Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Hydride



Hydride sind negativ geladene Wasserstoff-Ionen, H. Ursprünglich galt diese Bezeichnung nur für Verbindungen, in welcher der Wasserstoff die Oxidationszahl –1 besitzt. Es handelt sich hierbei größtenteils um Verbindungen des Wasserstoffs unter Beteiligung der stark elektropositiven Metalle der 1. und 2. Hauptgruppe.

Es werden jedoch mittlerweile so gut wie alle Wasserstoff enthaltende Verbindungen als Hydride bezeichnet. Diese können in vier Typen unterteilt werden:

  • Kovalente Hydride
  • Salzartige Hydride
  • Metallische Hydride
  • Komplexe Übergangsmetallhydride

Wichtig ist dabei anzumerken, dass hier eine scharfe Trennung (in kovalente, salzartige, ...) nicht möglich ist, da sich die Bindungsverhältnisse nicht abrupt, sondern stetig ändern. Unterschiedliche Lehrbücher ziehen die Trennlinien auch unterschiedlich.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Kovalente Hydride

Hierbei handelt es sich um Wasserstoffverbindungen mit den Halbmetallen und Nichtmetallen der 3.–7. Hauptgruppe. Unter Normalbedingungen handelt es sich meist um Gase oder Flüssigkeiten. Die wichtigste Gruppe dieser Verbindungen sind die Kohlenwasserstoffe. Die Polarität der Bindung hängt hierbei von den Bindungspartnern ab, so gibt es

  • Verbindungen mit negativiertem Wasserstoff, in welchem der Wasserstoff die Oxidationszahl −1 hat. In kovalenten Verbindungen sind diese eher als Sonderfälle zu betrachten. Beispiele sind Silane oder Borane. Hier hat der Wasserstoff eine basische Funktion und wirkt als Reduktionsmittel.
  • Verbindungen, welche eine schwach polare Wasserstoffbindung enthalten. Wichtig sind hier die Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen der Kohlenwasserstoffe, die als unpolar betrachtet werden. Auch hier erhält der Wasserstoff die Oxidationszahl +1.

Salzartige Hydride

Salzartige Hydride sind ionische Verbindungen, welche das Hydridion H enthalten. Beteiligt sind hier stark elektropositive Metalle der 1. und 2. Hauptgruppe, mit Ausnahme von Beryllium. Sie kristallisieren in einem Ionengitter. Sie dienen technisch und synthesechemisch als Reduktionsmittel für organische Verbindungen; am wichtigsten sind hier Lithiumaluminiumhydrid und Natriumborhydrid.

Metallische Hydride

In diesen ist der Wasserstoff in das Metallgitter von Übergangsmetallen eingelagert. Die Metallhydride sind hochexplosiv. Meist sind diese nicht stöchiometrisch zusammengesetzt. Die Einlagerung verändert die Struktur des Metallgitters, und somit auch elektronischen Eigenschaften desselben. Beispiele für stöchiometrische Strukturen:

  • In der NiAs-Struktur kristallisieren: MnH, CrH
  • In der Fluoritstruktur kristallisieren: TiH2, VH2, CrH2, CeH2,

Komplexe Übergangsmetallhydride

Die komplexen Übergangsmetallhydride sind ternäre Verbindungen, welche aus Hydridionen, einem Übergangsmetall (M) und einem elektropositiven Metall (A) bestehen. Sie haben die allgemeine Form AxMyHz. Es existiert eine große Anzahl dieser Verbindungen, allgemein werden sie jedoch unterschieden in Erdalkali-Übergangsmetallhydride und Alkali-Übergangsmetallhydride. Sie kristallisieren in einem Kristallgitter, die komplexe Anionen enthalten.

Siehe auch

Kristallsystem, Chemische Bindung, Nickel-Metallhydrid-Akkumulator, Titandihydrid

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hydride aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.