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Bamford-Stevens-Reaktion



Die Bamford-Stevens-Reaktion ist eine chemische Reaktion zur Synthese von Alkenen aus Ketonen mittels eines Arylsulfonhydrazids und Alkoholaten als Base. Sie ist benannt nach ihren Entdeckern William Randall Bamford und Thomas Stevens Stevens.

Zunächst wird das Keton mit einem Arylsulfonhydrazid zum Sulfonylhydrazon (1) umgesetzt. Dieses wird dann durch ein Alkoholat deprotoniert (2), woraus sich unter Abspaltung des Arylsulfinats die Diazo-Verbindung (3) bildet. Für den weiteren Verlauf der Reaktion ist nun entscheidend, ob in protischem oder aprotischem Lösungsmittel gearbeitet wird.

In protischen Lösungsmitteln wird im nächsten Schritt ein Proton von diesem unter Bildung des Diazons (4) abstrahiert. Unter Abspaltung von molekularem Stickstoff wird daraus das kurzlebige Carbokation (5) gebildet, welches durch Abstaktion eines Protons das gewünschte Alken bildet.

In aprotischen Lösungsmitteln bildet sich die Diazo-Verbindung (6), die unter Abspaltung molekularen Stickstoffs das Carben (7) ergibt. Hieraus bildet sich nun durch eine Hydrid-Verschiebung das gewünschte Alken


Die Wahl des Lösungsmittels ermöglicht eine gewisse Selektivität bezüglich des Produkts. Durch Einsatz von aprotischen Lösungsmitteln wird vornehmlich das cis-Alken erhalten, während die Reaktion in protischen Lösungsmitteln ein Gemisch aus cis- und trans-Isomer ergibt.

Die Bamford-Stevens-Reaktion ist verwandt mit der Shapiro-Reaktion, bei der Lithiumalkyle anstelle der Natriumalkoholate als Basen verwendet werden.


Literatur

W. R. Bamford, T. S. Stevens, J. Chem. Soc. 1952, 4735-4740

 
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