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Fachkräftemangel in MINT-Berufen: „Wir müssen Begeisterung wecken“

Hochschule Fresenius setzt auf Kooperationen und Praxiserfahrung

28.08.2019

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft Mitte Juni meldete, sind in Deutschland in den MINT-Berufen knapp 480.000 Stellen unbesetzt – dem standen zu diesem Zeitpunkt rund 170.000 Arbeitssuchende in diesen Berufen gegenüber. Die Lücke ist im Vergleich zum Rekordhoch 2018 um gerade einmal 3.500 unbesetzte Stellen kleiner geworden. Die Rufe nach Programmen, die den Nachwuchs für solche Berufe begeistern, werden lauter. Die Hochschule Fresenius in Idstein setzt auf Kooperationen und Praxiserfahrung.   

„Im Rhein-Main-Gebiet haben wir mittlerweile Kooperationen mit zehn Schulen, mit denen ein sehr offener und intensiver Austausch zur Forcierung des MINT-Sektors stattfindet. Es ist unser Ziel, dieses Netzwerk in den kommenden Jahren in großem Umfang zu erweitern“, berichtet  Prof. Dr. Thorsten Daubenfeld, Dekan des Fachbereichs Chemie & Biologie und Leiter des neuen IT-Clusters der Hochschule Fresenius. „Wir verfahren nach dem Prinzip ‚Global denken, lokal handeln‘ und möchten junge Menschen in der Region für MINT-Themen begeistern.“

Daubenfeld hat dafür ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Rezept: „Selbst machen lassen! Wir holen Schülerinnen und Schüler zu uns in die Labore, wo sie selbst experimentieren und ihre Erfahrungen sammeln können. Dabei geht es um sehr aktuelle Themen, die uns und unseren Alltag betreffen, das macht es umso spannender.“ Inwiefern bestimmen Kunststoffe unser Leben und wie gehen wir mit den Abfällen um? Wie viel Flüssigkeit kann eine Windel aufnehmen? Welche chemischen Eigenschaften haben Salze? Was wissen wir über Farben? Das sind nur Beispiele für die vielfältigen Fragestellungen, denen die Jungforscher ab Klasse neun bis zum Abitur an der Hochschule Fresenius auf den Grund gehen können. Die Besuche funktionieren auch andersherum. Das Konzept „Wissenschaft (er)leben“ – Professoren halten Vorträge über gesellschaftlich relevante Themen, die außerdem gut in den Lehrplan passen – kommt vor allem bei der jungen Zielgruppe gut an.

Noch relativ neu an der Hochschule Fresenius ist der IT-Cluster. Neben den Studiengängen Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (in Wiesbaden) sowie Bioinformatik (Idstein) umfasst der auch Beratungsangebote – insbesondere hinsichtlich Berufsmöglichkeiten und Neugründungen – und Wettbewerbe für Schülerinnen und Schüler – ob diese nun schon einen Faible für IT-Themen haben oder dieser erst geweckt werden soll. Bei der „Digital Campus Challenge“ beispielsweise kamen die Teilnehmer mit der forensischen Kriminalistik in Berührung und mussten ein fiktives Verbrechen aufklären. Gemeinsam mit Unternehmen aus der Region hat die Hochschule Fresenius zusätzlich ein Stipendienprogramm aufgelegt. Auf diese Weise wird der Kontakt in die Wirtschaft gefördert und der Berufsstart vereinfacht. „Wir müssen insgesamt in den jungen Menschen Begeisterung für die MINT-Fächer entfachen, das geht am besten über die praktische Erfahrung, ihnen zu präsentieren, was sie später für Arbeitsbereiche haben können. Da haben wir als Hochschule einen entscheidenden Vorteil: wir können diese Praxis relativ leicht zeigen. Insofern stehen wir aber auch in der Pflicht“, so Daubenfeld.

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