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07.05.2010: Medizinische Implantate auf biologischer Basis, Sonnenlichtkollektoren zur Beleuchtung von fensterlosen Räumen und Brechkraftmesser für Augen-OPs - das sind nur drei der insgesamt zehn Geschäftskonzepte, die beim diesjährigen Businessplan-Wettbewerb Nordbayern (Phase 2) ausgezeichnet wurden. Die Siemens AG und das netzwerk nordbayern überreichten am 4. Mai den Top 10 Preisgelder von insgesamt 10.000 Euro. Außerdem erhielten alle 61 Teilnehmer ein ausführliches Feedback auf ihre eingereichten Businesspläne - sowohl von erfahrenen Unternehmern als auch von Kapitalgebern. Auf der offiziellen Prämierungsveranstaltung in Coburg wurde darüber hinaus der mit insgesamt 3.500 Euro dotierte Hochschul-Gründer-Preis an die drei besten Gründer aus dem Hochschulumfeld vergeben. Auf den ersten Platz kam CoBaLT von der Universität Würzburg. Den zweiten Platz belegte die Metrilus GmbH von der Universität Erlangen-Nürnberg. Und der dritte Platz ging an Agrolytix, ebenfalls ein Team von der Universität Erlangen-Nürnberg.

„Die Qualität der eingereichten Businesspläne ist auch in diesem Jahr wieder sehr gut. Dies bestätigt uns darin, dass in der nordbayerischen Gründerszene auch weiterhin ein großes Potenzial steckt“, sagt Karl Fleischer, Niederlassungsleiter Bayreuth der Siemens AG. Dr. Benedikte Hatz, Geschäftsführerin des netzwerk nordbayern, fügt hinzu: „In diesem Jahr haben die Hälfte der Teilnehmer-Teams ihr Unternehmen bereits gegründet. Im vergangenen Jahr waren hingegen nicht einmal ein Drittel der Teams bereits gegründete Unternehmen.“

Der dreistufige Businessplan-Wettbewerb Nordbayern (BPWN), der unter anderem von der Siemens AG unterstützt wird, wurde in diesem Jahr bereits im zwölften Jahr vergeben. Er richtet sich an Gründer und Unternehmer aus Franken und der Oberpfalz. Neben dem Feedback auf den Businessplan und dem Preisgeld profitieren die Teilnehmer auch von der Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen. So richtet das netzwerk nordbayern regelmäßig Networking-Veranstaltungen aus und vermittelt auf Nachfrage direkte Kontakte zu potenziellen Kapitalgebern, Partnern oder Kunden. „Das Kontakte-Knüpfen ist laut einer Umfrage unter unseren BPWN-Teilnehmern einer der wichtigsten Gründe, warum sie beim Wettbewerb mitmachen“, betont Dr. Benedikte Hatz. „Wer diese Vorteile auch für sich nutzen möchte, ist übrigens herzlich eingeladen, bei der dritten Phase des diesjährigen Business-plan-Wettbewerb Nordbayern mitzumachen. Denn ein Einstieg ist jederzeit möglich.“ Ihren vollständigen Businessplan inklusive Finanzplanung und Finanzierungsstrategie sollten Gründer und Unternehmer spätestens bis zum 15. Juni 2010 beim netzwerk nordbayern abgeben.

Das sind die zehn Sieger des diesjährigen Businessplan-Wettbewerb Nordbayern (Phase 2) in alphabetischer Reihenfolge:

Agrolytix, Mittelfranken/Erlangen, Life Science

Mit mikroverkapselten Viren gegen Pflanzenschädlinge

Agrolytix entwickelt und produziert biologische Pflanzenschutzmittel für den ökologischen und integrierten Landbau. Basis sind insektenpathogene Viren, die in Mikrokapseln geschleust und so zu einem wirksamen und dennoch giftfreien Pflanzenschutzmittel werden. Die Kapsel schützt das Virus vor UV-Strahlung und ist außerdem mit einem Fraßlockstoff für die Schädlinge versehen. Das erste Produkt - GranuCaps Cp - richtet sich gegen einen weltweit verbreiteten Schädling im Apfelanbau.

Bavarian Optics, Mittelfranken/Nürnberg, Technologie

Sonnenlicht in jedem Raum

Mit dem Sollektor, einer Entwicklung der BavarianOptics GmbH, können auch Räume ohne Fenster mit natürlichem Sonnenlicht beleuchtet werden. Über eine lichtsammelnde Optik, die der Sonnenlaufbahn folgt, wird Sonnenlicht in Lichtleitfasern geleitet. Diese Lichtleitfa-sern transportieren das Sonnenlicht völlig flexibel an den gewünschten Ort. Somit ist es möglich, selbst innenliegende Räume mit echtem Sonnenlicht zu versorgen. Das gewonnene Tageslicht verringert den Bedarf an Kunstlicht und senkt die Stromrechnung. Der Sollektor überträgt ausschließlich das sichtbare Licht; infrarote und ultraviolette Strahlung werden nicht weitergeleitet.

Böhner-EH GmbH, Mittelfranken/Burghaslach, Technologie

Elektro-hydrostatischer Einzelantrieb kombiniert Vorteile

Lineare Bewegungen werden in der Industrie bisher entweder elektromechanisch, hydraulisch oder pneumatisch ausgeführt. Die Böhner-EH GmbH kombiniert die Vorteile der beiden ersteren Antriebstechniken. Ergebnis: Ein elektro-hydrostatischer Einzelantrieb in Form flexibel kombinierbarer Baureihen. Er vereint den Einzelantrieb der Elektromechanik mit einer hydraulischen Arbeitsweise. Die Vorteile: Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent, kleinere Antriebsgröße der Maschinen, geringerer Steuerungsaufwand, hohe Lebensdauer trotz Wartungsfreiheit und ein geringerer Geräuschpegel.

CoBaLT, Unterfranken/Würzburg, Life Science

Implantate auf biologischer Basis

Das CoBaLT-Team entwickelt neuartige Implantate auf biologischer Basis, die im orthopädischen Bereich Anwendung finden. Die Implantate stellen eine Basistechnologie zur Behandlung von Sehnen- und Bandverletzungen zum Beispiel an Schulter, Knie oder Fuß dar. Dieser neue Therapieansatz zeichnet sich durch eine hohe Stabilität und eine schnelle Einheilung aus. Desweiteren werden Komplikationen der bisherigen Standardverfahren vermieden.

Dr Pley Environmental GmbH, Oberfranken/Bamberg, Technologie

Katalysatoreinheiten für Kleinfeuerungsanlagen

Mit der Novellierung der Bundesemissionsschutzverordnung vom Dezember 2009 werden fortan auch Kleinfeuerungsanlagen wie Pelletheizungen und Kaminöfen in ihren Emissionen mit strengen Vorgaben reguliert. Dr Pley Environmental hat eine zum Patent angemeldete Katalysatoreinheit entwickelt, die Emissionen deutlich reduziert und dies auch über eine lange Betriebsdauer garantiert. Der Katalysator kann in neue Kleinfeuerungsanlagen eingebaut oder in bereits installierten Anlagen nachgerüstet werden.

Eyesight & Vision, Mittelfranken/Nürnberg, Life Science

Assistent für Augen-OPs

Die Eyesight & Vision GmbH i.Gr. hat ein intraoperatives Wellenfrontmessgerät entwickelt, das die lokale Brechkraft des menschlichen Auges flächendeckend misst - und das innerhalb der Rekordzeit von 20 Millisekunden. Das Gerät liefert dem Chirurgen zum Beispiel während einer Operation des Grauen Star unmittelbare Informationen zur Lage, Zentrierung und Brechkraft der Intraokularlinse. Damit kann der Chirurg dem Patienten erstmalig die Zielrefraktion garantieren.

IPM AG, Oberpfalz/Neumarkt i.d.Opf., Technologie

Die Materialtuner

Die IPM AG bezeichnet sich selbst als „Materialtuner“ und hat sich darauf spezialisiert, die Eigenschaften von Kunststoffgranulaten und -pulvern gezielt zu verbessern. Auf Basis langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit in der Strahlenvernetzung von Kunststoffen hat das Unternehmen ein neuartiges und mehrstufiges Verfahren zur gezielten Modifikation von Polymeren entwickelt. Das Verfahren bietet Verarbeitern von Kunststoff vielfältigere Möglichkeiten beim Materialeinsatz und hilft gleichzeitig Kosten einzusparen.

Metrilus GmbH, Mittelfranken/Erlangen, luK (Informations- und Kommunikationstechnologie)

Softwareprodukt macht aus Kamera Messgerät

Time-of-Flight (ToF)-Kameras sind eine revolutionäre und kostengünstige Lösung, die Welt dreidimensional zu erfassen. Bisher wurden diese Kameras vor allem in der Industrie- und Automatisierungstechnik eingesetzt. Die Metrilus GmbH entwickelt Softwareprodukte, die die ToF-Kamera auch für die Medizintechnik interessant macht. So kann sie hier zum Bei-spiel als 3D-Messgerät eingesetzt werden. Das Messen der Atembewegung ist damit auch ohne Berührung oder Marker möglich.

SilberTool GmbH, Mittelfranken/Erlangen, Technologie

Gewinderollen im Handumdrehen

Die SilberTool GmbH hat ein handliches Werkzeug entwickelt, mit dem Handwerker Außengewinde mit einem Durchmesser von bis zu 16 mm vor Ort beim Kunden rollen können. Eine Technik, die bisher nur bei stationären Maschinen in der industriellen Fertigung zum Einsatz kam. Außerdem können mit dem neuen Gerät beschädigte Außengewinde an beliebiger Position bis 36 mm repariert werden, indem sie innerhalb von Sekunden und mit wenigen Handgriffen zurückverformt werden. Das bedeutet weniger Arbeits- und Zeitaufwand sowie neue Reparaturmöglichkeiten für Werkstätten oder Servicemitarbeiter.

TM3 Software GmbH, Oberpfalz/Regensburg, luK

Optimiertes Warenwirtschaftssystem für kleinere Handelsbetriebe

Gerade viele kleine und mittelgroße Handelsbetriebe arbeiten mit veralteten Warenwirtschaftssystemen. Die TM3 Software GmbH hat deswegen speziell für diese Zielgruppe ein System entwickelt, wie es bislang nur von Konzernen verwendet wurde. Auf diese Weise können kleine und mittlere Unternehmen ihre Warenlager und Geschäftsprozesse optimieren. Dabei legt das TM3-System, das vollständig neu entwickelt wurde, seinen Schwerpunkt auf Echtzeit-Lagerlogistik. Es wird bereits erfolgreich in verschiedenen Betrieben eingesetzt.

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