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Hypophosphatasie



Klassifikation nach ICD-10
E83.3 Störungen des Phosphorstoffwechsels
Hypophosphatasie
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Hypophosphatasie ist eine seltene, vererbliche, derzeit nicht heilbare Stoffwechselerkrankung, die sich vor allem im Skelettaufbau manifestiert. Sie wird auch als Rathbun-Syndrom oder Phosphatasemangelrachitis bezeichnet und häufig mit anderen Krankheiten wie Rachitis oder Osteoporose oder der "Glasknochenkrankheit" Osteogenesis imperfecta verwechselt.

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Einfach ausgedrückt, sorgen mehrere genetische Besonderheiten auf einem bestimmten Gen (1p34-36) dafür, dass das Enzym alkalische Phosphatase - genauer gesagt, die gewebe-unspezifische alkalische Phosphatase (engl. TNSALP - für tissue non-specific alkaline phosphatase) - in zu geringer Konzentration hergestellt wird und/oder zu wenig Aktivität zeigt. Die alkalische Phosphatase (ALP) besteht aus mehreren Isoenzymen (gemessen wird aber meistens nur die gesamte ALP im Blut), die in unterschiedlichen Organen im Körper und in den Knochen produziert werden. Es gibt spezifische ALPs (intestinal type, placental type, pseudo-placental type) und eine gewebeunspezifische ALP (bone/liver/kidney type).

Die alkalische Phosphatase spielt eine wesentliche Rolle beim Aufbau der Knochen. Es lässt sich daher leicht vorstellen, was passiert, wenn dieses Enzym in nicht ausreichender Menge zur Verfügung steht: Diejenigen Zellen, die den Knochen aufbauen, die Osteoblasten, benötigen dazu große Mengen der alkalischen Phosphatase, die sie teilweise selbst herstellen, teilweise aus dem Blutkreislauf entnehmen. Die ALP spaltet u.a. das anorganisches Pyrophosphat auf und gewinnt so Phosphat für den Knochenaufbau. Gemeinsam mit Kalzium wird daraus in den Osteoblasten Knochenmineral generiert. Dadurch, dass bei der Hypophosphatasie die alkalische Phosphatase defekt ist, reichert sich anorganisches Pyrophosphat im Organismus an und hemmt aktiv weitere Knochenmineralisierung. Durch die erhöhten Pyrophosphatwerte kommt es aber immer wieder auch zu einer Erhöhung der Prostaglandinwerte und in der Folge zu entzündlichen Reaktionen in den Knochen, in den Gelenken - aber auch der Muskulatur, die dann gelegentlich mit den Symptomen anderer Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose/Arthritis (und teilweise sogar mit Knochenkrebs) verwechselt werden.

Neben dem anorganischen Pyrophosphat werden bei der Hypophosphatasie auch Phosphoethanolamin und Pyridoxal-5-Phosphat) zu wenig umgesetzt und reichern sich in Blut und/oder Urin an, wo sie zur sicheren Diagnose der Hypophosphatasie dienen.

Die Forschung unterscheidet insgesamt fünf verschiedene Verlaufsformen der Hypophosphatasie, die dadurch eine sehr große Variabilität hinsichtlich ihre klinischen Erscheinungsbildes (Phänotyp) aufweist.

Die Folgen des Mangels an alkalischer Phosphatase sind für den gesamten Körper gravierend: Im Säuglingsalter zeigen sich Deformierungen des Schädels durch vorzeitig verknöcherte Schädelnähte, durch zu weiche Knochen im Brustkorb kommt es zu Problemen mit der Atmung, fast alle Knochen können brechen oder sich verformen. Diese Tendenz steigt mit der mechanischen Belastung, etwa beim Laufen. Da auch die Wachstumsfugen der Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden, ist Minderwuchs ebenfalls ein häufiges Symptom der Hypophosphatasie. Die Symptome sind allerdings nicht nur auf den Skelettaufbau beschränkt, sondern betreffen auch weitere Körperfunktionen, wie die Verdauung und die Nervenfunktion. Ebenfalls typisch ist ein verfrühter Verlust sowohl der Milchzähne als auch der zweiten Dentition.

Obwohl überwiegend vererbt (Spontanmutationen sind nicht ausgeschlossen), kann die Hypophosphatasie in jedem Lebensalter erstmals auftreten bzw. Symptome verursachen.

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hypophosphatasie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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