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Gesellschaft Deutscher Chemiker



Die Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (Abkürzung: GDCh) ist eine Fachorganisation in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main, die ursprünglich nur Chemikerinnen und Chemikern offen stand. Die GDCh wurde 1949 in Frankfurt am Main in der Tradition der Deutschen Chemischen Gesellschaft (DChG, gegründet 1867) und des Vereins Deutscher Chemiker (VDCh, gegründet 1887) aus Vorläufervereinigungen der Besatzungszonen gegründet. Mit der Satzungsänderung mit Wirkung vom 11. Oktober 2006 kann jeder Interessierte Mitglied der Gesellschaft werden, wenn er die Zwecke und Ziele der Gesellschaft unterstützen will und an der Chemie wissenschaftlich interessiert ist. So verpflichtet sich jedes Mitglied der GDCh u.a. zur Einhaltung des Verhaltenskodex, in dem sich die Mitglieder u.a. zu Freiheit, Toleranz und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft bekennen.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Überblick

Die GDCh gliedert sich in zur Zeit insgesamt 25 Fachgruppen, Arbeitskreise und Sektionen, die zum einen nach Fachgebieten (Anorganische Chemie, Lebensmittelchemische Gesellschaft usw.), zum anderen nach Interessengruppen (Frauenarbeit, Öffentlicher Dienst) geordnet sind. Die Aufgabe der GDCh ist die Förderung der Chemie und der Chemiker auf gemeinnütziger Grundlage, unter anderem durch Tagungen, Fortbildungen und die Herausgabe von Fachliteratur.

Die GDCh hat zur Zeit mehr als 27.000 Mitglieder (Stand 2007) aus Wissenschaft, Wirtschaft und freien Berufen, die in über 60 Ortsverbänden regional strukturiert sind sowie rund 4.900 studentische und Jungmitglieder. Das JungChemikerForum (JCF) ist ein Zusammenschluss der jungen Mitglieder der GDCh, vorrangig Studenten und Doktoranden. Das 1997 gegründete JungChemikerForum ist unterteilt in regionale Gruppen (meist an Chemie-Universitätsstandorten). Derzeit gibt es 44 regionale Jungchemikerforen (Stand 2007).

Um der demografischen Entwicklung seiner Mitglieder Rechnung zu tragen, wurde im Oktober 2006 die Gruppe der Seniorexperten Chemie (SEC, engl. Senior Expert Chemists) ins Leben gerufen. Hier engagieren sich die nicht mehr im Berufsleben oder nicht mehr voll im Berufsleben stehenden Chemikerinnen und Chemiker.

Die GDCh gibt die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift Nachrichten aus der Chemie heraus. Außerdem ist die GDCh u.a. Herausgeber und Eigentümer der Fachzeitschrift Angewandte Chemie sowie einer Anzahl weiterer chemiewissenschaftlicher Zeitschriften. Die GDCh ist weiterhin Eigentümer der Gmelin-Datenbank für Anorganische Chemie.

Preise

Gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Stadt Frankfurt am Main verleiht die GDCh die hohe Auszeichnung "Otto-Hahn-Preis". Der Otto-Hahn-Preis ist mit 50.000 EUR dotiert und damit einer der höchst-dotierten deutschen Preise in den Naturwissenschaften. Ebenfalls mit 50.000 dotiert ist der Karl-Ziegler-Preis der gleichnamigen, bei der GDCh angesiedelten Stiftung (s.u.). Weitere Preise der GDCh sind (zumeist mit 7.500 EUR dotiert):

  • Adolf-von-Baeyer-Denkmünze (Organische Chemie)
  • Alfred-Stock-Gedächtnis-Preis (Anorganische Chemie)
  • Arfverdson-Schlenk-Preis (gestiftet von der Chemetall GmbH, Lithiumchemie)
  • August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze (fächerübergreifend)
  • Carl-Duisberg-Gedächtnispreis (fächerübergreifend, für Nachwuchswissenschaftler)
  • Emil-Fischer-Medaille (Organische Chemie)
  • Fresenius-Preis (Analytische Chemie)
  • Wöhler-Preis für Ressourcenschonende Prozesse
  • Gmelin-Beilstein-Denkmünze (Chemieinformation, Geschichte der Chemie)
  • Hermann-Staudinger-Preis (Makromolekulare Chemie)
  • Horst-Pracejus-Preis (Chiralität in der Chemie)
  • Joseph-König-Gedenkmünze (Lebensmittelchemie)
  • Liebig-Denkmünze (fächerübergreifend)
  • Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für Schriftsteller und Journalisten
  • Wilhelm-Klemm-Preis (Anorganische Chemie)
  • Wilhelm-Ostwald-Nachwuchspreis (fächerübergreifend, gemeinsam mit der Deutschen Bunsen-Gesellschaft und der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft)

Bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind mehrere Stiftungen angesiedelt, die neben Fördermaßnahmen auch Auszeichnungen vergeben:

  • Georg-Manecke-Stiftung, benannt nach Georg Manecke (1916-1990)
  • Hellmut-Bredereck-Stiftung, benannt nach Hellmut Bredereck (1904-1981)
  • Hermann-Schnell-Stiftung, benannt nach Hermann Schnell (1916-1999)
  • Karl-Ziegler-Stiftung, benannt nach Karl Ziegler (1898-1973); Karl-Ziegler-Preis, Karl-Ziegler-Förderpreis
  • Klaus-Grohe-Stiftung, benannt nach Klaus Peter Grohe (* 1934); Klaus-Grohe-Preis für medizinische Chemie
  • Hans-R.-Jenemann-Stiftung, benannt nach Hans R. Jenemann (1920-1996); Paul-Bunge-Preis

Projekte

Die GDCh fördert die Chemie in Lehre, Forschung und Anwendung und engagiert sich für Verständnis und Wissen von Chemie und chemischen Zusammenhängen in der Öffentlichkeit u.a. auch in folgenden Projekten:

  • Forschungs- und Technologieführer - online, mit mehr als 2.400 registrierten chemischen Forschungsarbeitskreisen bundesweit
  • Im Jahr der Chemie 2003 als führende Chemieträgerorganisation
  • Mit dem Programm "Historische Stätten der Chemie" würdigt die GDCh Leistungen von geschichtlichem Rang in der Chemie
  • Wöchentlich in der aktuellen Wochenschau werden Einblicke in aktuelle Forschungsthemen verschiedener Teilbereiche der Chemie vermittelt (bisherige Themen: Analytische Chemie, Elektrochemie und Farben & Lacke
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Gesellschaft_Deutscher_Chemiker aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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