Chromatographiesysteme im Überblick: Produkte, Funktion und Anwendung

Chromatographiesysteme sind analytische Instrumente, die Stoffgemische anhand unterschiedlicher Wechselwirkungen zwischen einer mobilen und einer stationären Phase in ihre Einzelkomponenten auftrennt.

Sie suchen allgemeine Informationen zum Thema? Unser Chromatographiesysteme -Ratgeber gibt Ihnen alle wichtigen Informationen zur Funktionsweise und Anwendung.

Chromatographiesysteme im Überblick: Produkte, Funktion und Anwendung

Chromatographiesysteme sind analytische Instrumente, die Stoffgemische anhand unterschiedlicher Wechselwirkungen zwischen einer mobilen und einer stationären Phase in ihre Einzelkomponenten auftrennt.

Sie suchen allgemeine Informationen zum Thema? Unser Chromatographiesysteme -Ratgeber gibt Ihnen alle wichtigen Informationen zur Funktionsweise und Anwendung.

Anzeigen

Chromatographiesysteme im Überblick

Loading...

Chromatographiesysteme für das Labor oder den Produktionsprozess

Loading...

Mehr Chromatographiesysteme-Inhalte finden Sie in unseren Themenwelten

Themenwelt Chromatographie

Mit Hilfe der Chromatographie können wir komplexe Substanzen trennen, identifizieren und so verstehen. Ob in der Lebensmittelindustrie, der pharmazeutischen Forschung oder der Umweltanalytik – Chromatographie eröffnet uns eine Schatzkammer an Informationen über die Zusammensetzung und Qualität unserer Proben. Entdecken Sie die faszinierende Welt der Chromatographie!

70+ Produkte
30+ White Paper
60+ Broschüren
Themenwelt anzeigen
Themenwelt Chromatographie

Themenwelt Chromatographie

Mit Hilfe der Chromatographie können wir komplexe Substanzen trennen, identifizieren und so verstehen. Ob in der Lebensmittelindustrie, der pharmazeutischen Forschung oder der Umweltanalytik – Chromatographie eröffnet uns eine Schatzkammer an Informationen über die Zusammensetzung und Qualität unserer Proben. Entdecken Sie die faszinierende Welt der Chromatographie!

70+ Produkte
30+ White Paper
60+ Broschüren

Ratgeber Chromatographiesysteme: Alles, was Sie wissen müssen, verständlich erklärt

Chromatographiesysteme: Definition, Funktionsweise, Geschichte

Chromatographiesysteme sind analytische Geräte, die komplexe Stoffgemische durch eine gezielte Verteilung der Analyten zwischen einer stationären und einer mobilen Phase auftrennen. Das Trennprinzip beruht darauf, dass einzelne Substanzen unterschiedlich stark mit der stationären Phase in Wechselwirkung treten und die Trennsäule dadurch mit verschiedenen Retentionszeiten verlassen. Diese zeitliche Trennung ermöglicht anschließend die qualitative Identifikation und die quantitative Bestimmung einzelner Komponenten, häufig über einen nachgeschalteten Detektor oder eine Kopplung mit der Massenspektrometrie.

Die Chromatographie zählt zu den etablierten Trennmethoden der analytischen Chemie und wird seit Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt – von klassischen Niederdruckverfahren über die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) bis zu modernen Ultrahochleistungs-Systemen (UHPLC) mit Betriebsdrücken von mehreren hundert bar. Je nach Aggregatzustand der mobilen Phase unterscheidet man grundsätzlich zwischen Flüssigchromatographie (LC), bei der eine Flüssigkeit als mobile Phase dient, und Gaschromatographie (GC), bei der ein inertes Trägergas die Analyten durch die Säule transportiert.

Komponenten eines Chromatographiesystems

Ein typisches Chromatographiesystem besteht aus mehreren funktionalen Baugruppen: einer Fördereinheit (Pumpe bei LC-Systemen, Trägergasregelung bei GC-Systemen), einem Probenaufgabesystem, der eigentlichen Trennsäule mit der stationären Phase sowie einem Detektor zur Signalerfassung. Ergänzend kommen häufig Fraktionssammler, Autosampler oder Softwarelösungen zur Systemsteuerung und Auswertung zum Einsatz. Die Retentionszeit – die Zeitspanne, die eine Substanz bis zum Verlassen der Säule benötigt – ist dabei eine zentrale Kenngröße zur Identifikation von Analyten.

Chromatographiesysteme werden sowohl für Laboranwendungen als auch für den Einsatz direkt im Produktionsprozess konzipiert. Während Laborsysteme auf maximale Flexibilität und Methodenvielfalt ausgelegt sind, ermöglichen Online- beziehungsweise Prozesssysteme eine kontinuierliche Überwachung von Reaktionen oder Produktionsströmen in Echtzeit.

Welche Arten von Chromatographiesystemen gibt es?

Chromatographiesysteme sind Gerätefamilien, die sich nach dem Aggregatzustand der mobilen Phase, dem Trennmechanismus und dem Einsatzzweck (analytisch oder präparativ) unterscheiden lassen.

Typ Messprinzip Typische Anwendung Beispielprodukte

HPLC-Systeme

Trennung flüssiger Proben unter hohem Druck an einer Trennsäule

Pharma-, Lebensmittel- und Umweltanalytik

Alliance iS™ von Waters, DirectInject-LC von Mettler-Toledo

UHPLC-Systeme

HPLC-Trennung mit sehr kleinen Partikelgrößen bei hohem Betriebsdruck

Schnelle Analysen mit hoher Auflösung, Biomolekülanalytik

 

Nexera XS inert von Shimadzu

GC-Systeme

Trennung verdampfbarer Substanzen mit gasförmiger mobiler Phase

Erdgasanalytik, Aromastoffanalytik

Clarus Nova von PerkinElmer

IC-Systeme

Trennung geladener Analyten über Ionenaustausch

Anionen- und Kationenbestimmung, Umweltanalytik

ProfIC Vario 1 Anion von Metrohm, 930 Combustion IC von Metrohm

GPC-/SEC-Systeme

Trennung nach Molekülgröße über Größenausschluss

Polymeranalytik, Molekulargewichtsbestimmung

EcoSEC High Temperature GPC von Tosoh

Präparative Chromatographiesysteme

Auftrennung mit anschließender Fraktionierung größerer Probenmengen

Aufreinigung von Wirkstoffen und Biomolekülen

Pure Excellence Chromatographie-Systeme von Büchi, SFCprep-Analyzer von SIM Scientific Instruments Manufacturer

SFC-Systeme

Trennung mit überkritischem Fluid als mobile Phase

Isolierung von Reinsubstanzen mit geringem Lösungsmittelverbrauch

SFCprep-Analyzer von SIM Scientific Instruments Manufacturer

Vorteile chromatographischer Trennung im Vergleich zu direkten Analysemethoden

Die chromatographische Trennung ist ein Verfahren, das komplexe Stoffgemische vor der eigentlichen Detektion physikalisch auftrennt, statt Analyten direkt und ungetrennt zu vermessen. Dieser Zwischenschritt unterscheidet Chromatographiesysteme grundlegend von direkten spektroskopischen Verfahren, bei denen eine Probe ohne vorherige Trennung vermessen wird.

  • Selektivität bei komplexen Matrices: Während eine direkte spektroskopische Messung bei überlagernden Signalen mehrerer Substanzen an ihre Grenzen stößt, trennt ein Chromatographiesystem die Komponenten zeitlich auf, bevor sie den Detektor erreichen.

  • Kombinierbarkeit mit Detektoren: Chromatographische Trennsysteme lassen sich mit unterschiedlichen Detektortypen koppeln, etwa Leitfähigkeitsdetektoren bei der Ionenchromatographie oder Massenspektrometern bei LC-MS-Kopplungen.

  • Quantifizierung einzelner Komponenten: Anders als bei einer Summenparametermessung liefert die Chromatographie über die Peakfläche einzelner Retentionszeiten eine komponentenspezifische Quantifizierung.

Der Trennschritt bedeutet allerdings auch eine längere Analysedauer im Vergleich zu direkten Messmethoden ohne vorgeschaltete Trennung. Bei einfachen, matrixarmen Proben kann eine direkte Messung daher schneller zum Ergebnis führen; bei komplexen Gemischen mit vielen ähnlichen Komponenten ist die vorgeschaltete Trennung dagegen ein zentraler Bestandteil einer belastbaren Analytik.

In welchen Bereichen werden Chromatographiesysteme angewendet?

Chromatographiesysteme sind Analyseinstrumente, die in nahezu allen Branchen eingesetzt werden, in denen Stoffgemische quantitativ oder qualitativ charakterisiert werden müssen.

Pharma- und Wirkstoffanalytik

In der pharmazeutischen Qualitätskontrolle dient die Chromatographie der Reinheitsprüfung von Wirkstoffen und der Identifikation von Verunreinigungen. Präparative Systeme wie die Pure Excellence Chromatographie-Systeme von Büchi oder der SFCprep-Analyzer von SIM Scientific Instruments Manufacturer werden für die anschließende Aufreinigung und Isolierung von Reinsubstanzen eingesetzt.

  • Reinheitsprüfung von Wirkstoffen und Zwischenprodukten
  • Isolierung von Substanzen im präparativen Maßstab
  • Antikörper- und Proteinaufreinigung, etwa mit der i3 Digital Membrane Chromatography von i3 Membrane

Umwelt- und Lebensmittelanalytik

Für die Bestimmung von Ionen in Wasser- und Bodenproben kommen Ionenchromatographen wie der ProfIC Vario 1 Anion von Metrohm zum Einsatz, während der 930 Combustion IC von Metrohm die gleichzeitige Bestimmung von Halogenen und Schwefel in brennbaren Materialien ermöglicht.

  • Anionen- und Kationenbestimmung in Umweltproben
  • Bestimmung von Aromastoffen und Inhaltsstoffen in Lebensmitteln
  • Erdgas- und VOC-Analytik mittels Gaschromatographie, etwa mit dem Clarus Nova von PerkinElmer

Polymer- und Materialanalytik

Für die Charakterisierung von Polymeren, etwa Polyolefinen, sind Hochtemperatur-GPC-Systeme wie die EcoSEC High Temperature GPC von Tosoh ausgelegt, die stabile und reproduzierbare Ergebnisse auch bei anspruchsvollen Analysebedingungen liefern sollen.

Produktempfehlungen für ausgewählte Anwendungen:

  • Für die Routine-HPLC in regulierten QC-Laboren: Alliance iS™ von Waters
  • Für die Online-Prozessanalytik: DirectInject-LC von Mettler-Toledo
  • Für die Ionenchromatographie mit hohem Probenaufkommen: ProfIC Vario 1 Anion von Metrohm

Technologie und Innovationen

Aktuelle Entwicklungen bei Chromatographiesystemen sind Weiterentwicklungen, die bestehende Trennprinzipien um zusätzliche Automatisierungs-, Fernzugriffs- oder Miniaturisierungsfunktionen ergänzen.

Online- und Prozessintegration

Die DirectInject-LC von Mettler-Toledo ermöglicht eine In-situ-Reaktionsprobenahme für die Online-HPLC-Analyse und liefert damit ein Echtzeit-Verständnis laufender Reaktionen, ohne dass Proben manuell entnommen werden müssen.

Intelligente Systemführung

Bei der Alliance iS™ von Waters soll eine intuitive Systemintelligenz menschliche Bedienfehler reduzieren und damit die Ergebniskonsistenz in regulierten Laborumgebungen verbessern.

Parallelisierung und Durchsatzsteigerung

Der Clarus Nova von PerkinElmer nutzt eine doppelte simultane Injektion (DSI), mit der zwei parallele gaschromatographische Analysen gleichzeitig durchgeführt werden können, was die tägliche Probenkapazität erhöht.

FAQs

Wie wähle ich das richtige Chromatographiesystem für mein Labor aus?

Die Wahl richtet sich zunächst nach der Art der zu analysierenden Substanzen: Flüchtige, thermisch stabile Verbindungen eignen sich für die Gaschromatographie, während nichtflüchtige oder polare Substanzen eine Flüssigchromatographie erfordern. Weitere Kriterien sind der benötigte Probendurchsatz, die geforderte Auflösung sowie die Integration in bestehende Laborabläufe.

Welche Chromatographiesystem-Typen eignen sich für die Umweltanalytik?

Für die Umweltanalytik werden häufig Ionenchromatographen zur Bestimmung von Anionen und Kationen in Wasser- und Bodenproben eingesetzt, ergänzt durch Gaschromatographen für flüchtige organische Verbindungen (VOC).

Wie lange dauert eine typische Analyse mit einem Chromatographiesystem?

Die Analysedauer hängt stark vom Trenntyp, der Säulenlänge und der Komplexität der Probe ab und kann von wenigen Minuten bei einfachen Trennungen bis zu mehreren Dutzend Minuten bei komplexen Gemischen reichen.

Was ist der Unterschied zwischen Gaschromatographie und Flüssigchromatographie?

Bei der Gaschromatographie dient ein inertes Trägergas als mobile Phase, weshalb nur verdampfbare, thermisch stabile Substanzen analysiert werden können. Die Flüssigchromatographie nutzt dagegen eine Flüssigkeit als mobile Phase und eignet sich damit auch für nichtflüchtige, hochpolare oder thermisch labile Moleküle.

Können Chromatographiesysteme auch in Produktionsprozessen eingesetzt werden?

Neben klassischen Laborsystemen existieren auch Online- beziehungsweise Prozessvarianten, die direkt an eine Produktionslinie angebunden werden. Ein Beispiel ist die DirectInject-LC von Mettler-Toledo, die eine kontinuierliche Reaktionsüberwachung mittels HPLC-Analyse ermöglicht.

Abschließende Zusammenfassung

Chromatographiesysteme trennen komplexe Stoffgemische anhand unterschiedlicher Wechselwirkungen zwischen mobiler und stationärer Phase und schaffen damit die Grundlage für eine zuverlässige qualitative und quantitative Analytik. Die Bandbreite reicht von klassischen HPLC- und GC-Systemen über Ionenchromatographen bis zu präparativen und Größenausschluss-Systemen, die jeweils auf unterschiedliche Probenarten und Anwendungsfelder zugeschnitten sind. Die Auswahl des passenden Systems hängt maßgeblich von der Beschaffenheit der Analyten, dem gewünschten Probendurchsatz und dem Einsatzort – Labor oder Prozess – ab. Auf dieser Seite gelistete Produkte bieten einen Einstieg in die aktuelle Gerätevielfalt dieser Kategorie.

Noch nicht das richtige Produkt gefunden?

Die chemie.de Produktsuche

Starten Sie jetzt ihre gezielte Suchanfrage mit einer breiten Auswahl an Filtermöglichkeiten. So finden Sie problemlos das zu Ihrer Suche passende Produkt inklusive Herstellerinformationen, Angebotsanfrage- und Download-Möglichkeiten.