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Walther Hempel



Walther Mathias Hempel (* 5. Mai 1851 in Pulsnitz, † 1. Dezember 1916 in Dresden, auch zitiert als: Walter Matthias Hempel) war ein deutscher Chemiker, bekannt durch seine Arbeiten zur Elektrolyse und technischen Gasanalyse.

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Inhaltsverzeichnis

Leben

Walther Hempel wuchs in Dresden als Sohn eines Bandwebers auf. Nach der Maturitätsprüfung mit 16 Jahren studierte er für drei Jahre Chemie am Königlich Sächsischen Polytechnikum in Dresden und meldete sich anschließend als Freiwilliger zum 12. Artillerieregiment im Deutsch-Französischen Krieg. Von 1871 bis 1872 studierte er organische Chemie an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität bei August Wilhelm von Hofmann und Adolf von Baeyer. 1872 ging er zu Robert Bunsen nach Heidelberg und legte dort seine Doktorprüfung im gleichen Jahr mit summa cum laude ab.

Nach einem Jahr kehrte er nach Dresden zurück und arbeitete zunächst als Assistent bei Hofrat Fleck in der chemischen Zentralstelle für öffentliche Gesundheitspflege zu Dresden. Ab 1876 bis zu seiner Habilitation 1878 war er Assistent von Rudolf Schmitt am chemischen Laboratorium des Dresdner Polytechnikums. Seine Habilitationsschrift Über technische Gasanalyse (1878 wurde 1880 als Neue Methoden zur Analyse der Gase gedruckt und stellt die Fortführung des Werkes Gasometrische Methoden von Robert Bunsen dar, bei einiger der Graphiken unter Benutzung von Bunsens Druckplatten.

1879 wurde der junge Hempel mit nur 28 Jahren zur Vertretung des emeritierten Heinrich Wilhelm Stein auf den Lehrstuhl für Technische Chemie am Königlich-Sächsischen Polytechnikums in Dresden berufen. Im Folgejahr folgte die Berufung zum ordentlichen Professor für Technische Chemie und zum Leiter des Laboratoriums für Anorganische und Analytische Chemie. Er hielt 1891–1893 und 1902–1903 das Amt des Rektor inne. Hempel wurde 1912 pensioniert, hielt aber bis 1914 noch Vorlesungen.

Leistungen

Hempel arbeitete an der Vereinfachung maßanalytischer Methoden, insbesondere der Gasanalyse, an der Entwicklung der experimentellen Autoklave, an vulkanischen Gasen; er synthetisierte Obsidian und Bims im Labor und führte erstmalig Anwendung eines Diaphragmas in der Chloralkali-Elektrolyse ein. Er gilt zudem als der geistige Vater der quantitativen Spektralanalyse in der Metallurgie. Nach Hempel benannt sind die Hempel-Pipette, die Hempel-Bürette und der Hempel-Ofen, sowie der Walther-Hempel-Bau (seit 1994) an der TU Dresden. Hempel gilt zusammen mit Clemens Winkler als Begründer der technischen Gasanalyse.

Schriften

  • Neue Methoden zur Analyse der Gase (1880)
  • Gasanalytische Methoden (1890, 1900, 1913)

Literatur

  • Edmund Graefe (1913): Ausgewählte Vorträge und Aufsätze von Walther Hempel. Verlag für Fachliteratur Wien, 142 S.
  • Robert von Zahn (1916): Walther Hempel - Geheimer Rat und Prof. in Dresden zum Gedächtnis (Nachruf). Dresden, 32 S.
  • F. Foerster (1917): Walther Hempel † (Nachruf). Zeitschrift für Angewandte Chemie 30(1):1-12.
  • Ute Hendlmeier & Günther Landgraf (1994): Geschichte der Technischen Universität Dresden in Dokumenten, Bildern [und Erinnerungen]. Band 2 (Wissenschaft in Dresden vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis 1945, pdf 17 MB), TU Dresden Universitätsarchiv, [ISBN 3-86005-140-7], 160 S.; Seite 50 (Portrait).
  • Klaus Herzog & Heiner Hegewald (2002): Analytische Chemie in Dresden im Wandel der Zeit (pdf 3 MB), Seiten 6-8 (Portrait).
  • Heiner Hegewald (2005): Zur Entwicklung der Technischen Chemie im 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Chemikerausbildung an der Technischen Hochschule Dresden und ihren Vorgängereinrichtungen. Dissertation, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
 
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