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Bentonit



  Bentonit, genannt nach Fort Benton, Montana, USA, ist ein Gestein, das eine Mischung aus verschiedenen Tonmineralien ist und als wichtigsten Bestandteil Montmorillonit (60–80 %) enthält, was seine starke Wasseraufnahme- und Quellfähigkeit erklärt. Weitere Begleitmineralien sind Quarz, Glimmer, Feldspat, Pyrit oder auch Calcit. Es entsteht durch Verwitterung aus vulkanischer Asche.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Die innere Oberfläche eines Gramms beträgt 400–600 m2 (normaler Ton: 2 m2).[1] Er bildet deswegen besonders wertvolle Ton-Humus-Komplexe, so dass unbelasteter Bentonit auch eine gute Zugabe zum Kompost darstellt.

Benannt wurde es nach der Benton-Formation, Fort Benton, Montana, USA.

Bentonit ist ein Nichtnewtonsches Fluid und weist somit ein thixotropes Verhalten auf: Das Material verhält sich wie eine Flüssigkeit, wenn man es schüttelt oder in einem Becherglas umrührt. Wenn man das Becherglas allerdings umdreht, fließt es entgegen den Erwartungen nicht aus dem Becher.

Verwendung

Bentonit findet eine wichtige Anwendung in der Bautechnik, unter anderem bei Bauwerksabdichtungen und im Deichbau. Es dient als Gleitmittel beim Vortrieb von Tunneln und Rohren, Einvibrieren von Schmalwänden oder als Stützflüssigkeit bei ungestützten Bohrungen und Schlitzwänden. Bei der Gewinnung von Erdwärme durch Erdsonden zum Betrieb von Wärmepumpen werden die Kollektorrohre im Erdreich gerne mit Bentonit umgeben, weil dieses das Wasser bindet und die Entstehung von Hohlräumen beim Gefrieren verhindert. Darüber hinaus hat Bentonit eine Bedeutung als Dichtungsmittel bei künstlichen Teichen und findet auch Verwendung als Katzenstreu sowie als Trocknungsmittel.

In der Getränkeindustrie (bei der Weinherstellung und bei Fruchtsäften) und bei Kakaobutter wird es als Schönungsmittel (das heißt als Klär- und Fällmittel) eingesetzt (im Endprodukt nicht mehr vorhanden). In Lebensmitteln wird es als Trennmittel zugesetzt. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Bezeichnung E 558 als Trägerstoff für Farbstoffe zugelassen.

In der Keramik wird Bentonit in geringen Anteilen (bis ca. 5%) als Zuschlag verwendet, um ansonsten sehr mageren Massen bildsame Eigenschaften ("Plastizität") zu verleihen.

Weiterhin gibt es Ansätze, Bentonit als eine der künstlichen Barrieren bei der Endlagerung von radioaktiven Abfällen zu verwenden.

Weitere Einsatzmöglichkeiten sind durch die Verwendung als Adsorptionsmittel gegeben, als da sind:

  • Öl- und Getränkeraffinierung
  • Gießereiadditive
  • Papieradditive und Spezialitäten
  • Hoch- und Tiefbau
  • Waschmitteladditive
  • Abwasserbehandlung
  • Pharmazie und Diagnostik / Elektronik und Logistik
  • Lacke und Farben
  • Plastik-Additive
  • Nanotechnologie - Oberflächenbeschichtungen
  • Katzenstreu

Bei einigen dieser Anwendungen wird mit quartären Ammoniumverbindungen vermischter Bentonit verwendet.

Siehe auch

Literatur

R.E. Grim u. N. Güven, Bentonites - geology, mineralogy and uses. Developments in Sedimentology (ELSEVIER) 24., Amsterdam, 1978

Quellen

  1. Alwin Seifert: Gärtnern – Ackern ohne Gift
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bentonit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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