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Selegilin



Steckbrief
Name (INN) Selegilin
Wirkungsgruppe

MAO-B-Hemmer

Handelsnamen
  • Movergan®
  • Antiparkin®
  • XiloparTM
Klassifikation
ATC-Code BD01
CAS-Nummer 14611-51-9
Verschreibungspflichtig: Ja


Fachinformation (Selegilin)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: (R)-(-)-N-Methyl-N-(1-phenyl-2-propyl)- 2-propinylamin
Summenformel C13H17N
Molare Masse 187,281 g/mol

Selegilin ist ein Arzneistoff, der zur symptomatischen Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird. Seine Wirkung vermittelt diese Substanz über eine Hemmung des Enzyms Monoaminooxidase B (MAO-B-Hemmer) und damit einer Hemmung des Dopamin-Abbaus im Gehirn. Selegilin wird in Deutschland unter den Markennamen Movergan®, Antiparkin® und XiloparTM sowie unter generischer Bezeichnung vertrieben. Selegilin unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht. Selegilin wurde von Joseph Knoll entdeckt.

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Inhaltsverzeichnis

Pharmakologie

Anwendungsgebiete

In Kombination mit Levodopa wird Selegilin zur symptomatischen Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. In erster Linie findet Selegilin dabei Einsatz bei Patienten mit einem fluktuierenden Krankheitsbild (Dyskinesien, End-of-Dose-Fluktuationen, On-off-Phänomene). Darüber hinaus ist Selegilin als Monotherapeutikum zur Behandlung früher Stadien der Parkinson-Krankheit zugelassen.

In den USA wird Selegilin auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, in Deutschland besteht jedoch keine Zulassung für dieses Anwendungsgebiet. Eine diskutierte mögliche Wirksamkeit von Selegilin zur Verbesserung der Symptome der Alzheimer-Krankheit wurde nach einer Metaanalyse von Patientendaten negativ beurteilt[1].

Wirkmechanismus

Als MAO-B-Hemmer ist Selegilin ein Hemmstoff des Enzyms Monoaminooxigenase B. Die Hemmung dieses Enzyms führt zu einer Hemmung des Abbaus von Dopamin und somit zu einer Erhöhung der pathologisch erniedrigten Dopaminkonzentration im Gehirn.

Nebenwirkungen

Unter der Anwendung von Selegilin sind insbesondere folgende Nebenwirkungen beschrieben worden: Mundtrockenheit, Appetitverlust, Schwindel, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Angst, Halluzinationen, Transaminasenanstieg, orthostatische Hypotonie und Herzrhythmusstörungen.

Wechselwirkungen

Der Abbau von Arzneistoffen, die über die Monoaminooxigenasen abgebaut werden, kann durch Selegilin verlangsamt werden. Keine unerwünschten Wirkungen sind hingegen durch die kombinierte Anwendung von Selegilin (max. 10 mg/Tag) mit Stoffen zu erwarten, die selektiv über die Monoaminooxigenase A abgebaut werden (z.B. tyraminhaltige Nahrungsmittel).

Selegilin kann die Wirkungen und Nebenwirkungen von Sympathomimetika, Psychostimulanzien, Nasentropfen, Antihypotonika, Antihypertonika, Sedativa und Alkohol verstärken.

Die gleichzeitige Einnahme von Selegelin und Antidepressiva (insbesondere SSRI, wie Fluoxetin) kann zu schwerwiegenden Reaktionen, wie z. B. Flush, Hyperthermie, Krampfanfälle, Herz-Kreislauf-Störungen, psychische Störungen (Verwirrtheit, Halluzinationen) bis hin zum Koma führen.

Selegilin verstärkt darüber hinaus die MAO-hemmenden Nebenwirkungen von Linezolid.

Einzelnachweise

  1. Birks J, Flicker L. (2003). Selegiline for Alzheimer's disease. Cochrane Database Syst. Rev. CD000442. PMID 12535396

Weblink

  • Selegilin-Pflaster gegen Depressionen?
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Selegilin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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