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16.06.2009: Nach einer neuen Greenpeace-Untersuchung weisen
derzeit angebotene Kirschen aus Spanien und Frankreich häufig bedenklich
hohe Pestizid-Rückstände auf. Erdbeeren aus Deutschland und Spanien sind
dagegen kaum mit unerwünschten Agrarchemikalien belastet.
Greenpeace-Mitarbeiter hatten Ende Mai bei den sechs führenden deutschen
Supermarkt-Ketten bundesweit Kirschen und Erdbeeren eingekauft. Die 28
Erdbeer- und 12 Kirschproben wurden in einem Speziallabor auf 400
Pestizid-Rückstände getestet. Die in den Kirschen gefundenen Pestizide
können Krebs auslösen und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Greenpeace
fordert, dass die Produzenten und Handelsketten besonders gefährliche
Pestizide nicht mehr anwenden.
"Essen Sie Erdbeeren! Die derzeit angebotenen Früchte enthalten geringe
Mengen an Pestiziden. Bei Früh-Kirschen ist aber Vorsicht angebracht",
sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. "Insgesamt setzt sich
der Trend zu geringeren Rückständen bei Obst und Gemüse aus Supermärkten
auch bei unserem aktuellen Test fort. Das ist ein Erfolg der
Greenpeace-Pestizid-Kampagne." Als Reaktion auf umfassende
Greenpeace-Tests hatten alle großen deutschen Supermarkt-Ketten zwischen
den Jahren 2006 und 2007 verschärfte Standards und Kontrollen für
Pestizid-Rückstände eingeführt.
Im aktuellen Greenpeace-Test fand das beauftragte Labor in vier (14
Prozent) der Erdbeerproben gar keine und bei 24 (86 Prozent) geringe
Spritzmittelrückstände. Dagegen stecken in fünf der zwölf Kirschproben
aus konventionellem Anbau so hohe Pestizidmengen, dass Greenpeace sie als
"nicht empfehlenswert" beurteilt. Diese mangelhafte Ware stammt aus
Spanien und Frankreich. Die Kirschen
enthielten zum Beispiel das die Fortpflanzung beeinträchtigende Pestizid
Dimethoat sowie Imazalil, das Krebs auslösen kann. Drei der Kirschproben
waren frei von Pestiziden. In keiner Probe wurden gesetzliche Grenzwerte
überschritten. Das liegt jedoch auch an der Anhebung der Grenzwerte im
Jahr 2008 durch die EU-Kommission.
"Wir haben auch bei diesem Test immer wieder Rückstände besonders
gesundheitsschädlicher Pestizide gefunden, die auf den "Schwarzen Listen"
von Greenpeace und Edeka stehen", sagt Krautter. Greenpeace fordert, dass
die Bundesregierung den Landwirten und Handelsketten bei der Umstellung
auf nichtchemische Pflanzenschutz-Alternativen unter die Arme greift. Bei
der Start-Veranstaltung zum nationalen Pestizid-Aktionsplan der
Bundesministerien für Landwirtschaft und Umwelt Ende Juni in Potsdam
müssen dazu wirksame Programme verabschiedet werden.
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