Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Deutsche Chemie- und Pharmabranche peilt 2018 Umsatzrekord an

Sorgen bereitet der Schlüsselindustrie aber die Politik

07.12.2017

PublicDomainPictures, pixabay.com, CC0

Symbolbild

(dpa) Die deutsche Chemie- und Pharmabranche erwartet nach einem starken laufenden Jahr auch 2018 kräftige Zuwächse. Der Umsatz werde dank der robusten Weltwirtschaft um 3 Prozent zulegen und könnte dann erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro knacken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mit. «Wir sind zuversichtlich, dass sich der Aufschwung im kommenden Jahr fortsetzt», so VCI-Präsident Kurt Bock.

Während die Industrienachfrage in Deutschland selbst weiter hoch sei, kurbele die Erholung der Wirtschaft in Europa die Exporte an. Sorgen bereiten der Branche aber die langwierige Regierungsbildung in Berlin und Unsicherheiten rund um den Brexit. «Politisch müssen wir uns weiter auf turbulente Zeiten einstellen», warnte Bock.

Im laufenden Jahr soll der Umsatz der Branche um 5,5 Prozent auf fast 195 Milliarden Euro wachsen, die Produktion um 2,5 Prozent - beides mehr als jüngst vorhergesagt. Die Erzeugerpreise stiegen zudem um 3 Prozent. Neben dem Europa- zog auch das Asiengeschäft an.

Wegen der hohen Nachfrage aus der Industrie und steigenden Ölpreise konnte die Branche Preiserhöhungen an Kunden weitergeben. Zur Entwicklung bei Endprodukten, in die Chemie-Rohstoffe einfließen, gab der Verband keine genaueren Einschätzungen ab. Mit dem Aufschwung sei die Zahl der Beschäftigten auf über 451.000 hierzulande gestiegen - den höchsten Stand seit 13 Jahren.

Gemessen an der außergewöhnlich kräftigen Erholung 2017 werde das Wachstumstempo der deutschen Schlüsselbranche im neuen Jahr etwas nachlassen, hieß es. Die Produktion solle aber immer noch kräftig um 2 Prozent zulegen, die Erzeugerpreise um 1 Prozent.

Kritik äußerte Bock an der Politik. Obwohl der finanzielle Spielraum der künftigen Regierung so hoch sei wie nie, hätten sich die Parteien auf keinen Plan für den Standort Deutschland einigen können. «Das ist bedauerlich und unbefriedigend.» Er forderte erneut eine steuerliche Forschungsförderung und wettbewerbsfähige Strompreise für die energieintensive Chemiebranche. Bock verwies darauf, dass die EU noch schärfere Emissionsregeln plane. Ein «überhasteter Ausstieg» aus der Kohleenergie sei falsch, weil höhere Stromkosten Jobs kosteten.

Sorgen bereitet dem VCI auch der Brexit. Sollte die britische Regierung Chemie- und Pharmazölle auf dem Niveau heutiger EU-Außenzölle einführen, drohten jährliche Kosten von 200 Millionen Euro. Noch teurer werde es, falls sich die Vorschriften für Chemikalien auseinander entwickeln.

Die Chemiebranche hatte zuletzt schwere Jahren erlebt. Auch wegen des Einbruchs der Ölpreise waren die Erzeugerpreise 2016 gefallen, der Umsatz fiel. Mit der Erholung der Ölpreise und der robusten Weltkonjunktur hatte die Branche dieses Jahr aber an Fahrt gewonnen. Sie ist als Lieferant für die Auto-, Bau- und Konsumgüterindustrie auch ein wichtiger Signalgeber für die Konjunktur.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über VCI
  • News

    VCI: Pauschale Kritik an Qualität der Registrierungsdossiers nicht gerechtfertigt

    Die Süddeutsche Zeitung hat in der Ausgabe vom 12. Oktober in einem Bericht die Qualität und Vollständigkeit von Dossiers deutscher Chemieunternehmen zur Registrierung von Chemikalien gemäß der EU-REACH-Verordnung kritisiert. Die Redakteure beziehen sich dabei auf die Ergebnisse einer gemei ... mehr

    Henkel-Chef übernimmt Führung des Chemieverbandes

    Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) hat in Ludwigshafen Hans Van Bylen zum Präsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Kurt Bock an. Van Bylen ist Vorsitzender des Vorstands der Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf. In der Funktion als Vizepräsident gehört ... mehr

    VCI: Binnenmarkt ist nicht verhandelbar

    Vor den Brexit-Gesprächen auf dem informellen EU-Gipfel in Salzburg betont der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, die Dringlichkeit einer baldigen Verhandlungslösung. Bewegung fordert er vor allem vom Vereinigten Königreich: „Das Chequers-Papier ... mehr

  • Stellenangebote

    Referent (m/w)

    Für unsere Abteilung Wissenschaft, Technik und Umwelt suchen wir ab sofort eine/n Referent (m/w) Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit wird die Analyse, Bewertung und Aufbereitung von na­tio­na­len und europäischen gesetzlichen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ent­wick­lung­en i ... mehr

  • Verbände

    Verband der Chemischen Industrie Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

    Die Interessen und Belange unserer Mitgliedsunternehmen vertreten wir gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Entscheider aus den Unternehmen leiten und begleiten unser Tun. Unsere Themen reichen von betrieblichen Rechtsfragen über Chemikalienpolitik bis hin zur Europa-Politik. mehr

    Verband der Chemischen Industrie e.V.,Landesverband Nordost

    Die Chemieverbände Nordost vertreten die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der ostdeutschen chemischen Industrie gegenüber Politik, Behörden, Gewerkschaft, Wissenschaft und Medien. mehr

    Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)

    Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von 1.600 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deut ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.