren.

  • DH (Dortmund Hörde) Verfahren:

Bei einer DH-Anlage wird das Gefäß ebenfalls in die Schmelze eingetaucht. Das Gefäß wird dann zyklisch gehoben und gesenkt und unter Vakuum behandelt, man spricht deswegen vom Vakuumheberverfahren. Dabei wird intensiv mit Argon in der Pfanne gespült um die Schmelze in Bewegung zu halten. Auch hierbei handelt es sich um eine Teilmengenentgasungsanlage.

  • VD (Vacuum Decarburization) und verwandte Verfahren:

Dabei wird die gesamte Schmelzpfanne in einen hermetisierbaren Gefäß einem Vakuum ausgesetzt und von unten mit Inertgas gespült.

Weblinks

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sekundärmetallurgie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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