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Trocknungsmittel



Trocknungsmittel sind Stoffe, die Wasser entziehen. Das Wasser kann chemisch gebunden werden, z. B. bei Schwefelsäure oder Phosphorpentoxid, oder die Trocknung kann durch Adsorption erfolgen, z. B. bei Calciumchlorid oder Bentonit. Man unterscheidet zwischen statischer und dynamischer Trocknung. Bei der statischen Trocknung wird dem zu trocknenden Stoff das Trocknungsmittel zugesetzt und wieder entfernt, bei der dynamischen Trocknung durchfließt die gasförmige oder flüssige zu trocknende Substanz das Trocknungsmittel.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Trocknungsmittel werden in der Industrie eingesetzt um Materialien im Laufe der Produktion zu trocknen, um Endprodukte vor unerwünschtem Durchnässen zu schützen oder als chemisches Mittel gegen physikalisch bedingte Wasserabgabe oder Kondensation. Dies dient der Langlebigkeit eines Produktes, da hierdurch auch Korrosion und unerwünschte Oberflächenveränderungen eines Werkstoffes vermieden werden können.

Das am häufigsten eingesetzte Trocknungsmittel ist Luft. Man spricht von Lufttrocknung. Diese wird in nahezu allen Bereichen handwerklicher oder industrieller Fertigung verwendet.

Beispiele:

  • Trocknung von Hölzern im Instrumentenbau oder der Möbelindustrie.
  • Trocknung von Lebensmitteln als Mittel der Konservierung.

Oft werden auch chemische Verbindungen mit besonderer innerer Struktur als Trocknungsmittel eingesetzt. Man verwendet sie, um Bauteile oder hochwertige Komponenten eines Produktes vor Korrosion oder Kondensation von Wasserdampf zu schützen.
Solche Mittel sind z.B. Silicagel oder Zeolithe. Diese schließen aufgrund ihrer chemischen und strukturellen Beschaffenheit Wassermoleküle ein und ändern im Anschluss daran durch intermolekulare Kräfte ihre räumliche Molekülstruktur. Wassermoleküle können so nicht mehr aus der Struktur entweichen und bleiben gebunden.
Durch Wärmeeinwirkung können diese Stoffe regeneriert werden, d.h. durch eine ca. 0,5...2 Stunden dauernde Erwärmung auf ca. 130 °C kann das gebundene Wasser wieder ausgetrieben werden und die Stoffe sind erneut verwendbar.
Blaugel und Orangegel besteht ebenfalls aus Silicagel, enthält jedoch einen Indikator-Farbstoff, der den Grad der Wasseraufnahme anzeigt.

Beispiele:

  • Trockenhaltung von optischen, feinmechanischen und elektronischen Bauteilen
    • beim Transport innerhalb der Verpackung
    • zum Trockenhalten abgeschlossener Volumina (Gehäuse, optische Komponenten, Laser)
  • Trocknungsmittel im Raum zwischen den Scheiben von Isolierglas.

Es gab auch Versuche, Silica-Gel zum Auftriebsausgleich bei Luftschiffen zu verwenden, um durch Wasseraufnahme aus der Luft die Masse des verbrauchten Treibstoffes zu ersetzen.

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Trocknungsmittel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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