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Coltan



  Coltan (auch Koltan) ist ein Roherz in Zentralafrika, aus dem vorrangig das Metall Tantal (Ta) gewonnen wird. Der Name „Coltan“ leitet sich von der Mineralgruppe Columbit-Tantalit ab.

Die chemische Zusammensetzung dieser Mineralgruppe ist sehr variabel: So sind die reinen Metalloxide Niobit (Columbit) und Tantalit als Endglieder einer natürlichen Mischungsreihe der allgemeinen chemischen Formel (Fe,Mn)(Nb,Ta,Sb)2O6 anzusehen. Unter den vielen Varietäten sind die wichtigsten das eisenreiche Mineral Ferrotantalit bzw. Ferroniobit und das antimonreiche Stibiotantalit bzw. Stibioniobit. Primär an Kristallin-Gesteine, u.a. an Alkali-Pegmatit-Gänge gebunden, finden sich diese Minerale häufig auch auf sekundärer Lagerstätte wie z.B. in Schwermineral-Seifen.

Der Coltan-Abbau Zentralafrikas konzentriert sich im wesentlichen auf die Kiwusee-Region in der Demokratischen Republik Kongo. In den Coltan-Minen Zentralafrikas gewinnen sogenannte „local diggers“ („creuseurs“) aus dem Erdreich durch Nasssiebung und Schweretrennung Konzentrate für die weitere Verhüttung. Die Spitzenwerte in diesen Konzentraten liegen bei 40 bis 45 % Tantalit (Tantaloxid Ta2O5).

"Den Zusammenhang für die schwindenden Lebensräume der Menschenaffen und der rasant wachsenden Handyzahlen stellt eine Studie des Worldwatch-Instituts aus den USA dar. Der Forscher und Autor der Studie Erik Assydourian belegt darin, dass durch den Abbau des Erzes Coltan, das für die Herstellung der Mobiltelefone benötigt wird und das praktisch nur im Kongo zu finden ist, die Affen zunehmend verdrängt werden. Dies ist laut Assydourian auch dadurch begründet, dass die Bereitschaft zum Recyclen der Handys fehlt und die Rohstoffe für neue Geräte in der Natur gewonnen werden müssen. Im Jahr 2005 gab es rund 2,1 Mrd. Handys weltweit."

Weitere bedeutende Tantal-Niob-Lagerstätten finden sich in Brasilien, Kanada und Westaustralien.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Tantal

Das Metall Tantal wird wegen seiner hohen Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit in der Industrie vielfältig eingesetzt, unter anderem zur Herstellung von chirurgischen Instrumenten und in der Hochvakuumtechnik. Seit einigen Jahren wird es auch in der modernen Mikroelektronik für die Produktion von kleinsten Kondensatoren mit hoher elektrischer Kapazität verwandt, die zum Beispiel in Mobiltelefonen und Laptops eingesetzt werden.

Im Dezember 2000 führte die hohe Nachfrage nach solchen Geräten zu einer Vervielfachung des Weltmarktpreises für Tantal (480 Dollar/kg), der zeitweise sogar den Preis für Silber übertraf. Danach pendelte sich der Preis wieder ein und erreichte im Frühjahr 2005 einen Wert von unter 80 Dollar/kg.

Die hohen Gewinne und die mangelnde staatliche Überwachung während des Bürgerkrieges in der Demokratischen Republik Kongo führten zu völlig planlosen Bergbauaktivitäten. Gravierende Umweltschäden waren die Folge. Unter anderem wurden größere Flächen des schon stark reduzierten Lebensraumes der Gorillas zerstört.

Gleichzeitig ermöglichten die Einnahmen aus dem Bergbau und mangelhaft kontrollierte Embargos den lokalen Milizführern - vor allem Rebellen des Rassemblement Congolais pour la Démocratie (RCD, „Kongolesische Sammlung für Demokratie“) - die Bezahlung von Soldaten, den Kauf von Waffen und die Fortsetzung des Bürgerkrieges.

Niob

Das Metall Niob (Nb) ist mit Tantal chemisch eng verwandt. So soll es das z.Zt. teurere Tantal bei der Erstellung von Kondensatoren ersetzen. Es wird ebenfalls zur metallurgischen Herstellung von harten und hitzebeständigen Legierungen (Superlegierungen) für Gasturbinen und Raketenteile verwendet.

Hauptlieferant des Niobs ist das eisenarme Mineral Pyrochlor, das neben Nb wechselnde Anteile weiterer Kationen (Ta, Ti, Ca, Na etc...) enthält. Es wird in der Kivu-Region im Osten Kongos abgebaut.

Links zur politischen Situation im Hauptabbaugebiet von Coltan

  • The Impact of Coltan Mining on Gorillas and other Wildlife in Eastern DR Congo (en)
  • SZ-Artikel: „Krieg um Rohstoffe“
  • /Podcast von DRS2: "Waffen gegen Diamanten im Kongo"
  • Sollen im Kongo deutsche Interessen vertreten werden?

Fußnoten

     
    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Coltan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
    Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.