Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Trimipramin



Strukturformel
Bezeichnungen
Freiname Trimipramin
IUPAC-Name 3-(10,11-Dihydro- 5H-dibenz[b,f]azepin-5-yl)- N,N,2-trimethylpropylamin)
Summenformel C20H26N2
CAS-Nummer 739-71-9
Chemisch-physikalische Daten
Molare Masse 294,434 g/mol
Schmelzpunkt 45 °C
Siedepunkt

Trimipramin gehört chemisch zur Gruppe der Dibenzazepine und ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Seine Wirkung ist vor allem stark dämpfend und angstlösend.

Inhaltsverzeichnis

Wirkung

Trimipramin blockiert im Zentralnervensystem verschiedene Serotonin-, Dopamin- und α-Adrenozeptoren. Die Monoamin-Rückaufnahme aus dem synaptischen Spalt in die präsynaptischen Vesikel wird nicht beeinflusst. Somit ist der antidepressive Wirkmechanismus anders als der anderer trizyklischer Antidepressiva. Außerdem wirkt Trimipramin anticholinerg und antihistaminisch; es hat daher aber folglich die charakteristischen Begleitwirkungen der übrigen trizyklischen Antidepressiva.

Indikationen

Trimipramin ist zugelassen zur Therapie von Depressionen, vornehmlich wenn Angst und Schlafstörungen als Symptome im Vordergrund stehen.

Es kann in niedriger Dosis auch adjuvant zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt werden.

Die Anwendung als Hypnotikum ist im psychiatrischen Bereich ausgesprochen populär. Da aber auch nach jahrelangem Off-Label-Use keine verwertbaren Wirksamkeitsnachweise vorliegen und die behaupteten Verträglichkeitsvorteile gegenüber Doxepin u.a. nie belegt werden konnten, existiert weiterhin keine Zulassung als schlafförderndes Mittel.

Unerwünschte Wirkungen

Trimipramin hat vor allem vegetative Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Hypotonie, Tachykardie, Mydriasis und Akkomodationsstörungen, Magen-Darm-Probleme, Miktionsstörungen, usw.).

Außerdem treten manchmal Blutbildveränderungen (Leukopenie, Agranulozytose) auf, ferner Gewichtszunahme sowie verschiedene psychische Symptome (Halluzinationen, Stimmungsschwankungen).

Darreichungsformen, Dosierung

Trimipramin ist als Generikum sowie als Originalpräparat STANGYL® verfügbar. Die Einnahme erfolgt oral in Form von Tabletten, Dragees oder Lösung.

Die Anfangsdosis beträgt 25–50 mg; sie wird häufig schnell auf 100 mg gesteigert. Die mittlere Tagesdosis liegt bei leichten bis mittelschweren Depressionen bei 150 mg, kann aber als Erhaltungsdosis, nach erfolgtem Ansprechen auf die Pharmakotherapie auch deutlich darunter liegen. Maximal können 400 mg täglich gegeben werden, speziell bei stationärer Behandlung. Die Tagesdosis wird hauptsächlich abends eingenommen, da die sedierende Wirkung sehr stark sein kann. Tagesmüdigkeit tritt dennoch fast immer auf, besonders zu Einnahmebeginn.

Klinische Relevanz der Wirkung

Die klinische Relevanz der Wirkung von Trimipramin wird – wie bei allen Antidepressiva – kontrovers debattiert.

Genotoxisches Potential

Im Tierversuch führte Trimipramin zu Erbgutschäden. Möglicherweise erhöht die Einnahme von Trimipramin das Brustkrebsrisiko [1] [2]

Einzelnachweise

  1. http://www.cihr-irsc.gc.ca/e/documents/anti_breast_release.pdf Heavy exposure to some tricyclic antidepressants associated with elevated risk of breast cancer
  2. British Journal of Cancer, Volume 86, S. 92-97, Ausgabe vom 7. Januar, 2002
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Trimipramin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.