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Chlorsulfonsäure



Strukturformel
Allgemeines
Name Chlorsulfonsäure
Andere Namen

Chloroschwefelsäure, Chlorschwefelsäure, Schwefelsäurechlorhydrin, Sulfurylhydroxylchlorid

Summenformel HSO3Cl
CAS-Nummer 7790-94-5[1]
Kurzbeschreibung farblose, stechend riechende und an der Luft stark rauchende hygroskopische Flüssigkeit
Eigenschaften
Molare Masse 116,53 g·mol−1[1]
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,75 g·cm−3 (20 °C)[1]
Schmelzpunkt −80 °C[1]
Siedepunkt 152 °C (unter Zersetzung)[1]
Dampfdruck

0,45 mbar[1] (20 °C)

Löslichkeit

vollständig löslich in Wasser

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
R- und S-Sätze R: 14-35-37
S: (1/2--45-26
LD50

50 mg/kg[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Chlorsulfonsäure oder Chloroschwefelsäure (HSO3Cl) ist ein unvollständiges Säurechlorid der Schwefelsäure, da nur eine Hydroxylgruppe der Schwefelsäure durch Chlor ersetzt ist. Chlorsulfonsäure ist eine farblose, stechend riechende und an der Luft stark rauchende Flüssigkeit. Der Schmelzpunkt liegt bei −80 Grad Celsius, der Siedepunkt bei 152 Grad Celsius. Chlorsulfonsäure ist wie alle Säurechloride sehr reaktionsfähig, mit Wasser reagiert sie heftig unter Umsetzung zu Schwefelsäure und Salzsäure.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Ihre Wirkung als Nebelmittel beruht auf der Reaktion mit der Luftfeuchte, wobei sich ein Nebel aus Schwefelsäure und Salzsäure bildet. Dieser saure Nebel ist sehr aggressiv, er greift Metalle an und reizt zum Husten, ebenso werden organische Stoffe (Holz, Gewebe) angegriffen. Wird zusätzlich Schwefeltrioxid in Chlorsulfonsäure gelöst, so erhält man die sogenannte Nebelsäure, die noch dichtere Nebel als Chlorsulfonsäure bildet. Der Einsatz von Chlorsulfonsäure als Nebelmittel setzt eine ausreichend hohe Luftfeuchte voraus, daher wurde Chlorsulfonsäure vorrangig bei der Marine eingesetzt. Zum einen wegen der Feuchte, und zum anderen weil das Schiff als sich bewegendes Objekt sich vom entstehenden Nebel entfernt, und somit weniger der aggressiven Wirkung des Nebels ausgesetzt ist.

Chlorsulfonsäure wird außer als Nebelmittel bei der Herstellung von chemischen Zwischenprodukten (Einführung der HSO3-Gruppe in aromatische Verbindungen) sowie zur Herstellung von Ionenaustauschern benutzt.

Quellen

  1. a b c d e f BGIA-Gestis Gefahrstoffdatenbank
  2. Sicherheitsdatenblatt (Merck)
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Chlorsulfonsäure aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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