Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Apolipoprotein E



Apolipoprotein E (ApoE) ist ein wichtiges Apoprotein des Chylomikrons und bindet rezeptorspezifisch unter anderem an Leberzellen. ApoE hat die Funktion, Triglyzerid-reiche Lipoproteinbestandteile zu verstoffwechseln. Das ApoE-Gen sitzt beim Menschen auf Chromosom 19, zusammen mit den Genen für APOC1 und APOC2. Mutationen in ApoE können familiäre (genetisch bedingte) erhöhte Triglyzerid- und Cholesterin-Spiegel im Blut verursachen. Andere Mutationen in ApoE verursachen Infantile Zerebralparese. Das Protein ApoE besteht aus 299 Aminosäuren und tranportiert Triglyzeride, fettlösliche Vitamine und Cholesterin zuerst in die Lymphbahn und dann ins Blut. ApoE wird vor allem in der Leber exprimiert, aber auch in Gehirn, Nieren und Milz. Im Gehirn produzieren vor allem Mikroglia- und Astrogliazellen ApoE. Neuronen exprimieren vor allem Rezeptoren für ApoE, von denen bis heute (2007) sieben verschiedene bekannt sind. Sie gehören zur Familie der LDL-Rezeptoren. Das ApoE-Gen zeigt einen Polymorphismus: drei wichtige Allele treten auf, nämlich ApoE2, ApoE3 und ApoE4. Die entsprechenden Proteine unterscheiden sich nur in einer einzigen Aminosäure an Position 112 beziehungsweise 158, haben aber großen Einfluss auf das Leben der betroffenen Menschen:

  • E2 spielt eine Rolle bei der Erbkrankheit Typ III Hyperlipoproteinämie und sowohl bei erhöhtem/erniedrigtem Risiko für Atherosklerose.
  • E4 spielt eine Rolle bei Atherosklerose und Alzheimer-Krankheit, beeinträchtigter kognitiver Funktion, und reduziertem Neuritenwachstum. Die Genotypen ApoE 4,4 und ApoE 3,4 werden mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit jünger an Alzheimer zu erkranken in Verbindung gebracht. Der Genotyp ApoE 2,3 wird mit einem verminderten Risiko für Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang gebracht. Unter den ApoE-4-Trägern spielt auch das Gen GAB2 bei der Alzheimer-Krankheit eine Rolle.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Apolipoprotein_E aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.