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Muscarin



Strukturformel
Allgemeines
Name Muscarin
Andere Namen
  • L(+)-Muscarin
  • (2S,4R,5S)-(4-hydroxy- 5-methyl-tetrahydrofuran-2-ylmethyl)- trimethyl-ammonium
Summenformel C9H20O2N+
CAS-Nummer 300-54-9
Eigenschaften
Molare Masse 174,26 g/mol
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung

R- und S-Sätze R: ?
S: ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Muscarin ist ein Pilzgift. Es wirkt an den muscarinergen Acetylcholinrezeptoren der Synapsen wie Acetylcholin und wird von der Acetylcholinesterase nicht abgebaut. Seine Wirkungen führen zu Tobsuchtsanfällen, Atemlähmung, Pupillenverengung (Miosis) und zu vermehrtem Speichel- und Tränenfluss.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Es wurde ursprünglich (1869) im Fliegenpilz (Amanita muscaria) als erstes Pilzgift entdeckt und nach diesem benannt, sowie für dessen Gift-/Rauschwirkung verantwortlich gemacht. Nach späteren Erkenntnissen kommt es dort jedoch nur in Spuren (2-3 mg/kg; Vergleich: ca. 500 mg/kg Muscimol) vor, für die Wirkung des Fliegenpilzes sind andere Substanzen (Ibotensäure und Muscimol) verantwortlich. In größeren Mengen kommt es in verschiedenen Trichterlingen und Risspilzen vor (Risspilze enthalten die bis zu 200fache Muscarinmenge eines Fliegenpilzes) und ist für deren Giftwirkung verantwortlich.

Bei einer Muscarin-Vergiftung steht Atropin als Antidot zur Verfügung.

Literatur

  • Taschenatlas der Toxikologie, Franz-Xaver Reichl, 2. aktualisierte Auflage; http://www.thieme.de; ISBN 3-13-108972-5;

Siehe auch

  • Muskarin-Syndrom bei Pilzvergiftung
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Muscarin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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