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Tektit



 
 
 

Tektite (von griechisch tektos, geschmolzen) sind bis zu einige Zentimeter große Glasobjekte, welche zwar irdischen Ursprungs sind, deren Bildung aber durch den Einschlag großer Meteorite auf der Erdoberfläche verursacht wird.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Durch den Einschlag wird irdisches Material geschmolzen und bis zu einigen hundert Kilometern fortgeschleudert, wobei es zu Glas erstarrt. Obwohl durch einen Meteoriteneinschlag verursacht, sind die Tektite selbst also irdischen Ursprungs und nicht, wie oft behauptet, extraterrestrischen Ursprungs. Farblich sind Tektite schwarz oder grünlich durchsichtig. Die Form variiert von aerodynamisch rundlich, scheiben-, tropfen- oder hantelförmig bis unregelmäßig.

Aufgrund ihrer Entstehung sind die Fundorte von Tektiten assoziiert mit Impaktkratern. So werden die in Tschechien gefundenen Tektite, Moldavite genannt, mit dem Nördlinger Ries in Verbindung gebracht. Bisher sind weltweit erst vier Streufelder bekannt, wovon dreien ein Ursprungkrater zugeordnet werden konnte.

Einige Typen von Tektiten, gruppiert nach den vier bekannten unterschiedlichen Streufeldern:

  • Europäisches Streufeld (Nördlinger Ries, Deutschland, Alter: 14,3 - 14,5 Ma; vgl. Johannes Baier 2007):
  • Australasiatische Streufeld (obwohl dieses Streufeld eindeutig das größte ist und rund 10% der Erdoberfläche bedeckt, konnte bisher noch kein Krater zugeordnet werden, das Alter der Tektite wurde auf etwa 0,7 Ma bestimmt):
    • Australite (Australien, dunkel, meist schwarz)
    • Indochinite (Südostasien, dunkel, meist schwarz)
    • Chinite (China, schwarz)
  • Nordamerikanisches Streufeld (Chesapeake-Bay-Krater, USA, Alter: 34 Ma):
    • Bediasite (USA, Texas, schwarz)
    • Georgiaite (USA, Georgia, grünlich)
  • Elfenbeinküste (Lake Bosumtwi-Krater, Ghana, Alter: 1 Millionen Jahre):
    • Ivorite (Elfenbeinküste, schwarz)

Wie Obsidian wurden auch Tektite bereits vor mehreren Jahrtausenden für Gebrauchsgegenstände, als Schmuck und für kultische Zwecke verwendet. Durch Meteoriteneinschläge werden auch sogenannte Impaktgläser erzeugt. Im Gegensatz zu Tektiten werden sie nicht weggeschleudert sondern verbleiben in der Umgebung des Kraters.

Referenzen

  • Faul H.(1966) Tektites are terrestrial. Science, Vol. 152, 1341-1345
  • G. Heinen: Tektite - Zeugen kosmischer Katastrophen, Eigenverlag, Luxemburg, 1997 [1]
  • J. Baier: Die Auswurfprodukte des Ries-Impakts, Deutschland, in Documenta Naturae, Vol. 162, München, 2007. ISBN 978-3-86544-162-1, ISSN 0723-8428
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Tektit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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