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Ticona



Ticona ist ein internationaler Hersteller von technischen Kunststoffen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich seit 2002 im Ticona/Celanese-Werk Kelsterbach, nahe Frankfurt am Main.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

  Das Werk Kelsterbach wurde 1961 als ein Joint-Venture der Celanese Corporation of America, und der in Frankfurt am Main ansässigen Hoechst AG gegründet. Nach der Fusion der Hoechst AG mit dem französischen Pharma-Konzern Rhône-Poulenc 1999 als Aventis (heute Sanofi-Aventis), wurde die Ticona GmbH als eigenständiges Unternehmen in die Celanese AG eingegliedert. Ticona stellt ungefähr 17% der Celanese AG dar. Wegen des geplanten Ausbaus des Frankfurter Flughafens wird der Hauptsitz Kelsterbach bis ca. 2011 geschlossen und das Stammwerk in den Industriepark Höchst verlagert.

Das Hauptgeschäft von Ticona liegt seit der Gründung 1961 in der Produktion von Hostaform, einem Acetalpolymer. Hierbei handelt es sich um einen Hochleistungskunststoff für technische Anwendungen.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 wurde der Geschäftsbereich Topas, welcher Cyclo-Olefin-Copolymer (COC) herstellt und vertreibt, an die japanischen Firmen Daicel und Polyplastics verkauft und in das neue Unternehmen Topas Advanced Polymers ausgegliedert. Polyplastics selbst ist ein Joint Venture von Daicel und Ticona.

Produkte

Ticona bietet ein breites Sortiment aus technischen Kunststoffen:

  • Polyacetal: Celcon®, Hostaform® und Duracon® (POM)
  • Liquid crystal polymer: Vectra® (LCP)
  • Langfaserverstärkte Thermoplaste: Celstran® (LFRT), Compel® (LFRT)
  • Polyphenylensulfid: Fortron® (Polyphenylensulfid)
  • Thermoplastische Polyester: Celanex®, Duranex® (PBT), Impet® PET, Riteflex® TPE-E, Vandar® Polyester-Blend
  • Ultrahochmolekulares Polyethylen: GUR® (UHMW-PE)

Ticona und der Flughafen Frankfurt am Main

Da das Werk Kelsterbach (ca. 1000 Mitarbeiter) sehr nahe am Flughafen Frankfurt am Main liegt, gibt es immer wieder Konflikte mit der Fraport AG (Betreiber des Flughafens), denn eine von Fraport favorisierte Variante des geplanten Flughafenausbaues ist nach Ansicht der Ticona mit dem Standort des Werkes aus Sicherheitsgründen nicht vereinbar. Dies hat auch die Störfallkommission der Bundesregierung bestätigt. Dem entgegen steht, dass das Werk schon seit 1964 an diesem Standort existiert und die Ticona über viele Jahre hinweg vorgetragen hat, dass Werk und Flughafen problemlos nebeneinander existieren könnten und deshalb Betriebsgenehmigungen erhalten hat.

In einem Urteil vom 24. Oktober 2006 wies der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel eine Klage der Ticona gegen die bestehenden Flugrouten des Flughafens ab. In der Klage hatte sich die Ticona auf die Seveso II Richtlinie berufen, nach der ein angemessener Abstand zwischen einer Störfallanlage und einem Verkehrsweg einzuhalten ist. In der Urteilsbegründung heißt es, die Seveso II Richtlinie sei nicht auf Flugrouten anwendbar, da es sich dabei nicht um Verkehrswege im Sinne der Richtlinie handele. Außerdem diene die Richtlinie dem Schutz von Anwohnern und Nutzern der Verkehrswege vor dem Störfallbetrieb und nicht dem Schutz des Störfallbetriebes selbst. Die Verantwortung für Risiken liege beim Betreiber des Störfallbetriebes.Im übrigen sieht der VGH keine besondere Gefahr bei einem Absturz, da die gefährlichen Giftstoffe bereits durch Bunker geschützt sind. Das Urteil geht nicht auf die Problematik einer neuen Landebahn ein, bei deren Errichtung der Landeanflug in wenigen Metern Höhe direkt über die Werksanlagen erfolgen würde. Aufgrund dieser Problematik drohte die hessische Landesregierung dem Unternehmen mehrfach mit Enteignung.

Am 28. November 2006 wurde bekannt, dass sich Ticona und Fraport einigten, der Standort Kelsterbach aufgegeben und – weitgehend auf Kosten der Fraport AG – an anderer Stelle ein neues Werk errichtet werden soll. Als Realisierungszeitraum wird 5 Jahre angenommen, es ist von 650 Mio. Euro Kosten die Rede. Zunächst war die Standortfrage offen. Bereits am 27. März 2007 stand fest, dass das Werk im Rhein-Main-Gebiet bleiben soll und die Standorte Frankfurt-Höchst oder Wiesbaden zur Wahl stehen. Am 27. Juli 2007 gab Ticona schließlich bekannt, dass der Aufsichtsrat der Celanese Corporation am vorherigen Tage die Umsiedlung des Werks in den Industriepark Höchst in Frankfurt am Main beschlossen hat – der neue Sitz der Unternehmenszentrale ist jedoch noch offen.[1]

Quellen

  1. Thorsten Winter: Ticona zieht in den Industriepark Höchst um. In: FAZ.NET. Frankfurt am Main 27. Juli 2007 (Online-Version ; Stand: 27. Juli 2007).
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ticona aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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