Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Krebsgefahr: Neue Limits für Chemikalien und Dieselabgase im Job

12.10.2018

(dpa) Rund 20 Millionen Europäer sollen an Arbeitsplätzen in der Chemieindustrie, der Autobranche oder im Bergbau besser vor Krebs geschützt werden. Dafür will die Europäische Union Grenzwerte für acht weitere krebsverdächtige Stoffe einführen, darunter Dieselabgase. Darauf einigten sich Vertreter der EU-Kommission, des Europaparlaments und der EU-Staaten am Donnerstag in Brüssel.

Mit der Neuregelung sollten in den nächsten 50 Jahren in Europa etwa 100.000 Krebs-Todesfälle vermieden werden, sagte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen. Der Europaabgeordnete Claude Rolin betonte, nicht Arbeitsunfälle seien Hauptursache von Todesfällen im Betrieb, sondern Krebs, verantwortlich für 52 Prozent dieser Fälle.

Arbeitgeber müssen laut der EU-Richtlinie über Karzinogene und Mutagene sicherstellen, dass ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz den verdächtigen Stoffen möglichst nicht ausgesetzt sind. Es geht um polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die zum Beispiel bei der Herstellung von Papier, Farbstoffen, Arzneien, Kunst- oder Klebstoffen sowie zur Reinigung von Metallteilen verwendet werden.

Die Grünen im Europaparlament rechneten sich an, dass auch Abgase von Dieselmotoren im Straßen- und im Bergbau in die Liste aufgenommen wurden. In den nächsten zwei bis fünf Jahren sollen die Mengen strikt begrenzt werden, die während eines achtstündigen Arbeitstags eingeatmet werden dürfen.

Die EU-Richtlinie deckt künftig insgesamt 22 Stoffe ab. Für einige der nun ergänzten Stoffe gibt es in Deutschland bereits eigene Grenzwerte, nicht alle sind aber so streng wie die neuen EU-Vorgaben. Die Einigung der Unterhändler der drei EU-Institutionen muss nun noch vom Rat der Mitgliedsländer und vom Europaparlament formal gebilligt werden.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Krebs
  • Arbeitsplatzgrenzwerte
  • Karzinogene
  • Mutagene
  • Polyzyklische aroma…
Mehr über Europäische Kommission
  • News

    EU-Kommission billigt Linde-Fusion mit Praxair unter Auflagen

    (dpa) Der Industriegasekonzern Linde kommt bei der geplanten milliardenschweren Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair voran. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission billigen den anvisierten Zusammenschluss zu einem neuen Branchenriesen, wie die Behörde am Montag in Brüssel mitteilte. Allerd ... mehr

    Brüssel hat Bedenken gegen BASF-Übernahme im Nylon-Markt

    (dpa) Die EU-Kommission hat Bedenken gegen die Übernahme des weltweiten Nylon-Geschäfts der belgischen Solvay-Gruppe durch BASF und leitet eine vertiefte Prüfung ein. Insbesondere befürchtet sie höhere Preise in der Produktionskette für Alltagsgegenstände wie Kleidung, Sportschuhe oder Tepp ... mehr

    Energieeffizienz in der EU soll bis 2030 um 32,5 Prozent steigen

    (dpa) Die Energieeffizienz in der Europäischen Union soll bis 2030 um 32,5 Prozent gesteigert werden. Darauf einigten sich Unterhändler des EU-Parlaments, der EU-Staaten und der EU-Kommission am späten Dienstagabend. «Dieser Deal ist ein wichtiger Schub für Europas Energie-Unabhängigkeit. E ... mehr

  • Behörden

    Europäische Kommission

    Die Europäische Kommission ist das Exekutivorgan der EU und vertritt die Interessen der gesamten EU (im Gegensatz zu den Interessen einzelner Länder). Der Begriff „Kommission“ bezeichnet sowohl das Kollegium der Kommissare als auch das europäische Organ selbst, dessen Hauptsitz sich in Brüs ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.