Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Koerzitivfeldstärke



 

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Als Koerzitivfeldstärke (Hc, H für die magnetische Feldstärke und c für coercivity) bezeichnet man die magnetische Feldstärke, die notwendig ist, um eine ferromagnetische Substanz vollständig zu entmagnetisieren, so dass der resultierende Gesamtfluss bzw. die lokale Flussdichte gleich null ist. Je höher die Koerzivitivfeldstärke ist, desto besser behält ein Magnet seine Magnetisierung, wenn er einem Gegenfeld ausgesetzt wird. Die SI-Einheit ist wie bei allen magnetischen Feldstärken \frac{A}{m}, gelegentlich wird noch die veraltete Einheit Oe (Oersted) verwendet.

Werden ferromagnetische Werkstoffe einem Magnetfeld ausgesetzt, so bleibt auch nach Entfernen des Feldes ein Restmagnetismus, die Remanenz. Dies gilt auch bei ferrimagnetischen und allen anderen paramagnetischen Stoffen, wenn auch in deutlich abgeschwächter Form.

Anwendung

Man unterscheidet zwischen der Koerzitivfeldstärke (bHc) der magnetischen Flussdichte und der Koerzitivfeldstärke (jHc) der magnetischen Polarisation. Wird ein Permanentmagnet einer Feldstärke bHc ausgesetzt, verschwindet die magnetische Flussdichte im Magneten. Er ist jedoch nach dem Entfernen aus dem Feld immer noch magnetisch. Erst bei einer entmagnetisierenden Feldstärke jHc verliert der Permanentmagnet seine magnetische Polarisation und somit seine Magnetisierung vollständig, das heißt die angelegte Feldstärke verursacht eine magnetische Flussdichte der Größe µ0 * H, sodass in diesem Punkt der Werkstoff sich in Bezug auf seine magnetischen Eigenschaften wie Vakuum bzw. ungefähr wie Luft verhält.

Zu beachten ist die starke Temperaturabhängigkeit dieser Feldstärken, die nicht zuletzt auch in der Temperaturabhängigket des Ferromagnetismus zu suchen ist.

Praktische Bedeutung

Gemessen wird die Koerzitivfeldstärke mit einem sogenannten Koerzimeter, welches in Abhängigkeit einer angelegten äußeren magnetischen Feldstärke die Polarisation über Induktion in einer bewegten Spule misst. Da die Magnetisierbarkeit und damit auch die Remanenz bzw. die Koerzitivfeldstärke vom Gefüge des Werkstoffes abhängt, lassen sich aus den magnetischen Eigenschaften Erkenntnisse über das Werkstoffgefüge (z. B. Verformungsgrad) ableiten.

Werte

Material Koerzitivfeldstärke
in A/m
Eisen
(technisch rein)
10 bis 200
Dynamoblech I 200
Dynamoblech IV 25 bis 60
Kaltgewalzte Bleche 20 bis 35
Nickeleisen
(50% Ni)
3 bis 16
MU-Metall
(76% Ni, 5% Cu, 2% Cr)
0,8 bis 5
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Koerzitivfeldstärke aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.