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Leichtbenzin



  Leichtbenzine (Petrolether) sind eine leichtentzündliche Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe (C7 bis C11) in der Zusammensetzung von ca. 55% Paraffinen, 30% Monocycloparaffinen, 2% Dicycloparaffinen and 12% Alkylbenzenen. Sie sind nonpolar.

Die einzelnen Siedepunkte liegen bei Butan bei 1 °C, bei Pentan bei 36 °C, bei Hexan bei 69 °C bis etwa bei Nonan bei 128 °C. Eine typische Leichtbenzinmischung für das Labor siedet bei 60 °C bis 90 °C, aber auch andere Mischungen sind gängig. Die 60-80 °C Mischung wird benutzt als Ersatz für Hexan. Das spezifische Gewicht von Leichtbenzin beträgt 0,6 bis 0,7 g/cm³.

Ligroin (Petroleumbenzin, Petroleumäther mit einem spezifischem Gewicht von 0,670 bis 0,700 g/cm³) musste ein Apotheker in Wiesloch 1888 zur Verfügung stellen, als Bertha Benz mit ihren Söhnen und einem verbesserten Modell des Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 ihres Mannes Karl Benz von Mannheim nach Pforzheim fuhr. Somit wurde eine Apotheke zur ersten Tankstelle der Welt.

Gasolin (Hydririn, Petroleumäther mit einem spezifischem Gewicht von 0,655 bis 0,670 g/cm³) wurden die im Erdöl bzw. Erdgas enthaltenen Leichtbenzine genannt, die man Ende des 19. Jhd. u.a. bei der Erzeugung des sogenannten Luftgases für Beleuchtungszwecke in den sogenannten Luftgasapparaten einsetzte. Diese werden bei der Entspannung im Separator verdampft. Die Gewinnung des Gasolins erfolgte mit Aktivkohle nach dem Bayerverfahren.

Der Begriff Gasoline für Benzin wird heute noch in vielen englischsprachigen Ländern (neben "petrol") benutzt und häufig zu "gas" abgekürzt. Ligroin wird im Englischen auch als benzine bezeichnet.

Als Wundbenzin wird ein besonders reines Leichtbenzin (Alkan-Gemisch) mit einem Siedebereich von ca. 40 - 60 °C bezeichnet. Wegen seiner fettlösenden Eigenschaften können damit Ölreste, aber auch Rückstände von Heftpflastern entfernt werden (daher der Name). Wundbenzin ist hochentzündlich, hat jedoch im Gegensatz zu Alkohol keine antibakterielle Wirkung.

Leichtbenzin wird seit 1850 in der Chemischen Reinigung verwendet, weswegen es auch als Waschbenzin oder Fleck(en)benzin bezeichnet wird (vgl. Testbenzin).

Siehe auch

 
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