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Langsames Licht



Dem Phänomen „Langsames Licht“ (oder auch „Lichtbremsung“ genannt) liegt zugrunde, dass es in quantenphysikalischen Experimenten möglich ist, Licht bzw. einzelne Photonen in einem Bose-Einstein-Kondensat quasi „einzusperren“. Dabei werden die „eingesperrten“ Photonen nahezu unendlich oft im Atomgitter des jeweiligen Bose-Einstein-Kondensats reflektiert und so, für den äußeren Beobachter, augenscheinlich stark „verlangsamt“ bzw. sogar vollständig “abgebremst“.

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Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Unter Zuhilfenahme der optischen Eigenschaften makroskopischer Quantensysteme, im Speziellen der außergewöhnlich hohen Brechzahlen von Bose-Einstein-Kondensaten, ist es möglich, Licht beliebig zu „verlangsamen“ und sogar bis zum Stillstand „abzubremsen“, ohne dass eine merkliche Absorption stattfindet.[1]

Die Begriffe „Langsames Licht“ und „Lichtbremsung“ sind jedoch irreführend, da das Licht nicht wirklich verlangsamt oder abgebremst wird, sondern sich in der Realität immer mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Das Licht wird also bei diesem Phänomen lediglich ohne nachweisbaren Energie-Verlust im jeweiligen Atomgitter festgehalten bzw. reflektiert und so scheinbar verlangsamt oder sogar bis zum Stillstand abgebremst.

Geschichte

1999 konnte die Forschungsgruppe von Lene Hau erstmals Licht bis auf ungefähr 17 m/s „verlangsamen“.

2001 gelang es schließlich, das Licht für einen kurzen Moment vollkommen zu „stoppen“. Auch die Gruppe von Michail Lukin konnte am Moskauer Lebedew-Institut einen Lichtstrahl „anhalten“, indem der Strahl in heißes Rubidiumgas geleitet wurde. Laut Lukin verhielten sich die Atome aufgrund eines Interferenzmusters zweier Kontrollstrahlen „wie kleine Spiegel“.

Siehe auch

Die Theorie vom „Müden Licht“ (Lichtermüdung) hat mit dem Phänomen des „Langsamen Lichtes“ nichts zu tun.

Quelle

  1. Dompteuse des Lichts – Artikel aus Die Zeit
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Langsames_Licht aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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