07.06.2010 - Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mit Hochdruck zum Sprit aus Stroh: Hamburger TU-Studenten gewinnen im Bundeswettbewerb "Energie"

Eine Gruppe von Studenten der TU Hamburg-Harburg (TUHH) ist einer von 13 Siegern im Wettbewerb „Energie für Ideen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): Stephan Hertz, Marcel Heymuth, Xihua Hu, Christian Kirsch, Jan Henric Laatz und Stepan Taganov erhalten 10.000 Euro zur Realisierung ihrer prämierten Projektidee: „Mit Hochdruck zum Stroh-Sprit“. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern eines Hamburger Gymnasiums wollen sie an vier Tagen Biokraft herstellen. Sie werden das Verfahren im Kleinmaßstab realisieren und als Höhepunkt ein mit selbst hergestelltem Bioethanol betriebenes Kleinfahrzeug in Betrieb nehmen.

Mit dieser Projektidee überzeugten die angehenden Verfahrenstechniker der Hamburger TU die siebenköpfige Jury aus Wissenschaftlern und Kommunikationsprofis in Berlin. Gesucht wurden im Wissenschaftsjahr 2010 kreative Ideen Studierender, die Kindern und Jugendlichen verständlich machen, worum es bei der Energieforschung geht und wie neue Wege aus technischer Sicht beschritten werden können.

Kooperationspartner der erfolgreichen Studenten, die seit 2009 in der Arbeitsgemeinschaft „DistillING.“ zusammenarbeiten, sind das Institut für Thermische Verfahrenstechnik unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Irina Smirnova sowie das bundesweit bekannte Nachwuchsförderprojekt der „Kinderforscher an der TUHH“ mit Gesine Liese und Prof. Dr.-rer. nat. Andreas Liese sowie Julia Husung an der Spitze. Sowohl das Institut als auch die Kinderforscher stehen den Studenten weiterhin als Partner bis zur Realisierung ihres Vorhabens zur Seite.

„Mit diesem Projekt haben wir einen Weg gefunden, parallel zum Studium praktische Erfahrungen in einem hochaktuellen Forschungsgebiet zu sammeln“, sagt Xihua Hu zur Motivation des Teams. Bis auf Christian Kirsch, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an seiner Promotion über Bioraffinerien der zweiten Generation schreibt, studieren alle anderen Preisträger Verfahrenstechnik im vierten Semester. „Wir sind überzeugt, auf diese Weise Jugendlichen die zunehmende Bedeutung nachwachsender Rohstoffe nahe bringen zu können,“ sagt Stephan Hertz. Ziel ist die anschauliche Präsentation des Herstellungsprozesses von Bioethanol der zweiten Generation, bei der auf stärke- oder zuckerhaltige Rohstoffe wie Weizen, Mais und Zuckerrohr verzichtet wird. Den Schülern werden dabei die einzelnen Prozessschritte vorgestellt, die sie danach größtenteils auch selbst durchführen. So können sie die Umwandlung von Stroh über Cellulose und Glucose bis hin zum Bioethanol anschaulich nachvollziehen. Die Experimente finden dabei unter Anleitung und höchsten Sicherheitsstandards statt.

„Die Studenten haben sich hervorragend innerhalb kurzer Zeit in dieses komplizierte und vielseitige Thema eingearbeitet“, stellt Prof. Dr.-Ing. Irinia Smirnova fest und attestiert den angehenden Ingenieuren die erforderlichen Fachkenntnisse, um den Prozess experimentell durchführen zu können. Das studentische Engagement findet seine Entsprechung in der Forschung an der TUHH, wo allein sechs Institute am Forschungscluster „Bioraffinerie2021“ beteiligt sind, in dessen Mittelpunkt die optimale Gewinnung von Energie- und Wertstoffen aus Pflanzen steht.

Der studentische Bundeswettbewerb ist seit 2007 fester Bestandteil der Wissenschaftsjahre mit dem Ziel, den direkten Dialog zwischen Hochschulen und der Öffentlichkeit zusätzlich zu stärken. Das Wissenschaftsjahr „Energie“ wird vom BMBF gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung der Energieforschung für die Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung.

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