Neueste Sanierungstechnologien und Messgeräte zur Schadstofferkundung im Blickpunkt

16.05.2003
Schadstoffen im Grundwasser und im Untergrund geht es an den Kragen, wenn die an der Universität Stuttgart entwickelten Sanierungstechnologien eingesetzt werden. Auf der ACHEMA stellen Wissenschaftler der Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS) am Institut für Wasserbau der Universität neueste Entwicklungen zu Sanierungstechnologien sowie Erkundungsgeräte und Messtechnik zur Überwachung von Schadstoffen im Untergrund vor. Mit Wasser und Dampf Grundwasser reinigen Bei der Sanierungstechnologie "TUBA" reinigen die Stuttgarter Fachleute organisch kontaminierte Grundwasserleiter und ungesättigte Bodenzonen mit der Injektion einer Dampf-Luft-Mischung in das Grundwasser und einer simultan betriebenen Bodenluftabsaugung. Die Schadstoffe werden durch die eingetragene Wärme verdampft und über die injizierte Luft in Richtung der Bodenluftabsaugungspegel transportiert und dort abgesaugt. Mit einer "Alkohol Spülung" lassen sich kontaminierte Grundwasserleiter von chlorierten Kohlenwasserstoffen befreien. Dazu wird unterhalb der Kontamination ein Alkohol-Wasser-Gemisch injiziert und die Sanierungslösung auf der Höhe des Grundwasserspiegels entnommen. Die Sanierung erfolgt über Mobilisierung und Lösung der Schadstoffe in der Alkohol-Mischung und dem aufwärts gerichteten Abtransport in Richtung der Entnahmebrunnen. Beide Sanierungstechnologien wurden innerhalb eines EU-Forschungsprojektes standortspezifisch weiterentwickelt; die Feldtauglichkeit in Grossbehälterversuchen mit authentischem Boden und Schadstoffen wurde nachgewiesen. Ein Patent zur Dampf-Luft-Injektion in die gesättigte Zone ist angemeldet. Das Heber-Reaktor-Verfahren nutzt ein Grundwassergefälle zur Förderung des Grundwassers nach dem Heberprinzip. Das kontaminierte Grundwasser wird je nach Art und Menge der Schadstoffe in in das Hebersystem integrierten Reaktoren gereinigt. Falls kein ausreichendes natürliches Grundwassergefälle vorhanden ist, kann eine Dichtwand die nötige Potentialdifferenz erzeugen, um die Förderung des Grundwassers nach dem Heberprinzip zu ermöglichen. Dieses Verfahren kann bei unterschiedlichen Bodenarten wie Locker- und Kluftaquiferen und für alle mobilen und gelösten Schadstoffe eingesetzt werden. Da keine Pumpen zur Förderung des Grundwassers erforderlich sind, ist es ökonomisch und energiesparend. Aufgrund des einfachen Prinzips lassen sich Funktion und Sanierungseffizienz leicht überwachen. Allerdings ist es auf Anwendungen mit einem Grundwasserflurabstand von maximal etwa acht Metern beschränkt. Bei einem ersten Anwendungsfall im Kraichgau ist dieses Verfahren seit Juli 2001 zur Sanierung eines CKW-Schadens in Betrieb. Weitere Einsätze in Baden-Württemberg, Bayern und Bremen sind in Planung. Vor-Ort-Erkundung der Schadstoffe im Untergrund bei Altstandorten Sensorische Messgeräte zur Vor-Ort-Erkundung der Schadstoffe im Untergrund bei Altstandorten stellt der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanzierte Projektverbund "High-Tech-Methoden der Vor-Ort-Analytik" mit 13 Projektpartnern vor. Zwei Teilprojekte dieses Verbunds sind bei VEGAS angesiedelt: die Stuttgarter Wissenschaftler entwickeln sensorische Messtechnik für Schadstoffe aller Art und für die Entwicklung marktreifer Geräte stehen die Großversuchsstände von VEGAS mit den als Referenzstandort für die Geräteerprobung zur Verfügung. Ziel des Verbunds ist es, verschiedene sensorische Verfahren zur Detektion von Schadstoffen im Grundwasser, in der Bodenmatrix und im Bodengas in herkömmliche Rammsonden zu integrieren, um beim Bohrvorgang die Messung in den gewünschten Tiefenhorizonten durchzuführen. Durch schnelle und kostengünstige Einzelmessungen soll ein flexibles Messraster und mehr Einzelmessungen als bei der Erkundung mit herkömmlichen Methoden ermöglicht werden, die zu einer sichereren Bewertung von kontaminierten Standorten bei gleichzeitiger Kostenreduzierung führen.

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